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BAuA-Themen zur Offensive Psychische Gesundheit

Arbeitsintensität

Facetten und Bewältigung von Arbeitsintensität: Informationsflut, Zeit- und Leistungsdruck

Die heutige Arbeitswelt bringt verschiedene Anforderungen mit sich, die zu neuen oder sich verstärkenden "traditionellen" Formen psychischer Belastung führen. Bedeutend sind Informationsflut sowie Zeit- und Leistungsdruck, die gesundheitsrelevant sind und mit denen Betriebe und Beschäftigte umgehen müssen.

Informationsflut - Facette hoher Arbeitsintensität

Im Zeitalter der Digitalisierung steht den Chancen beschleunigter Kommunikation eine Informationsflut gegenüber, die kaum zu bewältigen ist.

Was sagt die Forschung?

Zur sog. „Informationsüberflutung“ kommt es, wenn die Anforderungen der zu bearbeitenden Informationen die Bewältigungsmöglichkeiten der Beschäftigten überschreiten.
Faktoren am Arbeitsplatz, die diesen Überlastungszustand primär bestimmen, sind

  1. die Menge an relevanten Informationen,
  2. die Anzahl von Aufträgen, die aus den Informationen resultieren,
  3. die Informationsqualität (z. B. Verständlichkeit und Strukturierung) und
  4. Arbeitsunterbrechungen z.B. durch digitale Medien.

Informationsüberflutung hat Auswirkungen auf das Befinden, die Arbeitsleistung und das Verhalten von Beschäftigten, wie Studien zeigen. Vor allem dann, wenn dieser Zustand anhält, können gesundheitliche Beschwerden wie Erschöpfung, Beschwerden des Muskel-Skelett-Systems etc. auftreten.

Was kann man tun?

Eine gute Gestaltung von Arbeitsaufgabe und -organisation hilft im betrieblichen Alltag bei der Bewältigung der Informationsflut. So sollte z. B. die Anzahl paralleler und vielfältiger Aufgaben reduziert werden, die Übermittlung der Information sollte in angemessener Qualität erfolgen und klare Regeln zu Abläufen und Informationsflüssen sollten vereinbart werden. Weiterhin ist eine persönliche Arbeitsplanung wichtig, durch die ungestörtes Arbeiten eingeplant sowie Aufgaben und Abläufe priorisiert werden können. Auch ist auf eine anforderungsgerechte Gestaltung der unternehmensinternen digitalen Medienlandschaft zu achten, die die Qualifizierung der Beschäftigten (z.B. bei Einführung neuer Software, Ablagemedien) einschließt.

Umgang mit hoher Arbeitsintensität

Was sagt die Forschung?

Beschäftigte haben unterschiedliche Umgangsweisen mit psychischer Belastung wie Informationsflut oder Zeit- und Leistungsdruck. Diese Umgangsweisen haben eine vermittelnde Rolle im Belastungs-Beanspruchungs-Geschehen und somit eine eigenständige Relevanz für mögliche (gesundheitliche) Folgen.

Verbreitete Umgangsweisen sind die Arbeitsausdehnung, z. B. das Leisten von Überstunden, sowie die Arbeitsintensivierung, z. B. ein hohes Arbeitstempo. Beides ist – zumindest langfristig – gesundheitsgefährdend. Somit sind alternative Umgangsweisen wichtig. Beschäftigte sollten zum einen die Arbeitsausdehnung begrenzen (z. B. durch die Suche nach Unterstützung) und zum anderen der Arbeitsintensivierung über ein fokussiertes Arbeiten entgegenwirken (z. B. durch Priorisierungen oder die Vermeidung von Unterbrechungen).

Was kann man tun?

Begrenzung und Fokussierung können durch verschiedene Faktoren gefördert werden. Organisationsseitig sind z. B. kooperative Beziehungen zwischen Unternehmensbereichen und realistische Leistungserwartungen wichtig. Letztere spielen auf der Teamebene genauso eine Rolle wie eine sinnvolle, gerechte Arbeitsverteilung. In Bezug auf Tätigkeiten sollten sowohl eine selbstbestimmte Ausübung als auch Klarheit über die Arbeitsrolle gegeben sein. Und letztlich sind z. B. auch Erfahrungen und Einstellungen der Beschäftigten relevant, wie z. B. ein Bewusstsein über die persönlichen Leistungsgrenzen.

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