Formative qualitative Evaluation einer frühen Intervention am Arbeitsplatz (FRIAA) für Beschäftigte mit psychischen Krisen und Erkrankungen

  • Projektnummer: F 2525
  • Projektdurchführung: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
  • Status: Abgeschlossenes Projekt

Projektbeschreibung:

Psychische Krisen und Erkrankungen sind die zweithäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit. Um Betroffene frühzeitig zu unterstützen und ihre Arbeitsfähigkeit zu stärken, sind flexible Angebote nötig, die medizinisch-therapeutische und arbeitsbezogene Maßnahmen verbinden.

Von 2020 bis 2024 wurde im Rahmen der randomlsiert-kontrollierten Interventionsstudie (RCT) „Frühe Intervention am Arbeitsplatz“ (friaa) das Angebot einer psychotherapeutischen Sprechstunde am Arbeitsplatz (PT-A) weiterentwickelt und durch die BAuA qualitativ evaluiert. Studienorte waren Ulm, Düsseldorf, Hildesheim, Erlangen und Berlin. An der RCT nahmen 550 Personen aus über 60 Betrieben teil. Psychotherapeutinnen boten die PTA in geschützten Räumen der Betriebe oder Universitätskliniken an. Alle Teilnehmenden erhielten ein Erstgespräch mit ausführlicher Diagnostik. Die Interventionsgruppe konnte außerdem bis zu 16 therapeutische Einzelsitzungen wahrnehmen. Besonderheit war dabei der Bezug zum Arbeitsplatz.

Die RCT zeigt, dass die Interventionsgruppe nach 15 Monaten im Vergleich zur Kontrollgruppe eine deutliche Verbesserung klinischer Symptome wie Depression und Angst aufwies. Einen Unterschied bei der Reduktion der Fehltage gab es nicht. Die qualitativen Ergebnisse zeigen, dass Beschäftigte die PT-A aufsuchten, bevor lange Ausfallzeiten entstanden. Nach der PT-A berichteten die meisten von wiedergewonnener Arbeitsfähigkeit, höherer Selbstwirksamkeit und besserer Work-Life-Balance.

Der Zugang zur PT-A unterschied sich geschlechtsspezifisch: Männer nutzten häufiger die Vermittlung über betriebliche Akteure, Frauen suchten die Sprechstunde selbstständig auf. Die hohe Zahl an Männern und Erstnutzern zeigt einen verbesserten Zugang für bislang unterversorgte Beschäftigte. Das betriebsnahe Angebot eignet sich besonders, um Menschen zu erreichen, die sonst erst spät oder gar nicht Hilfe suchen würden.

Weitere Informationen über die Studie finden Sie unter www.friaa.de.

Publikationen

Psychosomatische Sprechstunde im Betrieb (PSIB)

Erscheinungsjahr: 2021

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Psychosomatic and psychotherapeutic consultation at work (PCW/PT-A)

Erscheinungsjahr: 2024

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Effectiveness of Psychotherapeutic Consultation at Work Compared to Care as Usual for Employees with Common Mental Disorders or Subthreshold Symptoms: A Randomized Controlled Multicenter Trial in Germany

Erscheinungsjahr: 2025

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Mit der PSIB zu besserer psychischer Gesundheit im Betrieb

Erscheinungsjahr: 2025

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The impact of psychosocial safety climate on the intervention effect of psychotherapeutic consultation at work in Germany - secondary analysis of a randomized controlled trial

Erscheinungsjahr: 2025

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Cost of mental health service use of employees participating in a work-related psychotherapeutic intervention (Friaa Project)

Erscheinungsjahr: 2024

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Implementierung einer psychotherapeutischen Sprechstunde am Arbeitsplatz (PT-A): Erwartungen, Bekanntmachung und Nutzung

Erscheinungsjahr: 2024

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Psychotherapeutische Sprechstunde am Arbeitsplatz: Zusammenhänge zwischen Unternehmensgröße und psychosomatischer Gesundheit

Erscheinungsjahr: 2024

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Psychische Krisen frühzeitig erkennen

Erscheinungsjahr: 2022

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Early intervention, treatment and rehabilitation of employees with common mental disorders by using psychotherapeutic consultation at work: study protocol of a randomised controlled multicentre trial (friaa project)

Erscheinungsjahr: 2021

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Weitere Informationen

Kontakt

Fachgruppe 3.5 "Evidenzbasierte Arbeitsmedizin, Betriebliches Gesundheitsmanagement"

Service-Telefon: 0231 9071-2071
Fax: 0231 9071-2070