- Projektnummer: F 2547
- Projektdurchführung: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
- Status: Abgeschlossenes Projekt
Projektbeschreibung:
Breitet sich ein gegen Antibiotika resistenter Erreger in der Viehzucht aus, dann kann dies auch für den Menschen eine Gefahr darstellen. So etwa beim Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA), der auch in Schweineställen verbreitet ist. Eine mögliche Maßnahme, um die Erreger zu bekämpfen, ist der Einsatz von Bakteriophagen.
Übergreifendes Ziel des Projekts war es, zu prüfen, ob unterschiedliche Bakteriophagen-Cocktails die Verbreitung von MRSA im Schweinestall verringern können. Dabei wurde ein „One Health“-Ansatz verfolgt. Das bedeutet: Es wurde nicht nur die Verbreitung des Erregers unter den Tieren und im Schweinestall untersucht, sondern gleichzeitig wurden auch die Auswirkungen auf die Beschäftigten und die Umwelt in den Blick genommen. Außerdem wurden die Folgen des Bakteriophagen-Einsatzes modellhaft berechnet.
Durch die Projektpartner konnten viele Bakteriophagen aus Umweltproben isoliert und charakterisiert werden. Im Labor zeigten sie eine gute Wirkung gegen MRSA. Leider ließen sich die Ergebnisse in Versuchen mit Schweinehaut von geschlachteten Tieren nicht bestätigen. Daher konnte bis zum Ende der Projektlaufzeit kein ausreichend wirksamer Bakteriophagen-Cocktail für den Einsatz im Tierstall zusammengestellt werden.
Die BAuA konnte allerdings Veränderungen in den Bioaerosolen in Schweineställen feststellen. Veränderungen traten sowohl im Verlauf einer Mastperiode als auch nach dem Abferkeln auf. Zudem konnte ein weiterer Projektpartner in der Zeit nach dem Abferkeln vermehrt MRSA auf Oberflächen nachweisen. Dies ist relevant für den Arbeitsschutz, da der Erreger zur Risikogruppe 2 gehört, und es nach den Befunden des Projekts in der Zeit nach dem Abferkeln zu einer erhöhten Exposition von Beschäftigten kommen kann. Weitere Veränderungen in der Zusammensetzung der Bioaerosole entlang einer Mastperiode führen ebenfalls zu einer veränderten Exposition der Beschäftigten, was in Gefährdungsbeurteilungen berücksichtigt werden sollte.
Das Projekt wurde finanziert von der Joint Programming Initiative on Antimicrobial Resistance (JPIAMR).