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Welche Maßnahmen sind zur Reduzierung psychosozialer Risiken in der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel gefordert?

In der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel ist explizit gefordert, Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die psychische Belastung "bei der Bewertung der Belastungssituation der Beschäftigten zu berücksichtigen und darauf basierend geeignete Maßnahmen zu ergreifen" (Kapitel 4.2.12). Beispielsweise ist darauf zu achten, dass auch bei der Verlagerung von Arbeit ins Homeoffice das Arbeitszeitgesetz gilt und entsprechend die Arbeitszeiten einzuhalten sind. Weiterhin hat der Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass Beschäftigte, denen entsprechende technische Möglichkeiten für das Homeoffice im Moment nicht zur Verfügung stehen, dennoch ihre Arbeitsaufgaben erfüllen können und ausreichend Zugang zu betrieblicher Kommunikation und Information haben (Kapitel 4.2.4). Darüber hinaus sind bei der Arbeitszeitgestaltung "zusätzliche Belastungen" zu berücksichtigen, die "durch fehlende Infrastruktur zur Unterstützung des häuslichen Bereichs und die allgemeine Verunsicherung und damit einhergehende psychische Belastungssituation vieler Beschäftigter" auftreten (Kapitel 4.2.8).

Die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel fordert, im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung die Gestaltung der Arbeitsaufgaben, der Arbeitszeit und die Integration der im Homeoffice Beschäftigten in betriebliche Abläufe zu berücksichtigen. Dasselbe gilt für die aufgrund der Pandemie zusätzlich zu betrachtenden psychischen Belastungsfaktoren (Kapitel 3). Maßnahmen sind u.a. mit Blick auf mögliche konflikthafte Auseinandersetzungen mit Kunden, langandauernde hohe Arbeitsintensität in systemrelevanten Branchen sowie Anforderungen des "Social Distancing" zu treffen. Zudem ist bei allen Maßnahmen zur Entzerrung der Belegschaftsdichte, die dem Infektionsschutz dienen, eine zusätzliche Gefährdung durch eine Arbeitserschwernis aufgrund der Lage der Arbeitszeit (z. B. atypische Arbeitszeiten mit sehr frühem Beginn oder spätem Ende) oder der Dauer der Arbeitszeit (z. B. Verlängerung der Schichten oder auch Verkürzung von Ruhezeiten) bei der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen (Kapitel 4.2.8). Die psychische Belastung bei der Arbeit ist aber auch im Rahmen der persönlichen Exposition mit in den Blick zu nehmen – etwa dann, wenn das Infektionsrisiko bei der Arbeit erhöht ist. So kann die Gefahr einer Infektion mit SARS-CoV-2 im Kontakt mit infizierten Menschen bei der Arbeit steigen, wenn Abstandsregeln oder andere Infektionsschutzstandards aufgrund von Zeit- und Leistungsdruck oder häufigen Unterbrechungen und Störungen der Arbeit vernachlässigt werden.

Für eine fortlaufende Beobachtung der Auswirkungen der Arbeitsprozesse auf Sicherheit und Gesundheit sind insbesondere die Führungskräfte zu sensibilisieren. Zudem ist bei allen Tätigkeiten eine Wunschvorsorge durch den Betriebsarzt oder die Betriebsärztin zu ermöglichen, es sei denn, aufgrund der Beurteilung der Arbeitsbedingungen und der getroffenen Schutzmaßnahmen ist nicht mit einem Gesundheitsschaden zu rechnen (Kapitel 5.2.1). Im Rahmen eines solchen Termins können beispielsweise Infektionsgefahren, Vorerkrankungen sowie Ängste und psychische Belastungen thematisiert werden.

Handlungshilfen:

SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel

Weitere Informationen:

Allgemeine Informationen zu psychischer Belastung im Rahmen der "Offensive Psychische Gesundheit" finden Sie hier:
zu "Gefährdungsbeurteilung"
zu "Tätigkeitsspielraum"
zu "Pausen und Erholung"
zu "Arbeitsintensität"
zu "Arbeitszeit"
zu "Führung und Zusammenarbeit"
zu "Mensch und Technik"

Stand: 24.11.2021

FAQ-Nr.: 0072

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