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Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Lüftung

Was ist in Bezug auf den Infektions­schutz beim Lüften von Räumen zu beachten?

Eine ausreichende und sachgerechte Lüftung von Räumen und Gebäuden ist ein wichtiger Baustein für die Minderung des Risikos einer Infektion mit SARS-CoV-2.

Infizierte Personen können über die Atemluft mit SARS-CoV-2 belastete Tröpfchen ausscheiden, welche sich als virenbelastete Aerosole in der Raumluft ausbreiten. Hinsichtlich der Aerosolausbreitung in Innenräumen ist bekannt, dass diese in den meisten Fällen auch ohne zusätzliche mechanische Luftumwälzung innerhalb weniger Minuten erfolgt. In geschlossenen Räumen besteht die Gefahr, dass bei unzureichender Lüftung die Konzentration luftgetragener Viren mit der Zeit ansteigt. Die Konzentration und Stabilität/Infektiosität der Viren in der Raumluft wird dabei durch viele Faktoren beeinflusst (u. a. Aufenthaltsdauer der Ausscheider, Ausscheidungsrate, Tröpfchengröße, Raumgröße, Raumklima, Luftwechselrate) und kann nicht verallgemeinert bestimmt werden. Werden die luftgetragenen Viren von anderen Personen eingeatmet, können sich diese womöglich infizieren. Durch sachgerechte Lüftung der Räume mittels Fensterlüftung oder durch geeignete raumlufttechnische Einrichtungen kann die Konzentration luftgetragener Viren reduziert und damit das Infektionsrisiko gesenkt werden. Hierfür sollten die Räume intensiv belüftet werden. Dies ist insbesondere durch eine Erhöhung der Lüftungshäufigkeit, durch eine Ausdehnung der Lüftungszeiten oder durch eine Erhöhung des Luftvolumenstroms und/oder Außenluftanteils von RLT-Anlagen möglich. Dabei ist auch auf die Einhaltung der Anforderungen an die Raumtemperatur sowie die Vermeidung von Zugluft und Lärmbelästigungen zu achten.

Ausführliche Darstellungen zur Thematik sind Gegenstand des baua: Fokus "Infektionsschutzgerechtes Lüften - Hinweise und Maßnahmen in Zeiten der SARS-CoV-2-Epidemie"

Stand: 20.10.2020

FAQ-Nr.: 0024

Was ist bei Fenster­lüftung zu beachten?

Die Fensterlüftung sollte bei Tätigkeitsaufnahme und dann in regelmäßigen Abständen erfolgen, bei Büroräumen üblicherweise nach 60 Minuten und bei Besprechungsräumen nach 20 Minuten. Besprechungsräume sollten bereits vor der Benutzung gelüftet werden, insbesondere dann, wenn sich zuvor andere Personen dort aufgehalten haben. In der Zeit der Epidemie sollte die Lüftungshäufigkeit möglichst erhöht werden. Am wirkungsvollsten ist dabei die sogenannte Stoßlüftung mit weit geöffneten Fenstern. Die Lüftungsdauer sollte in Abhängigkeit der Witterungsverhältnisse (insbesondere Außenlufttemperatur und Winddruck) und der lokalen Gegebenheiten mindestens 3 bis 10 Minuten betragen. Auch eine Dauerlüftung mit Kippstellung der Fenster kann durch kontinuierlichen Luftaustausch ein zu starkes Ansteigen der Virenkonzentration in der Raumluft verhindern.

Eine CO2-Messung (z. B. mit einer "CO2-Ampel") oder entsprechende Berechnungen (z. B. BGN-Lüftungsrechner, IFA-CO2-App) können Hinweise auf notwendige Lüftungsintervalle/-intensitäten geben. Bei CO2-Messgeräten gibt es große Preisunterschiede. Sehr kostengünstige Geräten besitzen teilweise eine mangelhafte Kalibrierfunktion, was größere Messungenauigkeiten zur Folge haben kann.

BGN-Lüftungsrechner
IFA-CO2-App (Rechner und Timer)

Stand: 20.10.2020

FAQ-Nr.: 0025

Was ist beim Betrieb von zentralen raumluft­technischen Anlagen (RLT-Anlagen) zu beachten?

Zentrale raumlufttechnische Anlagen (z. B. Lüftungs- und Klimaanalagen) besitzen i. d. R. eine Lüftungsfunktion, d. h. sie führen den Räumen gefilterte, konditionierte Außenluft zu. Werden RLT-Anlagen ausschließlich mit Außenluft oder mit einem hohen Außenluftanteil betrieben oder wird ggf. die Umluft über geeignete Filter bzw. andere Einrichtungen zur Verringerung der Virenkonzentration geführt, ist das Übertragungsrisiko von SARS-CoV-2 insgesamt als gering einzustufen. Dabei müssen die RLT-Anlagen sachgerecht eingerichtet, betrieben und instandgehalten werden (Inspektion, Reinigung, Filterwechsel usw.). Durch die Zufuhr von virenfreier Außenluft bzw. gereinigter Umluft kann beim Vorhandensein von Virenausscheidern die Konzentration an Viren in der Raumluft gesenkt (Verdünnungseffekt) und damit die Wahrscheinlichkeit einer Infektion durch SARS-CoV-2 verringert werden. Solche RLT-Anlagen sollten während der Betriebs- bzw. Arbeitszeiten folglich nicht abgeschaltet, sondern vorzugsweise im Dauerbetrieb gefahren werden. Ist dies nicht möglich, sollten die Betriebszeiten der RLT-Anlagen jeweils vor und nach der Nutzungszeit der Räume so verlängert werden, dass ein vollständiger Luftaustausch erreicht wird (z. B. bei Büros um ca. 2 Stunden).

Geeignete Filter zur Abscheidung von Viren sind Schwebstofffilter der Klasse H13 oder H14 (HEPA-Filter) nach DIN EN 1822-1:2019. Zudem können auch Feinstaubfilter der Gruppe ISO ePM1 > 70 % (vormals F8) oder ISO ePM1 > 80 % (vormals F9) die Konzentration viren-belasteter Aerosole reduzieren.

Der Umluftbetrieb von RLT-Anlagen, die nicht über geeignete Einrichtungen zur Luftreinigung verfügen, ist zu vermeiden, soweit dies aus technischen und technologischen Gründen möglich ist. Damit soll verhindert werden, dass virenbelastete Aerosole dem Raum wieder zugeführt werden. Abluft aus Sanitärräumen, Raucherräumen und Küchen darf grundsätzlich nicht als Umluft aufbereitet werden. Bei erforderlichem Umluftbetrieb ist zu beachten, dass sich die Anlagenparameter durch den Einbau von zusätzlichen Einrichtungen zur Luftreinigung ändern können. Insbesondere der Einsatz hochabscheidender Filter kann wegen des hohen Druckverlustes zu einer unerwünschten Verringerung des Luftvolumenstromes führen. Eine Nachrüstung von Schwebstofffiltern für den Umluftbetrieb einer RLT-Anlage ist in den meisten Fällen nicht möglich.

Ausführliche Informationen zu RLT-Anlagen sind Gegenstand des
baua: Fokus "Infektionsschutzgerechtes Lüften - Hinweise und Maßnahmen in Zeiten der SARS-CoV-2-Epidemie"

Stand: 20.10.2020

FAQ-Nr.: 0022

Was ist beim Einsatz von dezentralen raumluft­technischen Geräten zu beachten?

Dezentrale, mitunter mobile raumlufttechnische Geräte werden zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt. Aus Sicht des Infektionsschutzes ist zu unterscheiden, ob solche Geräte eine Lüftungsfunktion besitzen, also Außenluft zuführen, oder ob sie andernfalls über entsprechende Einrichtungen zur Reinigung der Raumluft von Viren verfügen. Spezielle Hinweise zu den verschiedenen Gerätetypen werden in den nachfolgenden Fragen gegeben.

Stand: 20.10.2020

FAQ-Nr.: 0026

Was ist bei dezentralen Lüftungs­geräten (mit Außenluft­zufuhr) zu beachten?

Hinweis: Für die Beurteilung raumlufttechnischer Geräte aus Sicht des Infektionsschutzes ist entscheidend, ob die Geräte eine Lüftungsfunktion besitzen, also Außenluft zuführen oder ansonsten über entsprechende Einrichtungen zur Reinigung der Raumluft von Viren verfügen.

Für den Betrieb dezentraler Lüftungsgeräte gelten grundsätzlich dieselben Anforderungen wie für zentrale RLT-Anlagen. Dezentrale Lüftungsgeräte können zur witterungsunabhängigen Sicherstellung einer ausreichenden Außenluftzufuhr beitragen und insbesondere im Falle einer Modernisierung/Sanierung von Gebäuden einen praktikablen Ansatz darstellen. Im Gegensatz zu einer zentralen RLT-Anlage ist die Nachrüstung dezentraler Lüftungsgeräte i. d. R. mit einem erheblich geringeren baulichen und finanziellen Aufwand und Platzbedarf verbunden. Wie auch die freie Lüftung oder Lüftung durch eine zentrale RLT-Anlage führen sie dem Raum Außenluft zu und senken so das Infektionsrisiko. Zur Realisierung höherer Luftvolumenströme (als weitgehender Ersatz für regelmäßiges Fensterlüften) bedarf es allerdings entsprechend dimensionierter Geräte, welche zumeist in Außenwandnähe im Bereich der Raumdecke angebracht werden und entsprechende Zu-/Abluftöffnungen in der Fassade erfordern. Bei der Auswahl der Geräte ist zu berücksichtigen, dass durch entsprechende Wärmeübertrager (Wärmerückgewinnung, Nachheizung) der Lüftungswärmeverlust reduziert, die Zuluft temperiert und frei von Zugluft in den Raum eingebracht wird. Andernfalls kann insbesondere bei tiefen Außentemperaturen die Leistung der installierten Raumheizung unzureichend sein und es können sich durch niedrige Zulufttemperaturen lokale Behaglichkeitseinbußen ergeben.

In Fensterrahmen integrierte dezentrale Lüftungseinrichtungen realisieren dagegen zumeist nur geringe Luftvolumenströme und dienen eher der Sicherstellung eines Mindestluftwechsels, bspw. zwecks Vermeidung der Schimmelproblematik bei (teil-) sanierten Altbauten mit luftdichten Fenstern.

Stand: 20.10.2020

FAQ-Nr.: 0027

Was ist bei dezentralen Sekundärluft­geräten (ohne Außenluft­zufuhr) zu beachten?

Hinweis: Für die Beurteilung raumlufttechnischer Geräte aus Sicht des Infektionsschutzes ist entscheidend, ob die Geräte eine Lüftungsfunktion besitzen, also Außenluft zuführen oder ansonsten über entsprechende Einrichtungen zur Reinigung der Raumluft von Viren verfügen.

Dezentrale Sekundärluftgeräte führen den Räumen im Allgemeinen keine Außenluft zu, so dass keine Abfuhr von virenbelasteten Aerosolen erfolgt. Allerdings können sie infolge der Raumluftdurchmischung zu einem Verdünnungseffekt beitragen und so das Infektionsrisiko räumlich begrenzt verringern. Jedoch kann die luftstromlenkende Wirkung dieser Geräte bei falscher Positionierung unter Umständen infektiöse Viren direkt von einer Person zu anderen Personen im selben Raum leiten und das Infektionsrisiko auf diese Weise erhöhen. Beim Einsatz von Sekundärluftgeräten ohne spezielle Luftreinigungsfunktion, wie Ventilatoren, Geräten zur persönlichen Kühlung oder Erwärmung, sollte für Räume mit Mehrfachbelegung daher im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung geprüft werden, ob ein erhöhtes Infektionsrisiko resultiert. Dabei sind die spezifischen Randbedingungen zu beachten, wie Aufenthaltsdauer der Personen, Raumgeometrie, Arbeitsplatzanordnung, Gerätestandort und Raumluftströmung.

Einen speziellen Anwendungsfall stellen elektrische Handtrockner dar, welche im weitesten Sinne auch zu Sekundärluftgeräten zählen. Allerdings besteht bei Warmlufttrocknern aufgrund ihres Einsatzes zur Handhygiene die Besonderheit, dass beim Händetrocknen ggf. virenbelastete Tröpfchen weit im Raum verteilt und damit die Entstehung und Ausbreitung virenbelasteter Aerosole begünstigt werden kann. Auch wird die Wirkung solcher Geräte von der konkreten Bauart und Ausführung beeinflusst (z. B. Warmluftgebläse oder Jet-Händetrockner). Pauschale Aussagen sind daher schwer zu treffen. Da das damit einhergehende Infektionsrisiko nicht abschließend geklärt ist, wird im Sinne eines präventiven Ansatzes der Einsatz von elektrischen Handtrocknern, die in jedem Fall eine zusätzliche Luftumwälzung in Räumen bewirken können, derzeit nicht empfohlen.

Stand: 20.10.2020

FAQ-Nr.: 0028

Was ist bei mobilen Raumluft­reinigern zu beachten?

Hinweis: Für die Beurteilung raumlufttechnischer Geräte aus Sicht des Infektionsschutzes ist entscheidend, ob die Geräte eine Lüftungsfunktion besitzen, also Außenluft zuführen oder ansonsten über entsprechende Einrichtungen zur Reinigung der Raumluft von Viren verfügen.

Bei mobilen Raumluftreinigern handelt es sich um Sekundärluftgeräte, welche dem Raum keine Außenluft zuführen. Die Geräte sind zum Teil mit Schwebstofffilter (HEPA) ausgestattet und können weitere Methoden der Luftreinigung beinhalten (z. B. Ionisatoren, Plasmafilter, Ozon- oder UV-C-Desinfektion). Geräte mit wirksamen Methoden zur Luftreinigung können in ausgewählten Anwendungsfällen als ergänzende Maßnahme des Infektionsschutzes zielführend sein. Dies gilt insbesondere dann, wenn keine anderen Möglichkeiten zur Senkung der Konzentration virenbelasteter Aerosole zur Verfügung stehen (v. a. keine RLT-Anlage vorhanden/nachrüstbar und das freie Lüften eingeschränkt ist). Dies können z. B. Wartezimmer im medizinischen Bereich sein (Arztpraxen, Kliniken mit besonders schutzbedürftigen Personen), v. a. Räume kleinerer bis mittlerer Größe mit ggf. wechselnder Personenbelegung (wie auch Besprechungsräume).

Raumluftreiniger bedürfen eines sachgerechten Einsatzes unter Berücksichtigung herstellerspezifischer Angaben, wie z. B. Luftdurchsatz, Schallleistung, Abscheide-/Inaktivierungsgrad für Viren/Virenaerosole, und verschiedener Randbedingungen. Dazu gehören insbesondere eine geeignete Bemessung des Luftvolumenstroms im Verhältnis zum Raumvolumen und eine günstige Positionierung des Gerätes im Raum, um unerwünschte Effekte wie Zugluft oder Kurzschlussströmung am Gerät zu vermeiden. Außerdem sind ggf. thermische oder stoffliche Lasten, die durch diese Geräte erzeugt werden können, zu berücksichtigen. Auch die konkrete Raumnutzung ist hierbei von Bedeutung, gekennzeichnet u. a. durch die Belegungsdichte und -dauer, die Anordnung der Personen im Raum und ihre Tätigkeiten (z. B. erhöhte körperliche Belastung/Aktivitäten mit erhöhtem Aerosolausstoß). Insbesondere in Räumen mit hoher Belegungsdichte (z. B. in Schulen) kann der Einsatz solcher Geräte die notwendigen Lüftungsmaßnahmen zum Austausch von Raumluft durch Außenluft nicht ersetzen, da Luftreiniger kein Kohlendioxid (CO2) abführen und somit nicht zur Senkung der CO2-Konzentration beitragen.

Ausführliche Darstellungen zur Thematik sind Gegenstand des
baua: Fokus "Erweiterter Infektionsschutz durch mobile Raumluftreiniger?"

Die Unfallversicherungsträger haben zu mobilen Raumluftreinigern eine erste Einschätzung erarbeitet, die in naher Zukunft durch eine Handlungshilfe mit detaillierteren Informationen zur Beschaffung und zum Betrieb dieser Geräte ergänzt werden soll.

Fachbeitrag der DGUV zu mobilen Raumluftreinigern zum Schutz vor SARS-CoV-2 (PDF, 528 KB)

Stand: 28.10.2020

FAQ-Nr.: 0029

Ist eine Raumluft­desinfektion von Produktions­stätten oder anderen geschlossenen Räumen zur Inaktivierung von SARS-CoV-2-Viren durch Vernebelung von Desinfektions­mitteln ("Kalt­vernebelung"), z. B. Wasserstoff­peroxid, bei laufendem Betrieb in Anwesenheit von Beschäftigten zulässig?

Auch die Kaltvernebelung nicht kennzeichnungspflichtiger Gemische unterliegt der Gefahrstoffverordnung. Kann eine Gesundheitsgefährdung anwesender Personen auftreten, z. B. weil der desinfizierend wirksame Stoff (häufig Wasserstoffperoxid) schleimhautreizende Eigenschaften hat und daher zu einer Reizung von Augen und Atemwegen führen kann, sind die Regeln der Gefahrstoffverordnung zu beachten:

  • Die absichtliche Freisetzung eines Gefahrstoffes widerspricht dem Gebot, die Gefährdung möglichst gering zu halten (Minimierungsgebot).
  • Um eine Minimierung der Gefährdung sicherzustellen, gibt die Gefahrstoffverordnung eine Rangfolge der Schutzmaßnahmen zur Verhinderung einer Gesundheitsgefährdung vor. An erster Stelle ist zu prüfen, ob ein Ersatz durch andere geeignete Maßnahmen mit geringerer Gefährdung möglich ist. Im besten Fall kann ein Gefahrstoffeinsatz vollständig vermieden werden. Um die Ansteckungsgefahr in Produktionsstätten oder anderen geschlossenen Räumen zu verringern, ist dies durch einfache Maßnahmen der "AHA+L"-Regeln wie Abstandswahrung, das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen und ausreichende Zufuhr unbelasteter Luft (Frischluft) gegeben.

Da diese Gemische als Desinfektionsmittel eingesetzt werden, handelt es sich nicht nur um Gefahrstoffe, sondern ebenfalls um Biozid-Produkte. Unabhängig vom Zulassungsstatus dürfen Biozid-Produkte nicht verwendet werden, soweit damit zu rechnen ist, dass ihre Verwendung im jeweiligen Anwendungsfall schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen hat.

Eine Raumluftdesinfektion durch Kaltvernebelung, die mit einer dauerhaften Belastung gegenüber raumluftdesinfizierenden Mitteln mit Reizwirkung verbunden ist, ist daher in Anwesenheit von Beschäftigten oder anderen Personen nicht zulässig.

Stand: 10.11.2020

FAQ-Nr.: 0033

Sind Hinweise zum sach­gerechten Lüften in Schulen und Kinder­tagesstätten bekannt?

Das Umweltbundesamt hat auf Bitten der Kultusministerkonferenz eine Handreichung "Lüften in Schulen" erarbeitet, die erläutert wie sich durch regelmäßiges Lüften das Infektionsrisiko durch virushaltige Aerosole senken lässt.
UBA: Lüften in Schulen (PDF, 113 KB)

Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt in einer Informationsschrift für Schulen geeignete Präventionsmaßnahmen während der COVID-19-Pandemie.
RKI: Präventionsmaßnahmen in Schulen während der COVID-19-Pandemie (PDF, 296 KB)

Auch bei der empfohlenen regelmäßigen und intensiven Stoßlüftung ist darauf zu achten, dass Schüler und Beschäftigte nicht für längere Zeit unzumutbaren, die Gesundheit beeinträchtigenden klimatischen Verhältnissen ausgesetzt werden. Insbesondere sind Zugluft und lokale Unterkühlungen zu vermeiden. Durch den Einsatz von dezentralen Lüftungsgeräten kann dies unabhängig vom Lüftungsverhalten dauerhaft sichergestellt werden, wenn die Geräte zweckmäßig bemessen und mit entsprechenden Einrichtungen zur Wärmerückgewinnung, ggf. auch Nachheizung ausgestattet sind sowie die Luftauslässe in geeigneter Weise ausgerichtet werden (z. B. nach oben gerichtet). Auch mit einer möglichst in Stufen einstellbaren Kippstellung der Fenster kann eine ausreichende Außenluftzufuhr erreicht werden, insbesondere in der kalten Jahreszeit. Die Lüftung kann mit Hilfe einer CO2-Messung (z. B. mit einer "CO2-Ampel") auf ein notwendiges Maß mit einem Zielwert von kleiner 1000 ppm optimiert werden (Öffnungsdauer, Fensterstellung, resultierender Luftaustausch).

Speziell zum Thema CO2-Ampeln an Schulen stellt das RKI fest, dass dies ein geeignetes Instrument ist, um Defizite im Lüftungsverhalten sichtbar zu machen und bei der Entwicklung und Einführung eines sachgerechten Lüftungsregimes gute Unterstützung bieten kann. Auch entsprechende Berechnungen (z. B. BGN-Lüftungsrechner, IFA-CO2-App) können Hinweise auf notwendige Lüftungsintervalle/-intensitäten geben.

RKI: Einsatz von Lüftungsampeln zur Verbesserung der Luftqualität in Kindertageseinrichtungen und Schulen (PDF, 165 KB)
BGN-Lüftungsrechner
IFA-CO2-App (Rechner und Timer)

Stand: 20.10.2020

FAQ-Nr.: 0032

Welchen Beitrag kann UVC-Strahlung zum Infektions­schutz leisten?

Was ist UVC-Strahlung?
Ultraviolette (UV) Strahlung im Wellenlängenbereich zwischen 100 nm und 280 nm wird als UVC-Strahlung bezeichnet. Sie ist für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar. UVC-Strahlung kann bei Menschen zu akuten Entzündungen an Haut und Augen (Hornhaut- und Bindehautentzündung) führen sowie Langzeitschäden wie etwa Hautkrebs verursachen.

Was ist UVC-Desinfektion?
Seit Jahrzehnten wird UVC-Strahlung, typischerweise mit einer Wellenlänge von 254 nm, erfolgreich z. B. zur Trinkwasseraufbereitung verwendet. Das Wirkprinzip beruht auf der Absorption von UVC-Strahlung durch biologische Moleküle, wodurch irreparable Schäden im Erbgut von Bakterien, Pilzen und Viren entstehen. Diese Inaktivierung ist in Laborstudien hinreichend nachgewiesen. Ihre Praxistauglichkeit z. B. in raumlufttechnischen Anlagen, mobilen Luftreinigungsgeräten oder als frei strahlende Quellen, insbesondere zur Inaktivierung des SARS-CoV-2 Virus, ist wissenschaftlich jedoch noch nicht ausreichend gesichert, da eine Vielzahl an Umgebungs- und Betriebsbedingungen Einfluss auf die Wirksamkeit haben können.

Was gilt beim Einsatz von UVC-Strahlung am Arbeitsplatz?
UVC-Strahlung am Arbeitsplatz stammt ausschließlich aus künstlichen Quellen. Arbeitgeber prüfen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung, ob die Sicherheit und Gesundheit ihrer Beschäftigten bei der Arbeit auch im Hinblick auf UVC-Strahlung gewährleistet ist. Für entsprechende Expositionen gilt ein gesetzlich vorgeschriebener Tagesexpositionsgrenzwert (EGW) für effektive Bestrahlung von 30 Jm-2.

Eine messtechnische Überprüfung der Einhaltung des EGW kann nach den Technischen Regeln zu inkohärenter optischer Strahlung (TROS IOS) erfolgen. Ist eine Überschreitung des EGW nicht auszuschließen, müssen gemäß Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung (OStrV) Schutzmaßnahmen realisiert werden. Diese sind hierarchisch nach dem STOP-Prinzip (Substitution, Technische, Organisatorische und Persönliche Schutzmaßnahmen) umzusetzen. Als technische Schutzmaßnahme werden UVC-Strahlungsquellen in der Regel komplett gekapselt (eingehaust). Ist UVC-Strahlung zugänglich, etwa bei Wartungsarbeiten, sind geeignete organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen zu treffen. Als persönliche Schutzausrüstung müssen in der Regel Schutzkleidung und -handschuhe sowie Augenschutz zur Verfügung gestellt und getragen werden.

Von einer beabsichtigten UV-Desinfizierung menschlicher Haut ist abzusehen, es sei denn, die Anwendung ist medizinisch ausdrücklich erforderlich. Grundsätzlich ist die UV-Exposition aus künstlichen Quellen am Arbeitsplatz so gering wie möglich zu halten.

Was ist bei Ozonentstehung durch UVC-Strahlung zu beachten?
Durch UVC-Strahlung mit Wellenlängen unterhalb von etwa 240 nm kann aus Luftsauerstoff das giftige Gas Ozon entstehen. Wegen dessen Reizwirkung und hohen chemischen Reaktivität mit Stoffen in der Raumluft darf Ozon beim Einsatz von UVC-Entkeimungsgeräten nicht in den Raum gelangen. Das gilt insbesondere, wenn Beschäftigte dort arbeiten. Technische Maßnahmen, z. B. die Verwendung speziell UV-absorbierender Glasummantelungen können die Entstehung von Ozon verhindern bzw. verringern.

Aktuelle Diskussion zum Einsatz ferner UVC-Strahlung ("Far UVC")
Der Ausdruck "fernes UVC" ist nicht einheitlich festgelegt, bezieht sich jedoch meistens auf Wellenlängen unterhalb von 254 nm, z. B. 222 nm oder 207 nm. Die geringere Eindringtiefe im Vergleich z. B. zu 254 nm führt vermehrt zu der Aussage, dass fernes UVC ungefährlich sei. Aufgrund der nicht hinreichend gesicherten wissenschaftlichen Datenlage ist eine belastbare Einschätzung der gesundheitlichen Risiken dieser kurzwelligen UVC-Strahlung nicht möglich und die BAuA rät vom Einsatz solcher Geräte, sofern medizinisch nicht ausdrücklich notwendig, zur Hautdesinfektion ab.

Links:
BAuA: Themenseite "Optische Strahlung"
BAuA: Technische Regeln zur Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung (TROS)
Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch künstliche optische Strahlung (OStrV)
BfS: Desinfektion mit UV-C-Strahlung
DGUV: FAQ Desinfektion mittels UV-C-Strahlung?
CIE: Position Statement on the Use of Ultraviolet (UV) Radiation to Manage the Risk of COVID-19 Transmission
BAuA: Infektionsschutz­gerechtes Lüften - Hinweise und Maßnahmen in Zeiten der SARS-CoV-2-Epidemie

Stand: 15.12.2020

FAQ-Nr.: 0040

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