Navigation und Service

Springe direkt zu:

Suche

Suchbegriff eingeben

Digitale Arbeit

Im Themenfeld "digitale Arbeit" beschäftigt sich die BAuA mit innovativen digitalen Technologien im Rahmen von "Industrie 4.0". Mit diesem Begriff werden die tiefgreifenden Veränderungen des industriellen Sektors, die aktuell stattfinden und noch vor uns liegen, beschrieben. Die BAuA untersucht die Chancen und Risiken neuer Technologien für eine sichere, gesunde und menschengerechte Gestaltung von Arbeit.

Hinter der auch als "vierte industrielle Revolution" bezeichneten Umwälzung verbirgt sich eine in ihrer Art und ihrem Umfang neuartige vernetzte industrielle Produktionssystematik. Durch vollständige horizontale und vertikale Vernetzung von Sensorik und Aktorik werden die digitale und reale Welt verschmelzen. Robotertechnologien werden in der Produktion der Zukunft eine besondere Rolle spielen. Sie werden neue Formen der Interaktion zwischen Mensch und Maschine ermöglichen: die so genannte Kollaboration. Dies bedeutet, dass sich neue und veränderliche Formen der Arbeitsteilung durch die zunehmende Flexibilität und "intelligente" Funktionen der Roboter realisieren lassen. Die industrielle Produktion wird wissensintensiver und sich mit Dienstleistungsangeboten - sogenannten Smart Services - verbinden. Produkte werden in diesem Sinne hybrid. Für produzierende Unternehmen lassen sich so neue Geschäftsmodelle und -prozesse denken, und die Aufgabenverteilung in Wertschöpfungsketten kann neu gestaltet werden.

Diese sich abzeichnenden Neuerungen werfen verschiedene Fragen auf:

  • Wie genau verändern sich die Technologien und Arbeitsmittel?
  • Wie verändern sich Aufgaben und Tätigkeiten für die Beschäftigten?
  • Welche Anforderungen ergeben sich daraus für den Arbeitsschutz?
  • Wo sind Chancen und Risiken der menschengerechten Arbeitsgestaltung?

Die Forschung der BAuA zu Industrie 4.0 stellt sich strategisch in zwei Säulen dar. In der ersten Säule geht es um die vorausschauende Gestaltung innovativer Arbeitssysteme, in der zweiten Säule stehen Schlüsseltechnologien von Industrie 4.0 im Fokus.

Graphik: Gestaltung der sicheren und gesunden Industrie 4.0

Die aktuelle frühe Phase der Entwicklung der Industrie 4.0 bietet die Chance das Potential für vorausschauende menschengerechte Arbeitsgestaltung möglichst umfassend zu nutzen. Hierzu werden im Bereich der ersten Säule methodische Konzepte und Instrumente fokussiert: Dies sind z. B. die digitale Ergonomie, die virtuelle Risikoermittlung und die Modellierung von Safety und Security. Im Rahmen der digitalen Ergonomie ist eine Delphi-Studie ("Digitale Ergonomie 2025") bereits abgeschlossen.

Die zweite Säule bündelt Projekte zur direkten Mensch-Roboter-Kollaboration und zu vernetzten Systemen. Untersucht werden mentale Anforderungen und das Potential der physiologischen Gestaltung, um Prinzipien ergonomischer Gestaltung der Industrie 4.0 herauszuarbeiten und weiterzuentwickeln. Der Fokus liegt dabei auf den grundlegenden Aspekten der Robotik (ethisch, rechtlich und technisch), kognitiven Grundlagen der Kollaboration und guten Beispielen einer menschengerechten Gestaltung der Mensch-Roboter Zusammenarbeit. Auf dem Gebiet der vernetzten Systeme steht die Gestaltung der Steuerung und Überwachung von komplexen und vernetzten Systemen besonders bei innovativen Mensch-Maschine Schnittstellen im Vordergrund.