Navigation und Service

HinweisCookies

Diese Webseite verwendet Cookies. Das ermöglicht es uns, die Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend zu verbessern. Hier erfahren Sie mehr zum Datenschutz und Möglichkeiten zum Widerspruch.

OK

Arbeit und Neuroenhancement

Wenn Arbeitsbelastung zum Griff nach Medikamenten führt

Neuroenhancement wird auch als Gehirndoping bezeichnet. Hier versuchen gesunde Menschen, mit Medikamenten ihre Leistungsfähigkeit zu verbessern. Die BAuA untersucht den Zusammenhang zwischen Arbeit und der Einnahme verschreibungspflichtiger Medikamente.

Es sind vorrangig verschreibungspflichtige Medikamente, die zu den Neuroenhancement-Präparaten zählen. Bekannt sind:

  • Psychostimulanzien: z. B. Medikamente zur Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndroms (ADHS) oder Narkolepsie
  • Antidepressiva: zur Behandlung von Depressionen
  • Antidementiva: zur Behandlung von Demenz

Darüber hinaus werden auch illegal gehandelte Stimulanzien zur Verbesserung von kognitiver Leistungsfähigkeit und des Wohlbefindens missbräuchlich verwendet, z. B. Kokain und Amphetamine.

Studie der BAuA

Für die Untersuchung wählten die Forscherinnen und Forscher vier Berufe aus, die sich durch hohe kognitive Anforderungen auszeichnen. Über 4.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Ärzte, Programmierer, Werbefachleute und Publizisten wurden befragt. In einem mehrstufigen Untersuchungsdesign kamen Face-to-Face-Interviews, Tagebuchstudien und qualitative Tiefeninterviews zum Einsatz.

Ergebnisse zur Häufigkeit von Neuroenhancement

Neuroenhancement praktiziert nur ein kleiner Anteil der Arbeitnehmer. Die Vierwochenprävalenz liegt bei 1,25 Prozent und die Jahresprävalenz bei 2,80 Prozent. Die Lebenszeitprävalenz beträgt allerdings 8,30 Prozent und lässt auf eine latente Bereitschaft zur Medikamenteneinnahme schließen.

Zum Einfluss der Arbeit

Die Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen Arbeitsbelastung und mentaler Gesundheit. Bei allen vier Berufsgruppen treten bei erhöhter Belastung mehr Symptome psychischer Beeinträchtigungen auf. Die auftretende Belastung führt aber nicht zwangsläufig zum Griff nach Arzneimitteln. Sie werden nur punktuell eingenommen, wenn die Sorge wächst, der Arbeitsbelastung nicht gewachsen zu sein. Neuroenhancement dient somit in erster Linie dem Leistungserhalt und nicht – wie vielfach vermutet – der Leistungsverbesserung.

Mehr zu Psychische Gesundheit