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Antworten zu Tätigkeiten in der Gesundheitsfürsorge und in Laboratorien

Die BAuA erreichen zunehmend Anfragen rund um das Thema Arbeitsschutz und SARS-CoV-2. Hier haben wir für Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zusammengestellt.

Was wissen wir derzeitig zu SARS-CoV-2?

Am 31.12.2019 wurde das WHO-Landesbüro in China über vermehrtes Auftreten von Lungenentzündungen in Wuhan informiert. Als Erreger wurde am 07.01.2020 das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 (vorübergehend 2019-nCoV genannt) identifiziert (1).

Globale Reisetätigkeit hat zur weltweiten Ausbreitung des Virus und anschließenden lokalen Weiterverbreitung auch in Deutschland geführt. Am 11.03.2020 wurde das Infektionsgeschehen von SARS-CoV-2 von der WHO als Pandemie erklärt (2).

Die aktuelle Bewertung des Risikos durch SARS-CoV-2 für die Bevölkerung in Deutschland ist beim Robert Koch-Institut (RKI) einzusehen (3).

SARS-CoV-2 ist ein behülltes Virus und gehört zur Familie Coronaviridae, Gattung Betacoronavirus, zu der für den Menschen ungefährliche Viren, aber auch das SARS-Virus gehören.
Derzeit wird die Tröpfcheninfektion, d. h. die Übertragung infektiöser Tröpfchen auf dem Luftweg aus den oberen Atemwegen Infizierter auf Schleimhäute (Mund, Nase, Auge) von nicht-infizierten Personen als Hauptübertragungsweg von SARS-CoV-2 gesehen. Schmierinfektionen, z. B. durch Berührung virusbeladener Oberflächen im unmittelbaren Umfeld eines Infizierten und anschließende Übertragung des Virus auf eigene Schleimhäute können nicht ausgeschlossen werden, gelten jedoch als wesentlich unwahrscheinlicher. Die Infektion kann nach aktueller Kenntnis sowohl völlig symptomlos verlaufen als auch zur Erkrankung mit Husten oder grippeähnlichen Symptomen und in schweren Fällen zu einer Lungenentzündung oder selten, vor allem bei älteren oder Menschen mit Vorerkrankungen, auch zum Tode führen.

(1) www.who.int/health-topics/coronavirus

(2) www.who.int/dg/speeches/detail/who-director-general-s-opening-remarks-at-the-media-briefing-on-covid-19---11-march-2020

(3) www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html

Stand: 18.03.2020

Welche berufsbedingten Tätigkeiten haben das größte Infektionsrisiko mit SARS-CoV-2?

Aufgrund des Übertragungsweges werden berufsbedingte Infektionsrisiken mit SARS-CoV-2 am ehesten bei Tätigkeiten mit infizierten Patienten in der Arztpraxis, im Krankenhaus oder bei deren Transport z. B. im Flugzeug oder im Krankenwagen gesehen. Weiterhin kann ein berufsbedingtes Infektionsrisiko in Laboratorien bestehen, in denen z. B. Verdachtsproben auf Erreger untersucht werden.

Stand: 19.02.2020

Was sollte getan werden um berufsbedingte Infektionsrisiken zu vermeiden?

Berufliche Tätigkeiten, die mit einer Exposition gegenüber Biostoffen (Bakterien, Viren, Parasiten und Pilzen) verbunden sind, fallen grundsätzlich in den Anwendungsbereich der Biostoffverordnung (BioStoffV). Bei SARS-CoV-2 sind es Tröpfchen- und Schmierinfektionen, die ein berufsbedingtes Risiko darstellen.

Eine Gefährdungsbeurteilung muss im konkreten Fall vor Ort durch den Arbeitgeber mit entsprechender Fachexpertise für eine spezielle Tätigkeit erfolgen. Eine Hilfestellung gibt dabei die TRBA 400.

Stand: 18.02.2020

Welche Schutz­maßnahmen spielen bei beruflichen Tätigkeiten mit möglichem Kontakt zu SARS-CoV-2 im Gesundheits­wesen eine Rolle?

Schon bei Tätigkeiten mit Verdachtsfällen einer SARS-CoV-2-Infektion sind neben den RKI Empfehlungen, Maßnahmen der TRBA 250 und dem Beschluss 609 unter besonderer Beachtung einer Gefährdung durch luftübertragbare Krankheitserreger zu ergreifen.

Dies sind insbesondere:

  • Der Patient sollte einen Mund-Nase-Schutz tragen.
  • Die Zahl der Beschäftigten ist auf ein Mindestmaß zu beschränken.
  • Den Beschäftigten sind neben ausreichend Kitteln, Handschuhen, einer Schutzbrille, partikelfiltrierende Halbmasken mindestens der Klasse FFP2 oder FFP3 (z. B. für Tätigkeiten an Patienten, die stark Husten oder zum Husten provoziert werden) in ausreichender Zahl zur Verfügung zu stellen. Auf das korrekte Tragen und Ablegen der Schutzkleidung sind zu achten.
  • Ein Hygieneplan zur Vermeidung von Verschleppung ist aufzustellen.
  • Zutrittsbeschränkungen sind festzulegen.
  • Patienten sind in einem Isolierzimmer oder Einzelzimmer unterzubringen, welche optimalerweise durch einen Vorraum oder einen Schleusenbereich von den übrigen Arbeitsbereichen abgetrennt sind.
  • Raumlufttechnische Anlagen sind abzustellen, sofern durch diese luftgetragenen Erreger auf andere Räume übertragen werden können.
  • Informationen zur Abfallentsorgung siehe: LAGA-Mitteilung 18 zur Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes

Siehe auch: Empfehlungen des RKI für die Hygienemaßnahmen und Infektionskontrolle bei Patienten mit bestätigter Infektion durch SARS-CoV-2

Eine Gefährdungsbeurteilung muss im konkreten Fall immer vor Ort durch den Arbeitgeber mit entsprechender Fachexpertise für eine spezielle Tätigkeit erfolgen.

Stand: 27.03.2020

Gibt es Empfehlungen zum ressourcenschonenden Einsatz von Schutzausrüstung für niedergelassene Ärzte sowie Krankenhäuser und Kliniken?

Hierzu gibt es die Empfehlung organisatorischer Maßnahmen zum Arbeitsschutz im Zusammenhang mit dem Auftreten von SARS-CoV-2, sowie zum ressourcenschonenden Einsatz von Schutzausrüstung (PDF, 240 KB) vom ad Hoc Arbeitskreis des ABAS

sowie die Empfehlung Mögliche Maßnahmen zum ressourcenschonenden Einsatz von Mund-Nasen-Schutz (MNS) und FFP-Masken in Einrichtungen des Gesundheitswesens bei Lieferengpässen im Zusammenhang mit der neuartigen Coronavirus-Erkrankung COVID-19
des RKI, die mit dem ad Hoc Arbeitskreis des ABAS abgestimmt wurde.

Weiterhin wird empfohlen, sich bei konkreten Fragen und Problemen an die bei Ihnen zuständige Arbeitsschutzbehörde oder sich an Ihren Unfallversicherungsträger zu wenden.

Eine Liste mit Kontaktdaten der Arbeitsschutzbehörden finden Sie unter folgendem Link: www.baua.de/DE/Themen/Arbeitsgestaltung-im-Betrieb/Branchen/Bauwirtschaft/Baustellenverordnung/pdf/Arbeitsschutzbehoerden.pdf

Die Kontaktdaten der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen sind unter folgender Adresse abrufbar:
www.dguv.de/de/bg-uk-lv/index.jsp

Stand: 11.05.2020

Wie behandle ich als Zahnärztin, als Zahnarzt derzeitig Patienten ohne Covid-Verdacht?

Zahnärztliche Behandlungen fallen in den Geltungsbereich der Biostoffverordnung. Konkretisiert werden Arbeitsschutzmaßnahmen in der TRBA 250.
TRBA 250 Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege

Alle Gefährdungen sind im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung jeweils in Abhängigkeit konkreter Tätigkeiten zu ermitteln und dabei entsprechende Arbeitsschutzmaßnahmen vor Tätigkeitsbeginn festzulegen. Eine Gefährdungsbeurteilung kann im konkreten Fall immer nur vor Ort durch den Arbeitgeber mit entsprechender Fachexpertise für eine spezielle Tätigkeit erfolgen.

Zahnärztliche Behandlungen werden nach TRBA 250; Punkt 3.4.2 Absatz 2 in der Regel der Schutzstufe 2 zugeordnet. Es muss bei zahnärztlichen Tätigkeiten mit einer regelmäßigen und nicht nur geringfügigen Exposition gegenüber Biostoffen der Risikogruppe 2 und auch 3 gerechnet werden. Wenn bekannt ist, dass Patienten Träger von Biostoffen der Risikogruppe 3, z. B. Mycobacterium tuberculosis oder Sars-Cov-2 sind, unterliegen die Tätigkeiten der Schutzstufe 3.

Bei der Festlegung der Schutzmaßnahmen gilt die Reihenfolge Technische Maßnahmen vor Organisatorischen Maßnahmen vor persönlichen Maßnahmen (TOP).

Oberstes Gebot ist die Vermeidung von Aerosolbildung. Als technische Maßnahme empfiehlt die Bundeszahnärztekammer hierzu "eine effiziente, hochvolumige Absaugung (vierhändiges Arbeiten)" und "ein angelegter Kofferdam …. als eine wirksame Barriere gegen die im Mund- und Rachenraum befindlichen Mikroorganismen".

In der derzeitigen pandemischen Situation sind Behandlungen bis auf Weiteres zu verschieben, die keine medizinischen Notfälle darstellen bzw. aus medizinischer Sicht nachrangig sind. So sollte nach Empfehlung der Bundeszahnärztekammer z. B. "der Einsatz von Instrumenten bzw. Verfahren wie Air Flow, ZEG oder Turbinen …vermieden werden":
www.bzaek.de/berufsausuebung/sars-cov-2covid-19/risikomanagement.html

Kann auf Grund der ergriffenen Schutzmaßnahmen eine Exposition der Beschäftigten durch Aerosole, die Biostoffe enthalten (Bioaerosole) nicht vermieden werden, ist neben dem generellen Tragen von Schutzkleidung und Schutzbrille/Gesichtsschutz das Tragen von Atemschutz (mindestens FFP2 Masken) notwendig.

Stand: 20.04.2020

Welche Maß­nahmen können für Tätig­keiten z. B. in Physio­therapie, Friseur­handwerk, med. Fuß­pflege, Mani­küre, Pedi­küre, Augen­optik oder Hör­akustik ergriffen werden bei denen ein unmittel­barer Kunden­kontakt nicht aus­geschlossen werden kann?

Gibt es Hinweise für Arbeit­geber und Beschäftigte in Kinder­tages­einrichtungen, in der Kinder­tages­pflege und in Horten?

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat Informationen zum Umgang mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) im Bildungsbereich zusammengestellt. Hinweise und Empfehlungen für Arbeitgeber und Beschäftigte in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege finden Sie unter https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/3812

Stand: 12.05.2020

Wie verhalte ich mich in der derzeitigen Situation als Bote von diagnostischen Proben?

Hierzu hat der ad Hoc Arbeitskreis des ABAS die Empfehlung Hilfestellung für die Gefährdungsbeurteilung bei Probenabholung aus Arztpraxen während einer pandemischen Situation (PDF, 83 KB) erarbeitet, die im Wesentlichen vorsieht, dass

in Praxen in denen Patienten mit luftübertragbaren Infektionskrankheiten behandelt werden, der Kontakt mit externem Transportpersonal (z. B. Kurierdienste, Post) so zu gestalten ist, dass diese Personen nicht exponiert werden. Dies kann z. B. dadurch erfolgen, dass die zu transportierenden Produkte oder Proben außerhalb der Praxisräume angenommen bzw. übereicht werden.

Stand: 17.03.2020

Welche Schutzmaßnahmen spielen bei beruflichen Tätigkeiten mit möglichen Kontakt zu SARS-CoV-2 im diagnostischen Labor eine Rolle?

Schon bei Tätigkeiten mit Probenmaterialien von Patienten die unter Verdacht stehen eine Infektion mit SARS-CoV-2-Infektion zu haben, sollten neben den RKI Empfehlungen, Schutzmaßnahmen nach TRBA 100 ergriffen werden, die besondere Gefährdung durch luftübertragbare Krankheitserreger berücksichtigen.

Dies sind insbesondere:

  • Vermeiden unnötiger Tätigkeiten, die zur Freisetzung von Aerosolen mit SARS-CoV-2 führen können.
  • Verwenden von Geräten und Verfahren, die keine Aerosole freisetzen.
  • Notwendige Tätigkeiten, die zur Freisetzung von Aerosolen mit SARS-CoV-2 führen können, müssen in der Sicherheitswerkbank der Klasse 2 durchgeführt werden.
  • Kontaminierte Prozessabluft darf nicht unbehandelt in den Arbeitsbereich abgegeben werden. Sie muss durch geeignete Verfahren wie Filterung oder thermische Nachbehandlung dekontaminiert werden.
  • Auf das Tragen von Schutzkittel und Handschuhen ist zu achten.
  • Nach Abschluss der Arbeiten sind die Hände auch nach dem Tragen von Schutzhandschuhen zu desinfizieren und entsprechend Hautschutzplan zu pflegen.
  • Das Tragen von Atemschutz (mind. FFP-2) und Schutzbrille wird empfohlen.
  • Die Zahl der Beschäftigten ist auf ein Mindestmaß zu beschränken. Andere Personen dürfen den Arbeitsbereich nur mit Erlaubnis des/der Verantwortlichen betreten.
  • Oberflächen, wie Arbeitsflächen und angrenzende Wandflächen, Fußböden, Flächen an Geräten und Apparaten, die mit Biostoffen in Kontakt kommen können, müssen leicht zu reinigen und beständig gegenüber den eingesetzten Desinfektionsmitteln sein.
  • Nach der Arbeit ist eine Desinfektion und Entsorgung so umzusetzen, dass eine Exposition der Beschäftigten oder Dritter mit SARS-CoV-2 ausgeschlossen ist.

Näheres zur Einstufung und zu Maßnahmen im Diagnostischen Labor finden Sie unter: ABAS Beschluss 1/2020 vom 19.02.2020:
Beschluss des ABAS zur vorläufigen Einstufung des Virus SARS-CoV-2 in Risikogruppe 3 und Empfehlungen zu nicht gezielten Tätigkeiten (Labordiagnostik) und gezielten Tätigkeiten mit SARS-CoV-2 (PDF, 142 KB)

Eine Gefährdungsbeurteilung muss im konkreten Fall immer vor Ort durch den Arbeitgeber mit entsprechender Fachexpertise für eine spezielle Tätigkeit erfolgen.

Stand: 27.03.2020

Wie ist unter den Bedingungen der COVID-19-Pandemie mit gemein­schaftlich genutzten Arbeits­plätzen unter Berück­sichtigung der Ober­flächen­reinigung zu verfahren?

Diese Empfehlung gilt nicht für den Bereich des Gesundheitswesens oder der häuslichen Pflege, dort finden die TRBA 250 bzw. die Empfehlungen der KRINKO Anwendung.

Arbeitsplätze ohne nachgewiesene COVID-19-Erkrankung

Arbeitsplätze sollten derzeit nach Möglichkeit nicht von mehreren Mitarbeitern genutzt werden und es sind organisatorische Maßnahmen zu prüfen, um dies im betrieblichen Alltag umzusetzen. Dennoch müssen zahlreiche Arbeitsplätze gemeinschaftlich genutzt werden, z. B. bei Schichtarbeit, Rotationsnutzung, Nutzfahrzeugen, Steuerständen.

Die Oberflächen gemeinschaftlich genutzten Arbeitsplätze sind im Anschluss an eine persönliche Nutzung mit handelsüblichen Haushaltsreinigern zu reinigen.

Dazu gehören insbesondere Oberflächen, die in Kontakt mit den Beschäftigten und möglichen Trägerstoffen, z. B. durch Tröpfchenabgabe beim Sprechen in Berührung gekommen sind (z. B. Tischplatte, Schreibtischstuhl/Armlehnen, Schrank- und Türgriffe, IT-Geräte wie Maus und Tastatur, Telefonhörer, Lenkräder, Schalthebel sowie häufig genutzte Werkzeuge und Geräte).

Es ist zu prüfen, ob durch organisatorische Maßnahmen die gemeinschaftliche Nutzung von Arbeitsmitteln reduziert werden kann, z. B durch die personenbezogene Nutzung von IT-Eingabegeräten (Maus und Tastatur). Von einer gemeinschaftlichen Nutzung von Headsets, Schreibgeräten, wie Kugelschreiber, Bleistiften u. ä. ist generell abzusehen.

Eine regelmäßige Reinigung der Räume ist sicherzustellen sowie verkürzte Reinigungsintervalle zu prüfen. Ungeachtet der regelmäßigen Reinigung von Oberflächen gilt für die Beschäftigten das regelmäßige Händewaschen (30 sec. mit Seife) und das Vermeiden der Berührungen des eigenen Gesichtes.

Eine vorsorgliche Flächendesinfektion, auch von häufigen verwendeten Kontaktflächen, wird auch in der jetzigen COVID-19-Pandemie nicht als notwendig erachtet. Die angemessene Reinigung stellt das Verfahren der Wahl dar.

SARS-CoV-2-kontaminierte Arbeitsplätze

Nach Benutzung durch einen SARS-CoV-2-positiven Beschäftigten sind deren Arbeitsplätze gesondert zu behandeln.

Generell nimmt die Infektiosität von Coronaviren auf unbelebten, trockenen Oberflächen bei Raumtemperatur bzw. höheren Temperaturen schnell ab. Auf Kupferoberflächen sind Coronaviren nur wenige Stunden, auf Karton nur unwesentlich länger und auf Kunststoff- oder Stahloberflächen wenige Tage infektiös. Bei niedrigen Temperaturen ist von einer längeren Infektiosität des Virus auszugehen.

Nach derzeitigem Kenntnisstand geht keine Infektionsgefährdung von gemeinsam genutzten Akten und Papieren aus, wenn die Kontamination mehr als 24 Stunden zurückliegt.

Da bei einer Kontamination mit SARS-CoV-2 im unmittelbaren Umfeld eines Erkrankten eine Übertragung über Oberflächen als Schmierinfektion bei unzureichender Händehygiene nicht ausgeschlossen werden kann, ist dies bei einer anlassbezogenen Gefährdungsbeurteilung und der Festlegung von Schutzmaßnahmen zu berücksichtigen. Dabei ist auch zu entscheiden, wann eine Desinfektion von Oberflächen sinnvoll ist. Eine fachgerechte Beurteilung und Durchführung der Maßnahmen ist zwischen dem Arbeitgeber und dem beauftragten Fachbetrieb des Gebäudereiniger-Handwerks umzusetzen.

Zu berücksichtigen ist u. a.

  • Wie wahrscheinlich es, dass die Flächen kontaminiert wurden?
  • Wie wurden sie kontaminiert?
  • Wie wahrscheinlich ist eine Übertragung von diesen Flächen?
  • Was sind es für Oberflächen (Material und Beschaffenheit, Büro, Werkstatt, Fahrzeuge)?
  • Ist es möglich den Arbeitsplatz für mehrere Tage nicht zu nutzen?
  • Gibt es andere Maßnahmen, zur Verhinderung der Virusverbreitung (z. B. Händehygiene, Nichtnutzung)?

Nur bei potentieller Kontamination durch einen SARS-CoV-2-positiven Beschäftigten sollte auf der Basis der Gefährdungsbeurteilung entschieden werden, ob Desinfektionsmaßnahmen zu Verhinderung der Verbreitung von SARS-CoV-2 beitragen können. Dies kann ggf. für einen kontaminierten Arbeitsbereich sinnvoll sein. Großflächige Desinfektionen im öffentlichen Bereich sind jedoch nicht notwendig.

Wie wird desinfiziert?
Wenn eine Desinfektion von Flächen als notwendig erachtet wird, sollte diese als Wischdesinfektion durchgeführt werden. Sprühen, d. h. desinfizieren ohne mechanische Einwirkung ist weniger effektiv und aus Arbeitsschutzgründen bedenklich. Das Desinfektionsmittel muss eine Wirksamkeit gegen behüllte Viren - "mindestens begrenzt viruzid1" aufweisen. Die Anwendung von alkoholbasierten Produkten ist aus Brand- und Explosionsschutzgründen auf kleine Flächen beschränkt.

Konkret ist wie folgt vorzugehen:

  • kontaminierten Arbeitsbereich für mindestens 24 Stunden nicht betreten bzw. Arbeitsmittel nicht nutzen,
  • Leerung von Abfallbehältern, dabei direkten Kontakt mit dem Abfall vermeiden,
  • Desinfektion aller Oberflächen des Arbeitsplatzes, die durch Handkontakt oder Sekrete kontaminiert sein können, z. B. Tischplatte, Schreibtischstuhl/Armlehnen, Türgriffe, Maus, Tastatur, Telefonhörer, Lenkräder, Schalthebel, sowie häufig genutzte Werkzeuge und Geräte.

Hinweise für Beschäftigte des Gebäudereiniger-Handwerks im Falle einer SARS-CoV-2 Kontamination von Oberflächen

Räume sollten, wenn möglich, erst mehrere Tage nach letzter Nutzung gereinigt werden, da hierdurch von einer deutlichen Reduktion der infektiösen Viren ausgegangen werden kann. Das Reinigungspersonal ist im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung unter Berücksichtigung der TRBA 400 zu unterweisen., Außerdem ist der sachgerechte Einsatz von Desinfektionsmitteln im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung einzuschließen.

s.a. RKI-Richtlinie 2.1 www.rki.de/DE/Content/Infekt/Krankenhaushygiene/Kommission/Downloads/Flaeche_Rili.pdf?__blob=publicationFile

Eine getrennte Regelung zum Tragen von Arbeits- und persönlicher Schutzausrüstung (PSA) ist ratsam. PSA soll den Träger vor Kontaminationen der Arbeitskleidung, der Haut und der Schleimhäute schützen, wozu grundsätzlich zählen:

  • Schutzhandschuhe,
  • Schutzkittel, auch als Einmaloverall, ggf. mit Schürze zur Verhinderung von Durchfeuchtung,
  • Mund-Nase-Schutz,
  • Kopfbedeckung.

Das Reinigungspersonal ist zum sachgerechten Umgang mit PSA zu unterweisen.

1) www.rki.de/DE/Content/Infekt/Krankenhaushygiene/Desinfektionsmittel/Desinfektionsmittellist/Desinfektionsmittelliste_node.html

Stand: 14.04.2020

Was müssen Bestatter im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 beachten?

Nach bisherigem Kenntnisstand ist von einer Infektiosität Verstorbener auszugehen, die mit SARS-CoV-2 infiziert sind. Auch von der Infektiosität von Körperflüssigkeiten, insbesondere aus den Atemwegen ist auszugehen, und über den Zeitraum weniger Tage auch von Rückständen von Körperflüssigkeiten auf Kleidung, Haut und Umgebung des Verstorbenen.

Schutzmaßnahmen für Bestatter vor Gefährdung durch SARS-CoV-2 entsprechen denen luftübertragbarer Infektionserreger der Risikogruppe 3, zu denen auch die Erreger von Tuberkulose und mehrere Influenzaviren gehören.

Weitere Auskunft zum Umgang mit Verstorbenen und SARS-CoV-2 als Infektionserreger der Risikogruppe 3 geben das RKI und branchenspezifisch die DGUV-Information 214-021 (vormals BGI 5026).

www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Verstorbene.html

https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/116

Stand: 26.03.2020

Spielt im Warenverkehr ein berufsbedingtes Infektionsrisiko mit SARS-CoV-2 eine Rolle?

Eine Infektionsübertragung durch Warenverkehr ist bislang nicht bekannt und bleibt auch bei Berücksichtigung aktueller Daten zur Stabilität von SARS-CoV-2 auf Oberflächen von Gegenständen sehr unwahrscheinlich.

Für die Infektionskette im Warenverkehr müsste

  • eine Kontamination stattgefunden haben,
  • das Virus auf der transportierten Ware noch infektiös sein
  • das Virus in für eine Infektion ausreichender Menge auf Schleimhäute des Beschäftigten übertragen werden.

Derzeit wird die Tröpfcheninfektion, ausgehend von Infizierten als Hauptübertragungsweg von SARS-CoV-2 gesehen. Schmierinfektionen, z. B. durch Berührung virusbeladener Oberflächen und anschließende Übertragung des Virus auf eigene Schleimhäute sind möglich, werden jedoch beim Warenverkehr als sehr unwahrscheinlich eingestuft. Hinweise zu Infektionen durch Kontakt mit Waren gab es bei dem sehr ähnlichen SARS-Coronavirus der SARS-Epidemie 2003 nicht.

Es wird die Einhaltung der Grundhygiene empfohlen, wozu insbesondere regelmäßiges Händewaschen mit Wasser und Seife und die Husten- und Niesetikette gehören.

Im Warenverkehr sind die Schutzmaßnahmen bei Gefährdungen durch Biostoffe, z. B. Ungeziefer oder Schimmelbefall, einzuhalten (s.a. DGUV-Praxishilfe Frachtcontainer). Die im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung allgemein festzulegenden Arbeitsschutzmaßnahmen sollten in der Regel ausreichend sein, um im Warenverkehr Schutz vor einer ohnehin unwahrscheinlichen SARS-CoV-2-Infektion zu bieten.

Das RKI und das BfR geben ebenfalls Auskunft zum Warenverkehr mit Bezug zu SARS-CoV-2:

RKI: Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2

BfR: Atemwegserkrankungen durch neuartiges Coronavirus (2019-nCoV)

Eine Gefährdungsbeurteilung muss im konkreten Fall immer vor Ort durch den Arbeitgeber mit entsprechender Fachexpertise für eine spezielle Tätigkeit erfolgen.

Stand: 19.02.2020

Wie ist mit Abfällen bei Behandlung und Pflege von Patienten mit einer Infektion durch SARS-CoV-2 umzugehen?

Gibt es in abwasser­technischen Anlagen ein erhöhtes berufs­bedingtes Infektions­risiko mit SARS-CoV-2?

Nach derzeitigem Stand des Wissens ist eine Übertragung von SARS-CoV-2 über den Weg des Abwassers sehr unwahrscheinlich. Eine Gefährdung durch SARS-CoV-2 für Beschäftigte an und in abwassertechnischen Anlagen außerhalb medizinischer Bereiche ist nach Stand des Wissens nicht gegeben. Der molekularbiologische Nachweis der Erbsubstanz des Virus im Abwasser ist nicht gleichbedeutend mit seiner Infektiosität.

Die Krankheit wird im direkten Kontakt mit Erkrankten durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen.

Dessen ungeachtet, sind Schutzmaßnahmen, wie in der TRBA 220 "Sicherheit und Gesundheit bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in abwassertechnischen Anlagen" formuliert, zu beachten.

Stand: 09.04.2020

Wo finde ich Informationen zu nicht-konformer oder unsicherer Schutzausrüstung?

Auf dem Markt finden sich aktuell zum Teil falsch deklarierte, irreführend gekennzeichnete, nicht geprüfte oder nicht zertifizierte Produkte, die als Schutzausrüstung verkauft werden und nur über eine verminderte oder keine Schutzleistung verfügen können.

In diesem Zusammenhang weisen wir darauf hin, dass die Europäische Kommission regelmäßig in ihrem Portal SAFETY GATE eine Übersicht von Meldungen im Europäischen Schnellwarnsystem RAPEX über Produkte veröffentlicht, die von Marktüberwachungsbehörden auf dem Europäischen Markt gefunden wurden und von denen ein ernstes Risiko ausgeht. Hierunter kann sich auch Schutzausrüstung befinden.

https://ec.europa.eu/consumers/consumers_safety/safety_products/rapex/alerts

Zu der Filterqualität von Schutzmasken hat die zuständige belgische Behörde aktuell Informationen zu zahlreichen Schutzmasken auf ihrer Internetpräsenz bereitgestellt:
https://economie.fgov.be/sites/default/files/Files/Entreprises/ATP-tested-masks.pdf (PDF, 3 MB)

Nachfolgend finden Sie Informationen über behördliche Meldungen zu Schutzausrüstungen die nicht konform bzw. unsicher sind. Wir haben diese Informationen in unser Produktsicherheitsportal aufgenommen, übersetzt und verlinkt:

Schutzmaske - Adiutor, KYJKKJ FFP2 Mask, KY2020 Manufacture date: March 2020
Schutzmaske - KN 95
Schutzmaske - X.Y.T XiangYanTang KN 95 particulate respirator
Schutzmaske - MOCUE Schutzmaske MC 950V
Schutzmaske - HUABIWEI Protective face mask HBV202002005, KN 95
Schutzanzug - BEAST Hooded Jumpsuit Protective Clothing
Schutzmaske - MASK Disposable Protective
Yubei Protective mask
Schutzmaske - SAFE KN95 MASK
Schutzmaske - E GOOD KN95
Schutzmaske - AMO KN95
Schutzmaske - HUABIWEI KN95
Schutzmaske - Teyouda KN95 Protective mask Losnummer/EAN-Code: 6 970730 050030, 6 970730 050306
Schutzmaske - Protekcia Cubrebocas BVT Registry number: 1673C2017 SSA , CVE: CUP01
Schutzmaske - Yicheng Yi Liao KN95 Mask, Filter efficiency ? 99.9%
Schutzmaske - unbekannt KN95
Schutzanzug - BF Cosmetics Chemdefend size: XL
Schutzmaske - KN95 Filtering Respirator KN95, ref. PON002
Schutzmaske - Schutzmaske FFP2 Multilayer Protective Structure
Schutzmaske - Foshan KN95 Protective Mask
Protective Mask - Schutzmaske KN95
Protective Mask - JY.M9 Einwegschutzmaske FFP2, KN95
Gesichtsschutzmaske - FFP2, KN 95 - Losnummer 200428
Schutzmaske - MARS - Mars-B- 2001, N95 N95 Mask
Protective Mask - Schutzmaske - YK01 FFP2
Protective Mask - Dromex - Category: FFP2, Model number: 2020 - EAN 2 200262 078580
Protective Mask - Schutzmaske
Protective Mask - Jtrip Fashion Children's Mask, FZ/73049-2014, EAN 6970739105670
Protective Mask - Schutzmaske
Protective Mask - Garry Galaxy N95 201201, Date: 20200324
Protective Mask - Sinpul KN95
Protective Mask - Schutzmaske KN95
Protective Mask - Schutzmaske 3M (Fälschung) 9501V
Protective Mask - Schutzmaske KN90
KN95 respirator mask Schutzmaske
Protective Mask - Respiratory Protection Schutzmaske
Three Dimensional Protective Respirator (disposable respirator) Schutzmaske
Protective Mask - Earloop Face Mask Schutzmaske
Self Suction Filter Type Anti Particle Respirator Schutzmaske

Es handelt sich bei den hier gelisteten Schutzmasken keinesfalls um alle auf dem Markt angebotenen Schutzmasken, sondern lediglich um bisher auffällig gewordene.

Weitere aktuelle Produktrückrufe, Produktwarnungen und Produktinformationen finden Sie im Produktsicherheitsportal der BAuA.

www.rueckrufe.de

Stand: 02.06.2020

Hat die BAuA Informationen über Bestell­möglichkeiten von Schutz­ausrüstung oder die öffent­liche Förderung von Produktions­kapazitäten und Produktions­prozessen?

Bitte haben Sie Verständnis, dass die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hier nicht unterstützen kann. Die BAuA führt als obere Bundesbehörde u.a. anwendungsbezogene Forschung durch, nimmt gesetzliche und hoheitliche Aufgaben in speziellen Bereichen wahr und unterstützt bei fachlichen Fragen die Politik, z. B. das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Die BAuA ist, außer für eigene Beschaffungen, nicht in den allgemeinen Beschaffungsvorgang eingebunden und hat hierzu keine detaillierten Informationen. Deshalb können wir leider keine Auskunft erteilen.

Für die öffentliche Förderung von Produktionskapazitäten und Produktionsprozessen wenden Sie sich bitte an das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), das die Einrichtung eines Arbeitsstabes "Produktionskapazitäten und Produktionsprozesse" (Arbeitsstab Produktion) plant.
www.bmwi.de/Redaktion/DE/Coronavirus/hotlines-und-informationsangebote.html

Die Bundesregierung hat bereits am 30. März 2020 einen Beschaffungsstab beim Bundesministerium für Gesundheit (BMG) eingerichtet, dessen Aufgabe darin besteht, kritische medizinische Produktgruppen, wie zum Beispiel persönliche Schutzausrüstung, Desinfektionsmittel, Beatmungsgeräte, Medikamente oder diagnostische Tests zu beschaffen und die Qualitätskontrolle und Verteilungslogistik sicherzustellen.
www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/meldungen/2020/herstellung-schutzausruestung.html

Stand: 15.04.2020

Was ist beim Import von Schutzausrüstung zu beachten?

Bitte beachten Sie, dass die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) keine Zulassungen von Schutzausrüstungen erteilt und auch nicht den Import von Schutzausrüstung genehmigt!

Alle Entscheidungen im Zusammenhang mit dem Import von Schutzausrüstungen oder Medizinprodukten und der Prüfung von entsprechenden Zertifikaten sowie Prüfberichten sind den fachlich und örtlich zuständigen Behörden vorbehalten. Es handelt sich immer um Einzelfallprüfungen und -entscheidungen der für Sie zuständigen Behörden.

Liste der Marktüberwachungsbehörden:
https://ec.europa.eu/docsroom/documents/40022/attachments/1/translations/en/renditions/native

Behördensuche:
https://webgate.ec.europa.eu/icsms/public/authoritySearch.jsp?locale=de

Weitere Hinweise zu vereinfachten Prüfmöglichkeiten für Corona SARS-Cov-2 Pandemie Atemschutzmasken bietet die Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik:
www.zls-muenchen.de/aktuell/index.htm

Stand: 25.03.2020

Wo finde ich kostenlos Normen für Schutzausrüstung?

Die europäischen Normungsorganisationen CEN und CENELEC haben mit dem Einverständnis all ihrer Mitglieder und auf Bitte der Europäischen Kommission entschieden, eine Reihe von europäischen Normen für Medizinprodukte und persönliche Schutzausrüstung kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Eine Übersicht der entsprechenden Europäischen Normen findet sich hier:
www.din.de/de/service-fuer-anwender/unterstuetzung-in-der-corona-krise

Der Beuth Verlag stellt interessierten Unternehmen und Organisationen die entsprechenden Europäischen Normen im Webshop zur Verfügung:
www.beuth.de/go/kostenlose-normen

Der amerikanische Regelsetzer AAMI hat den Standard AAMI PB 70:2012 (Leistung der Flüssigkeitsbarriere und Klassifizierung von Schutzkleidung und Abdecktüchern zur Verwendung in Gesundheitseinrichtungen) und zwei weitere Standards ebenfalls kostenfrei zugänglich gemacht:
www.aami.org/detail-pages/press-release/aami-offers-free-standards-and-resources-to-help-fight-coronavirus

Stand: 14.04.2020

Welche Schutz­brillen sollten im Zusammen­hang mit SARS-CoV-2 im Gesundheit­swesen verwendet werden?

Folgender Beitrag wurde vom ad hoc Arbeitskreis "COVID-19" des ABAS erarbeitet und erscheint in Kürze in der "Empfehlung organisatorischer Maßnahmen zum Arbeitsschutz im Zusammenhang mit dem Auftreten von SARS-CoV-2, sowie zum ressourcenschonenden Einsatz von Schutzausrüstung".

Da SARS-CoV-2 direkt über die Bindehaut bzw. indirekt über den Tränenkanal in die Atemwege übertragen werden kann, muss insbesondere bei stark Aerosol-trächtigen bzw. Spritz-intensiven Tätigkeiten (z. B. Intubieren, Extubieren, Tracheotomieren bei Intensivpatienten; Bronchos- bzw. Gastroskopieren bei jeglichen Patienten) eine der Gesichtshaut rundum enganliegende Vollsicht-Schutzbrille getragen werden. Das Tragen der Vollsichtschutzbrille ist zudem bei engem Kontakt zu Patienten mit einer ätiologisch ungeklärten Atemwegsinfektions­symptomatik (z. B. entsprechende Arztpraxen, Ambulanzen oder Notaufnahmestationen) ratsam.

Für jegliche anderen Kontakte mit COVID-19 infizierten, Virus-ausscheidenden Patienten ist zusätzlich zur FFP-Maske eine Schutzbrille zu tragen.

Die der Gesichtshaut enganliegende Schutzbrille ist die einzige Schutzbrille, die sich auch über einer Sehschwäche-korrigierenden Brille tragen lässt. Sofern also keine persönliche Schutzbrille mit Sehschwäche-korrigierenden Gläsern zur Verfügung steht, muss die o.g. Brillen-Kombination bzw. eine Kombination aus Sehschwäche-korrigierender Brille und Gesichtsvisier ("shield") getragen werden.

Sofern die der Gesichtshaut enganliegende Vollsichtschutzbrille und eine FFP-Maske getragen wird, kann auch bei Spritz-intensiven Tätigkeiten wegen der weitgehenden Bedeckung der gesamten Gesichtshaut auf das Tragen eines Visiers verzichtet werden. Bei Kontaminationen durch Spritzer im Gesicht/auf die Haut, kann ein mit Hautdesinfektionsmittel entsprechendes Tuch zur Wischdesinfektion verwendet werden.

Visiere, die über das Kinn hinausgehen und Laborbrillen (beide nach DIN EN 166) sind bezüglich des Spritzschutzes für die Augen als gleichwertig anzusehen.

Nach dem Einsatz zu beachten:

  • Bei Augenschutz ist auf die Kennzeichnung DIN EN 166 und die Rahmenkennzeichnung 5 zu achten.
  • Desinfektion entsprechend den Herstellerangaben (diese sind zu erfragen und entsprechende Handlungsanweisungen zu erstellen)
  • Lagerung entsprechend der Herstellerangaben

Stand: 07.05.2020

Welche Atemschutz­masken schützen vor SARS-CoV-2?

Die EN 149 Atemschutzgeräte - Filtrierende Halbmasken zum Schutz gegen Partikeln - Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung; Deutsche Fassung EN 149:2001+A1:2009 unterteilt die partikelfiltrierenden Halbmasken in die drei Geräteklassen FFP1, FFP2 und FFP3. Masken ab der Klasse FFP2 schützen vor CMR-Stoffen (Stoffe, die carzinogen, mutagen, reproduktionstoxisch sind) und radioaktiven Stoffe sowie luftgetragenen biologischen Arbeitsstoffen mit der Einstufung in Risikogruppe III. Das Robert Koch-Institut und der Arbeitsausschuss für biologische Arbeitsstoffe empfehlen bei Tätigkeiten mit SARS-CoV-2 bevorzugt FFP2-Masken oder darüber hinausgehenden Atemschutz zu tragen.

Eine Übersicht über die verschiedenen Arten von Masken und Atemschutz, deren Schutzniveau und Einsatzbereiche finden Sie hier:
Empfehlungen der BAuA zum Einsatz von Schutzmasken im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 (PDF, 220 KB)

Weiterführende Informationen zu Atemschutz fasst die DGUV Regel 112-190 "Benutzung von Atemschutzgeräten" zusammen:
https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/1011

Das National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH, USA) hat vergleichbare Standards zu Halbmasken herausgegeben. Sie unterscheiden die Geräteklassen N, R und P mit entsprechendem Rückhaltevermögen. Hinsichtlich der Fragestellung der Äquivalenz des Filterrückhaltevermögens von FFP2 und N95-Masken kann davon ausgegangen werden, dass diese fast identische Leistung zeigen. Informationen zur NIOSH Spezifikation finden sich unter:
www.cdc.gov/niosh/npptl/topics/respirators/disp_part/default.html

Sofern keine CE gekennzeichneten Masken zur Verfügung stehen, empfiehlt die BAuA für Beschäftigte im medizinischen und pflegerischen Bereich bis auf Weiteres den Einsatz von Masken die mindestens dem NIOSH-Standard N95 entsprechen.
www.cdc.gov/niosh/npptl/topics/respirators/disp_part/respsource1quest2.html

Stand: 16.04.2020

Gibt es eine Übersicht zum Einsatz von Mund-Nasen-Schutz und Atemschutz­masken?

Hierzu hat die BAuA folgende Übersicht zusammengestellt:
Empfehlungen der BAuA zum Einsatz von Schutzmasken im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 (PDF, 220 KB)

Stand: 03.04.2020

Wie unterscheiden sich Mund-Nasen-Schutz und partikelfiltrierende Halbmasken?

Mund-Nasen-Schutz (MNS) oder auch Operationsmasken/OP-Masken, chirurgische Masken sind dünne Masken, die aus einer zwischen zwei Stoffschichten eingebetteten Filterschicht bestehen. Der MNS verringert in erster Linie, dass (potentiell infektiöse) Speichel-/Schleimtröpfchen des Trägers in die Umgebung gelangen. Da der MNS nicht dicht anliegt, schützt er nicht ausreichend vor einer luftgetragenen Infektion. Mund und Nase des Trägers können allerdings durch die Maske vor Berührungen durch kontaminierte Hände geschützt werden. MNS müssen die EN 14683 "Medizinische Gesichtsmasken - Anforderungen und Prüfverfahren" Deutsche Fassung EN 14683:2019+AC:2019 erfüllen. MNS ist kein Atemschutz!

Mund-Nasen-Schutz Mund-Nasen-Schutz (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Mund-Nasen-Schutz, © BAuA

Partikelfiltrierende Halbmasken (filtering face piece, FFP) hingegen schützen vor festen oder flüssigen Aerosole. Sie unterliegen als klassische persönliche Schutzausrüstung der Verordnung (EU) 2016/425 vom 9. März 2016 über persönliche Schutzausrüstungen. Partikelfiltrierende Halbmasken müssen die Anforderungen der EN 149 "Atemschutzgeräte - Filtrierende Halbmasken zum Schutz gegen Partikeln - Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung" Deutsche Fassung EN 149:2001+A1:2009 erfüllen. Die Norm unterscheidet je nach Rückhaltevermögen des Partikelfilters die Geräteklassen FFP1, FFP2 und FFP3. Eine dicht sitzende FFP2-Maske stellt einen geeigneten Schutz vor infektiösen Aerosolen, einschließlich Viren dar.

partikelfiltrierende Halbmaske partikelfiltrierende Halbmaske (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) partikelfiltrierende Halbmaske, © BAuA

Übersichtliche Infografik zu den Unterschieden von Mund-Nasen-Schutz und partikelfiltrierenden Halbmasken der NIOSH:
www.cdc.gov/niosh/npptl/pdfs/UnderstandDifferenceInfographic-508.pdf (PDF, 227 KB)

Weiterführende Informationen zu Unterschieden zwischen Mund-Nasen-Schutz und partikelfiltrierenden Halbmasken - Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit:
www.lgl.bayern.de/downloads/arbeitsschutz/arbeitsmedizin/doc/merkblatt_mns_atemschutz.pdf (PDF, 175 KB)

Stand: 18.03.2020

Was ist beim Umgang mit Mund-Nase-Bedeckungen und selbst­hergestellten Gesichts- und Behelfs­masken zu beachten?

Wirkung

Mund-Nase-Bedeckungen, Community Masken, Volksmasken, Behelfsmasken etc. können vor allem zur Minderung der Tröpfchen-Freisetzung beitragen, indem sie als Spuckschutz wirken. Durch die erzielte geringere Virenkonzentration in der Umgebungsluft eines Ausscheiders kommt es zur Unterbrechung der Infektionswege. Darüber hinaus schützen sie durch Minderung der Kontaktberührung mit Mund und Nase (Schleimhäute) vor Schmierinfektionen.

Mund-Nase-Bedeckungen wirken daher überwiegend als Fremdschutz und nur dann wenn, sie kein Ausatemventil besitzen. Deshalb könnte das Tragen von Gesichtsschutz durch Personen, die öffentliche Räume betreten, in denen der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann und keine anderen Maßnahmen möglich sind, z. B. ÖPNV, Lebensmittelgeschäften oder auch ggf. am Arbeitsplatz, dazu beitragen, die Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen.

Die verwendeten Materialien erfüllen nicht die Anforderungen von persönlicher Schutzausrüstung. Die Mund-Nase-Bedeckungen schützen daher nicht wie partikelfiltrierende Schutzmasken gemäß DIN EN 149 und sind keine persönliche Schutzausrüstung, kein Atemschutz und kein Medizinprodukt. Bislang sollten diese Masken nur für den privaten Gebrauch genutzt werden.

www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2020/19/Art_01.html?nn=13490888

Handhabung und Reinigung

Das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen darf zu keinem Zeitpunkt ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen. Auf keinen Fall dürfen Abstandsregeln vernachlässigt oder die Händehygiene nicht mehr umgesetzt werden.

  1. Vor dem Aufsetzten der Mund-Nase-Bedeckung die Hände gründlich mit Seife (20-30 Sekunden) reinigen.
  2. Vor dem Absetzen der Mund-Nase-Bedeckung die Hände gründlich mit Seife (20-30 Sekunden) reinigen.
  3. Nach dem Absetzen, keine Oberflächen mit den Händen berühren, Hände gründlich mit Seife (20-30 Sekunden) reinigen.

Des Weiteren gelten folgende Regeln:

  • Die Maske möglichst schon vor dem Verlassen der Wohnung aufzusetzen und diese möglichst erst wieder beim Eintreffen in der eigenen Wohnung abzunehmen.
  • Auch Mund-Nase-Bedeckungen müssen korrekt sitzen und an den Rändern enganliegend getragen werden, um das Eindringen von Luft an den Seiten zu minimieren.
  • Bei Durchfeuchtung muss die Maske gewechselt werden.
  • Die Maske zu keinem Zeitpunkt um den Hals tragen.
  • Die Maske möglichst nicht mit den Händen berühren.
  • Nach Absetzen der Maske sollten die Hände unter Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln gründlich 20 bis 30 Sekunden gewaschen werden.
  • Für den Fall, dass die Maske zwischenzeitlich abgesetzt werden muss, sollte eine verpackte Ersatzmaske mitgeführt werden.
  • Nach dem Abnehmen waschbare Mund-Nase-Bedeckungen so aufbewahren, dass sie schnell trocknen, dabei unnötige Berührung zu anderen Oberflächen vermeiden und unzugänglich für Dritte aufbewahren. Sinnvoll ist es, die Masken in einem waschbaren (gleiche Waschbedingung wie für Maske) Stoffbeutel zu geben, ohne dessen Außenseite mit der Maske zu berühren.
  • Die Maske sollte nach dem abschließenden Gebrauch in einem Beutel verschlossen aufbewahrt oder sofort mindestens jedoch am gleichen Tag gewaschen werden, um vor allem Schimmelbildung zu vermeiden.

Eine Reinigung ist nach einmaligem Tragen vorzusehen. Die Wäsche sollte mindestens bei 60 Grad oder 75 Grad, besser jedoch bei 95 Grad (ggf. unter Verwendung von geeigneten Desinfektionsmitteln) erfolgen. Alternativ ist es möglich, die Masken für 10 Minuten im Kochtopf auszukochen. Anschließend müssen die Masken vollständig getrocknet werden.

www.bfarm.de/schutzmasken.html
www.who.int/emergencies/diseases/novel-coronavirus-2019/advice-for-public/when-and-how-to-use-masks

Stand: 21.04.2020

Kann ich Schutzmasken auch nach dem angegebenen Ablaufdatum nutzen?

Die EN 149 Atemschutzgeräte - Filtrierende Halbmasken zum Schutz gegen Partikeln - Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung; Deutsche Fassung EN 149:2001+A1:2009 sieht die Angabe eines Herstelldatums vor.

Das vom Hersteller angegebene Ablaufdatum einer Schutzmaske ist in der Regel nicht als Mindesthaltbarkeitsdatum zu verstehen. Gleichwohl kann davon ausgegangen werden, dass gute Gründe für eine zeitliche Beschränkung der vollen Funktion vorliegen.

Die Haltbarkeit von PSA kann von unterschiedlichen Faktoren abhängen, bspw. Lagerungszustand, verwendete Materialien, Einwirkung von UV-Licht, Zustand der Verpackung. Offensichtliche Merkmale, dass die Schutzmaske nicht mehr ihre volle Schutzfunktion erfüllt, sind Anzeichen von Alterserscheinung und Materialermüdung (z. B. Sprödigkeit, Verfärbungen) von Kopfbebänderung und - falls vorhanden - Ventilen. Anhand einer geeigneten Stichprobe des Bestandes könnte die Schutzleistung erneut überprüft werden. Ein Rückschluss auf die Schutzleistung des gesamten Bestandes ist jedoch auch dann nicht zwangsläufig möglich.

Es empfiehlt sich daher, sich bzgl. des Einsatzes von PSA nach dem vom Hersteller angegebenen Ablaufdatum mit diesem in Verbindung zu setzen. Dieser sollte speziell zu seinem Produkt verlässlichere Aussagen treffen können.

Grundsätzlich handelt es sich nach Ablauf des Datums nicht mehr um ordnungsgemäße PSA und die Bereitstellung für die Mitarbeitenden ist daher aus arbeitsschutzrechtlicher Sicht zu hinterfragen und ggfs. neu zu beurteilen.

Sollte die PSA dennoch zum Einsatz kommen, sollten der Zustand der PSA und auch der zeitliche Umfang des überschrittenen Ablaufdatums berücksichtigt werden. Für die Beurteilung sollten der Betriebsarzt und die Fachkraft für Arbeitssicherheit hinzugezogen werden.

Stand: 20.03.2020

Dürfen Einwegmasken aufbereitet oder dekontaminiert werden?

In DIN EN 149 werden wiederverwendbare partikelfiltrierende Halbmasken, die für mehr als eine Schicht gebraucht werden können, beschrieben. Diese werden mit einem "R" gekennzeichnet. Hinweise zu Tragedauer, Reinigungs- und Desinfektionszyklen für diese Masken sind der Informationsbroschüre bzw. der Gebrauchsanleitung des Herstellers zu entnehmen. Masken, deren Gebrauch auf eine Schicht beschränkt ist, werden hingegen mit "NR" gekennzeichnet.

Die Wiederverwendung von Einweg-FFP-Masken bzw. von Mund-Nasen-Schutz (MNS) nach DIN EN 14683 ist grundsätzlich nicht vorgesehen, kann aber bei akutem Mangel angezeigt sein und erfordert immer eine sorgfältige und sichere Handhabung. Bei Nichteinhaltung steigt das Infektionsrisiko für Beschäftigte. Bitte beachten Sie hierzu unbedingt die Maßnahmen zum ressourcenschonenden Einsatz von MNS und FFP-Masken, die der Ad-hoc Arbeitskreis "COVID-19" des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) aufgrund ihrer hohen Bedeutung veröffentlicht hat.
Empfehlung organisatorischer Maßnahmen zum Arbeitsschutz im Zusammenhang mit dem Auftreten von SARS-CoV-2, sowie zum ressourcenschonenden Einsatz von Schutzausrüstung (PDF, 240 KB)

www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Ressourcen_schonen_Masken.pdf

Beachten Sie, dass eine Dekontamination von nicht wiederverwendbaren Masken dem bestimmungsgemäßen Gebrauch widersprechen kann. Der Hersteller informiert in seinen Produktinformationen über diesen bestimmungsgemäßen Gebrauch. Entsprechende Hinweise zur sicheren Reinigung bzw. Dekontamination von Einwegmasken liegen in der Regel nicht vor. Wir empfehlen deshalb, dass Sie sich bzgl. einer möglichen Dekontamination von Einwegmasken unbedingt immer mit dem Hersteller Ihres individuellen Maskentyps abstimmen. Berücksichtigen Sie ebenfalls die Informationen der Hersteller derjenigen Geräte, die Sie im Zusammenhang mit der Dekontamination verwenden.

Weitere Informationen zur Dekontamination von Atemschutzmasken gibt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM):
www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Medizinprodukte/DE/Dekontamination_von_Atemschutzmasken.html

Die hygienische Händedesinfektion beim An- und Ablegen der Masken ist immer einzuhalten.

Stand: 30.04.2020

Dürfen auch FFP-Masken ohne CE-Kennzeichnung verwendet und in Verkehr gebracht werden?

Die Verordnung (EU) 2016/425 vom 9. März 2016 über persönliche Schutzausrüstungen regelt Gesundheitsschutz- und Sicherheitsanforderungen an persönliche Schutzausrüstungen (PSA) in der Europäischen Union. Hersteller verpflichten sich vor dem Inverkehrbringen von PSA auf den europäischen Markt in einer EU-Konformitätserklärung, dass sie die in der Richtlinie enthaltenen grundlegenden Sicherheitsanforderungen eingehalten haben. Erst dann dürfen und müssen sie die CE-Kennzeichnung gut sichtbar, leserlich und dauerhaft auf der PSA anbringen.

Sofern keine CE gekennzeichneten Masken zur Verfügung stehen, empfiehlt die BAuA für Beschäftigte im medizinischen und pflegerischen Bereich bis auf Weiteres den Einsatz von Masken die mindestens dem NIOSH-Standard N95 entsprechen.
https://www.cdc.gov/niosh/npptl/topics/respirators/disp_part/respsource1quest2.html

Masken, die in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Australien oder Japan verkehrsfähig wären können derzeit auch in Deutschland als verkehrsfähig angesehen werden, auch wenn diese keine CE-Kennzeichnung tragen, ihnen kein Konformitätsnachweis oder eine deutsche Betriebsanleitung beiliegt, wenn sichergestellt werden kann, dass diese Produkte nur von medizinischen und pflegerischen Fachkräften für die Dauer der derzeitigen Gesundheitsbedrohung durch die Corona-Pandemie verwendet werden. Sollte die Verkehrsfähigkeit für eine der vorgenannten Staaten nicht vorliegen, muss im Einzelfall, z. B. durch eine notifizierte Stelle überprüft werden, ob die Masken den EU-Schutzstandards entsprechen.

Bitte beachten Sie, dass zunehmend Plagiate bzw. gefälschte Schutzmasken mit verminderter Qualität in Verkehr gebracht werden!

Kennzeichnung von Masken aus USA, Kanada, Australien/Neuseeland, Japan, China und Korea (PDF, 444 KB)

Die Europäische Kommission hat in ihrer Empfehlung (EU) 2020/403 vom 13. März 2020 die Verfahren zur Konformitätsbewertung von persönlicher Schutzausrüstung dargestellt. Darüber hinaus beschreibt sie die Aufgaben der Marktüberwachungsbehörden. Insbesondere weist sie auf die Rollen der notifizierten Stellen hin. Diese bewerten, ob Produkte, die nach anderen technischen Lösungen hergestellt wurden, ebenfalls die geltenden grundlegenden Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen erfüllen. Hierzu zählen auch technische Lösungen, die in den Empfehlungen der WHO über die angemessene Auswahl von PSA enthalten sind.
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32020H0403&from=DE

Stand: 20.05.2020

Wie gestaltet sich die vereinfachte Prüfmöglichkeit für Corona SARS-Cov-2 Pandemie Atemschutzmasken?

Mit der Empfehlung (EU) 2020/403 vom 13. März 2020 über Konformitätsbewertungs- und Marktüberwachungsverfahren im Kontext der COVID-19-Bedrohung hat die Europäische Kommission den zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten unter anderem die Möglichkeit eröffnet auch Atemschutzmasken ohne CE-Kennzeichnung organisiert zu kaufen und die Bereitstellung von Atemschutzmasken auf dem Unionsmarkt für einen begrenzten Zeitraum zu genehmigen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Atemschutzmasken ein angemessenes Gesundheits- und Sicherheitsniveau gewährleisten.

Weitere Informationen zu den hierfür erarbeiteten vereinfachten Prüfmöglichkeiten, zu Prüfstellen und zu den Prüfgrundsätzen finden Sie auf den Internetseiten der Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik (ZLS):
www.zls-muenchen.de/aktuell/index.htm#2019

Stand: 20.03.2020

Wie ist im Zusammenhang mit COVID-19 mit weiteren Produkten (Schutzbrillen, Vollgesichtsmasken, FFP2, FFP3, OP-Masken und Schutzkittel) ohne CE/NE-Kennzeichnung umzugehen?

Zur Bewältigung der aktuellen Krisenlage und mit Blick auf begrenzte Produktionsmengen der im Folgenden gelisteten Güter im Inland ist es dringend geboten, diese am Herstellungs-/Bereitstellungsort zu kaufen und nach Deutschland einzuführen, auch wenn sie z. B. keine CE/NE-Kennzeichnung tragen.

Vor diesem Hintergrund empfehlen das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) Schutzgüter und -ausrüstungen, soweit diese in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Australien und Japan verkehrsfähig wären, auch in Deutschland als verkehrsfähig anzusehen, auch wenn diese keine CE/NE-Kennzeichnung tragen, ihnen kein Konformitätsnachweis in Form einer Konformitätserklärung oder eine deutsche Betriebsanleitung beiliegt.

Sollte die Verkehrsfähigkeit für eine der vorgenannten Staaten nicht vorliegen, muss im Einzelfall durch geeignete Stellen, wie z. B. die notifizierten Stellen nach Verordnung (EU) 2016/425 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. März 2016 über persönliche Schutzausrüstungen und zur Aufhebung der Richtlinie 89/686/EWG des Rates oder das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), überprüft werden, ob die Güter den EU-Schutzstandards entsprechen.

Übersicht für die Beurteilung der Verkehrsfähigkeit von Schutzgütern und -ausrüstungen (PDF, 115 KB)

In den krankheitsspezifischen Datenblättern (DCP) der WHO, finden Sie Produkte für die unterstützende Behandlung von Erkrankten und die Sicherheit der Beschäftigen im Gesundheitswesen im Rahmen des Fallmanagements. Die Produkte sind mit technischen Spezifikationen aufgeführt, die von den technischen Experten der WHO in Absprache mit weiteren Experten festgelegt wurden.
Produktinformationen finden sich ab Seite 4:
www.who.int/emergencies/what-we-do/prevention-readiness/disease-commodity-packages/dcp-ncov.pdf?ua=1 (PDF, 415)

Stand: 25.03.2020

Was ist bei Schutz­kleidung gegen SARS-CoV-2 zu beachten?

Schutzkleidung kommt insbesondere in Arztpraxen, Laboratorien, Krankenhäusern und bei Krankentransporten zum Einsatz. Dient die Schutzkleidung dem Schutz der Beschäftigten vor Kontamination, so gilt sie als persönliche Schutzausrüstung (PSA) im Sinne der Verordnung (EU) 2016/425. Dazu zählt auch Schutzkleidung für Laborpersonal gegen flüssige Chemikalien und Infektionserreger (nach DIN EN 14126)

Andere Produkte wie Operationskleidung, Material für die Intensivpflege und anderes medizinisches Material gelten als Medizinprodukte.
https://ec.europa.eu/docsroom/documents/40521

Nach dem Beschluss 609 des ABAS für den Fall einer Pandemie soll Schutzkleidung im medizinischen Bereich verhindern, dass die Kleidung (auch Berufs- oder Arbeitskleidung) der Beschäftigten mit Mikroorganismen kontaminiert wird und durch Verschleppen unkontrollierbare Gefahren entstehen. Geeignet ist ein langärmeliger Kittel mit Rückenschluss, der

  • desinfizierbar und reinigbar ist,
  • in seinen Brenneigenschaften so bemessen ist, dass ein Weiterbrennen verhindert wird und
  • elektrostatisch ableitfähig ist.

Beschluss 609 Arbeitsschutz beim Auftreten einer nicht ausreichend impfpräventablen humanen Influenza

Das Robert Koch-Institut empfiehlt als Basishygiene um die Weiterverbreitung von Krankheitserregern zu verhindern das Tragen von Schutzkitteln, Einmalhandschuhen, Mund-Nasen-Schutz und ggf. Augenschutz im klinischen Bereich. Bei Behandlung von Intensivpatienten müssen zusätzlich Atemschutz und Schutzbrille getragen werden.

www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Hygiene.html
www.rki.de/DE/Content/Infekt/Krankenhaushygiene/Kommission/Downloads/Infektionspraev_Pflege_Diagnostik_Therapie.pdf?__blob=publicationFile

Nach dem Beschluss 1/2020 des ABAS sind die Arbeiten mit SARS-CoV-2 der Schutzstufe 2 zugeordnet. Es wird bisher davon ausgegangen, dass für die meisten Arbeiten Labor- und Einmalkittel oder medizinische Berufs- und Arbeitskleidung ausreichend sind. Für Laborkittel wird keine Prüfung nach Norm gefordert.

Einige Arten von Kitteln (wenn in nicht sterilem Zustand geliefert) sind Medizinprodukte der Klasse I. Als solche können sie in Verkehr gebracht werden, ohne dass zuvor eine notifizierte Stelle eingeschaltet werden muss. Der Hersteller bescheinigt selbst, dass das Produkt die geltenden Anforderungen erfüllt. Werden solche Produkte jedoch in sterilem Zustand (z. B. Operationskleidung nach DIN EN 13795-2) geliefert, fallen sie in eine höhere Risikoklasse und eine Konformitätsbewertung durch eine notifizierte Stelle ist erforderlich.

https://ec.europa.eu/docsroom/documents/40521

Für den Einsatz im medizinischen Bereich empfehlen die WHO bzw. NIOSH Schutzkleidung nach folgenden Standards:

  • EU PPE Regulation 2016/425 und EU MDD Directive 93/42/EEC
  • FDA Class I or II medical device oder Vergleichbares
  • EN 13795 mit angemessener Leistungsstufe
  • ANSI/AAMI PB70 Stufe je nach Einsatzbereich oder Vergleichbares (Empfehlung NIOSH)

www.who.int/emergencies/what-we-do/prevention-readiness/disease-commodity-packages/dcp-ncov.pdf
www.cdc.gov/coronavirus/2019-ncov/hcp/respirator-use-faq.html

Wichtige Hinweise zum ressourcenschonenden Einsatz

Bei einer zu erwartenden Kontamination werden zwar nach TRBA 250 und DGUV-I 213-086 Einmalkittel und Einmalschürzen empfohlen, aber zur Schonung der Ressourcen können Kittel und Schürzen mehrfach verwendet werden. Diese sind grundsätzlich nach einer Kontamination zu wechseln, ansonsten mindestens 1 x täglich, ggf. mehrfach, d. h. zu jeder Schicht (Intensivstationen).

Empfehlung organisatorischer Maßnahmen zum Arbeitsschutz im Zusammenhang mit dem Auftreten von SARS-CoV-2, sowie zum ressourcenschonenden Einsatz von Schutzausrüstung (PDF, 240 KB)

www.rki.de/DE/Content/Infekt/Krankenhaushygiene/Erreger_ausgewaehlt/VRE/VRE_Lit_pdf3.pdf

Zur Bewältigung der aktuellen Krisenlage und mit Blick auf begrenzte Produktionsmengen der im Folgenden gelisteten Güter im Inland ist es dringend geboten, diese am Herstellungs-/Bereitstellungsort zu kaufen und nach Deutschland einzuführen, auch wenn sie z. B. keine CE/NE-Kennzeichnung tragen. Vor diesem Hintergrund empfehlen das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), die im folgenden genannten Schutzgüter und -ausrüstungen, soweit diese in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Australien und Japan verkehrsfähig wären, auch in Deutschland als verkehrsfähig anzusehen, auch wenn diese keine CE/NE-Kennzeichnung tragen, ihnen kein Konformitätsnachweis in Form einer Konformitätserklärung oder eine deutsche Betriebsanleitung beiliegt.

Übersicht für die Beurteilung der Verkehrsfähigkeit von Schutzgütern und -ausrüstungen (PDF, 115 KB)

Sollte die Verkehrsfähigkeit für eine der vorgenannten Staaten nicht vorliegen, muss im Einzelfall durch geeignete Stellen, wie z. B. die notifizierten Stellen nach Verordnung (EU) 2016/425 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. März 2016 über persönliche Schutzausrüstungen und zur Aufhebung der Richtlinie 89/686/EWG des Rates oder das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), überprüft werden, ob die Güter den EU-Schutzstandards entsprechen.

Allgemeine Informationen und Kennzeichnung von Schutzkleidung aus Europa, USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Japan und China (PDF, 246 KB)

Stand: 16.04.2020

Was ist bei Schutz­hand­schuhen gegen SARS-CoV-2 zu beachten?

Schutzhandschuhe sind Handschuhe, die die Hände vor Schädigungen durch äußere Einwirkungen mechanischer, thermischer und chemischer Art sowie vor Mikroorganismen und ionisierender Strahlung schützen. Neben der hygienischen Händedesinfektion gehören Schutzhandschuhe zu den wichtigsten infektionsprophylaktischen Maßnahmen in Krankenhäusern und Arztpraxen. Für die Allgemeinbevölkerung werden sie im normalen Alltag nicht empfohlen.

Bei direktem Patientenkontakt, Kontakt mit erregerhaltigem Material oder kontaminierten Objekten insbesondere in Arztpraxen, Laboratorien, Krankenhäusern und bei Krankentransporten sind allergenarme medizinische Einmalhandschuhe zu tragen (nach DIN EN 455 "Medizinische Handschuhe zum einmaligen Gebrauch", Teile 1 bis 3). Je nach Anwendungsbereich erfüllen Schutzhandschuhe unterschiedliche Anforderungen und sind entweder ein Medizinprodukt oder Persönliche Schutzausrüstung. "Medizinischen Handschuhe", die dem Schutz des Patienten dienen, werden daher als Medizinprodukt eingestuft (Medizinprodukterichtlinie MDD (93/42/EWG)). Schutzhandschuhe, die sowohl Personal als auch Patienten vor Erregern schützen, sind sowohl Medizinprodukte als auch Teil der persönlichen Schutzausrüstung im Sinne der Verordnung (EU) 2016/425.

www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/029-021l_S1_Anforderungen-an-Handschuhe-zur-Infektionsprophylaxe_2019-07.pdf

Steht der Schutz gegen Chemikalien und Mikroorganismen, zum Beispiel bei Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten im Vordergrund, so müssen die Handschuhe die Anforderungen der DIN EN 374 "Schutzhandschuhe gegen gefährliche Chemikalien und Mikroorganismen" und DIN EN 420 "Schutzhandschuhe - Allgemeine Anforderungen und Prüfverfahren“ erfüllen.

TRBA 250 Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege

Nach Ablegen der Handschuhe sind diese in einem geschlossenen Behältnis zu entsorgen. Anschließend ist eine Händedesinfektion mit einem Desinfektionsmittel mit nachgewiesener Wirksamkeit für das Wirkungsspektrum "begrenzt viruzid" durchzuführen. Die Handschuhe sind so auszuziehen, dass die Handschuhinnenfläche nach außen gedreht wird und ein Handschuh mit dem anderen umhüllt wird.

Beschluss 609 Arbeitsschutz beim Auftreten einer nicht ausreichend impfpräventablen humanen Influenza

Wichtige Hinweise zur Verkehrsfähigkeit bestimmter Güter

Zur Bewältigung der aktuellen Krisenlage und mit Blick auf begrenzte Produktionsmengen der im Folgenden gelisteten Güter im Inland ist es dringend geboten, diese am Herstellungs-/Bereitstellungsort zu kaufen und nach Deutschland einzuführen, auch wenn sie z. B. keine CE/NE-Kennzeichnung tragen. Vor diesem Hintergrund empfehlen das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), die im folgenden genannten Schutzgüter und -ausrüstungen, soweit diese in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Australien und Japan verkehrsfähig wären, auch in Deutschland als verkehrsfähig anzusehen, auch wenn diese keine CE/NE-Kennzeichnung tragen, ihnen kein Konformitätsnachweis in Form einer Konformitätserklärung oder eine deutsche Betriebsanleitung beiliegt.

Übersicht für die Beurteilung der Verkehrsfähigkeit von Schutzgütern und -ausrüstungen (PDF, 115 KB)

Sollte die Verkehrsfähigkeit für eine der vorgenannten Staaten nicht vorliegen, muss im Einzelfall durch geeignete Stellen, wie z. B. die notifizierten Stellen nach Verordnung (EU) 2016/425 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. März 2016 über persönliche Schutzausrüstungen und zur Aufhebung der Richtlinie 89/686/EWG des Rates oder das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), überprüft werden, ob die Güter den EU-Schutzstandards entsprechen.

Allgemeine Informationen und Kennzeichnung von Schutzhandschuhen aus USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Japan und China (PDF, 208 KB)

Stand: 22.04.2020

Was ist bei Gesichtsvisieren gegen SARS-CoV-2 zu beachten?

Gesichtsvisiere, Gesichtsschutzschirme oder Face Shields sind persönliche Schutzausrüstungen, die das Gesicht und eventuell durch ihre Länge oder Erweiterungsteile den Hals vor gefährlichen Einwirkungen schützen.

Wenn bei einer Tätigkeit mit Verspritzen oder Versprühen potenziell infektiöser Materialien oder Flüssigkeiten gerechnet wird und technische Maßnahmen keinen ausreichenden Schutz darstellen, muss Augen- oder Gesichtsschutz, wie Korbbrille oder Gesichtsvisier getragen werden.

Gesichtsvisiere schützen nicht vor infektionserregerhaltigen Aerosolen. Aus diesem Grund kann das zusätzliche Tragen von Atemschutz notwendig sein.

TRBA 250 Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege

Wenn selbsthergestellter Gesichtsschutz entgeltlich oder unentgeltlich im Rahmen einer Geschäftstätigkeit auf dem Markt bereitgestellt wird, gelten immer die Regelungen des Produktsicherheitsgesetzes (ProdSG) und weiterer nationaler sowie europäischer Regelungen.

Gesichtsvisiere, Gesichtsschutzschirme oder Face Shields werden als Persönliche Schutzausrüstung (PSA) der Kategorie II nach der Verordnung (EU) 2016/425 (PSA-Verordnung) eingestuft und dürfen nur auf dem Markt bereitgestellt werden, wenn sie den Bestimmungen der PSA-Verordnung entsprechen. Dazu gehört im Rahmen der Konformitätsbewertung auch die Durchführung einer Baumusterprüfung durch eine notifizierte Stelle. Die notifizierten Stellen legen zur Erfüllung der Anforderungen die anzuwendenden harmonisierten Normen zu Grunde. Hierzu zählt insbesondere die DIN EN 166 "Persönlicher Augenschutz - Anforderungen".

Weitere Informationen, insbesondere zu Konformitätsbewertungstellen, hat die Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik veröffentlicht:
http://www.zls-muenchen.de/aktuell/index.htm#PA

Stand: 22.04.2020

Können Gesichtsschilde die Funktion einer eng anliegenden Mund-Nase-Bedeckung ersetzen?

Gesichtsvisiere, Gesichtsschutzschirme oder Face Shields können das Gesicht und eventuell durch ihre Länge oder Erweiterungsteile den Hals schützen. Gesichtsvisiere werden im Bereich des Infektionsschutzes z. B. bei Operationen, Untersuchungen oder der Zahnheilkunde eingesetzt, um den Eintrag von Infektionserregern über die Bindehäute der Augen oder die Schleimhäute von Mund und Nase zu verringern. Als persönliche Schutzausrüstung schützen sie vor Spritzern von außen (z. B. Blut). Gesichtsvisiere erfüllen bei Expositionen gegenüber erregerhaltigen Tröpfchen oder Aerosolen nicht die Funktion eines Atemschutzes. Dazu müssen sie ergänzend mit Atemschutz, z. B. filtrierenden Halbmasken getragen werden.

Ziel einer Mund-Nase-Bedeckung (MNB) ist es primär eine Freisetzung von SARS-CoV-2 über Tröpfchen, etwa beim Sprechen, Husten oder Niesen in die Ausatemluft zu reduzieren. Sie dienen damit dem Drittschutz. Kommerziell und privat hergestellte MNB bestehen meist aus handelsüblichen Baumwollstoffen, die Mund und Nase relativ eng bedecken. Ihre Leckage wird im Wesentlichen über die Öffnungen zwischen MNB und Gesichtshaut bestimmt. Bei Gesichtsvisieren ist diese Öffnung sehr viel größer und teilweise nach vorn gerichtet, wodurch sie bestenfalls die großen Aerosoltröpfchen zurückhalten und die Auswurfweite von Aerosolen aus der Ausatemluft herabsetzen. Feine Aerosole gelangen durch die Strömungsverhältnisse durch den z.T. sehr großen Spalt zwischen Mund/Nase und dem Schutzschirm ungehindert in die Raumluft. Sie stellen daher keinen zur MNB vergleichbaren Drittschutz dar.

Stand: 20.05.2020

Welche Besonderheiten gelten in den Zeiten einer Pandemie für die arbeitsmedizinische Vorsorge nach der ArbMedVV?

Um die Ansteckungsgefahr für Beschäftigte und Praxispersonal zu verringern, sind auch Betriebsärzte gehalten, die ärztliche Untersuchungstätigkeit in ihrer Praxis auf dringend erforderliche Termine zu reduzieren. Die Pandemie-Situation setzt aber die Anforderungen der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) nicht außer Kraft. Betriebe müssen weiter arbeitsmedizinische Vorsorge gewährleisten, wenn Beschäftigte gefährdende Tätigkeiten ausüben sollen. Die Fristen für das Angebot oder die Veranlassung von Vorsorge nach der Arbeitsmedizinischen Regel (AMR 2.1) behalten ihre Geltung. Es wird empfohlen, sonstige ärztliche Konsultationen, die rechtlich nicht vorgeschrieben sind, möglichst zu verschieben oder telefonisch abzuwickeln, um die Praxistätigkeit zu entlasten und so die Infektionsschutzmaßnahmen besser umsetzen zu können.

Eine weitere Entlastung der Praxistätigkeit und Unterbrechung der Infektionsketten könnte erreicht werden, wenn arbeitsmedizinische Vorsorge als telefonische Beratung durchgeführt wird (siehe www.bmas.de/DE/Presse/Meldungen/2020/corona-virus-arbeitsrechtliche-auswirkungen.html - Frage: "Muss arbeitsmedizinische Vorsorge durchgeführt werden ... ?). Diese Möglichkeit ist abhängig vom Anlass der Vorsorge zu prüfen. Die Frist für die anschließende Vorsorge sollte dann angemessen verkürzt werden, um erforderliche körperliche und klinische Untersuchungen zeitnah nachholen zu können. In jedem Fall empfiehlt es sich, das Vorgehen mit der für den Arbeitsschutz zuständigen Behörde abzustimmen.

Es ist zu erwarten, dass in der Praxis der zeitliche Freiraum, der durch die Verschiebung von Untersuchungsterminen entsteht, durch verstärkte betriebsärztliche Beratung des Arbeitgebers zu Maßnahmen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie genutzt wird.

Stand: 15.04.2020

Welche Bestimmungen des medizinischen Arbeitsschutzes gelten für Beschäftigte mit tätigkeitsbedingter Infektionsgefährdung, die ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf hätten?

Der Arbeitgeber erfährt von der besonderen Gefährdung eines Beschäftigten entweder durch dessen Mitteilung (z. B. indem dieser ein Attest vorlegt) oder - indirekt - wenn der mit der arbeitsmedizinischen Vorsorge beauftragte Arzt individuelle Schutzmaßnahmen empfiehlt.

Im Falle einer Pandemie ist für den Betrieb zunächst grundsätzlich zu klären, ob für vulnerable Beschäftigte die kollektiven Schutzmaßnahmen nicht ausreichen würden. Welche Merkmale nach den bisherigen Erkenntnissen mit einem erhöhten individuellen Risiko verbunden sind, hat das RKI zusammengestellt:

www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogruppen.html

Aus dieser Zusammenstellung kann nicht automatisch gefolgert werden, dass betroffene Beschäftigte (z. B. Atemwegserkrankte, Raucher), die eine Tätigkeit mit erhöhtem Infektionsrisiko ausüben, durch individuelle Maßnahmen zusätzlich zu schützen sind. Sie kann aber Grundlage für betriebliche Festlegungen zum Umgang mit diesen Beschäftigten sein (z. B. ein Tätigkeitswechsel für die Dauer der Pandemie). Eine Staffelung nach Art der Gefährdung und Ausprägung der risikoerhöhenden Merkmale erscheint sinnvoll. Es wird dringend empfohlen, dass sich der Arbeitgeber dafür mit seinem Betriebsarzt berät. Im Arbeitsschutzrecht ist weder vorgesehen, dass der Arbeitgeber die entsprechenden gesundheitsbezogenen Daten bei seinen Beschäftigten erhebt, noch gibt es eine Pflicht der Beschäftigten zur Offenbarung von medizinischen Risikofaktoren für einen schweren Verlauf einer Pandemieerkrankung.
Erkenntnisse zu Risikogruppen, wie sie vom RKI zusammengestellt werden, bilden auch eine Grundlage für die arbeitsmedizinische Beurteilung von Beschäftigten, die aufgrund ihrer Tätigkeit mit Pandemieerregern oder weil eine tätigkeitsbedingte Infektion nicht auszuschließen ist der arbeitsmedizinischen Vorsorge nach der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge unterliegen. Die im Ergebnis der Vorsorge vom Betriebsarzt empfohlenen individuellen Schutzmaßnahmen sind vom Arbeitgeber umzusetzen.

Stand: 15.04.2020

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