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Definitionen: AmI und AAS

In ihrem Forschungs- und Entwicklungsprogramm hat die BAuA neue Informations- und Kommunikationstechnologien (I&K) in der Arbeitsumgebung (Ambient Intelligence - AmI) als einen ihrer prioritären Forschungsschwerpunkte benannt. Schwerpunkt der Forschung in der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ist die Folgenabschätzungen zu Chancen und Risiken neuer I&K-Technologien in der Arbeitsumgebung sowie ihrer Auswirkungen auf Arbeitssysteme.

Unter dem Begriff "Ambient Intelligence" werden in der Forschung und Entwicklung allgemein solche Aktivitäten summiert, deren Ziel die Erweiterung der Lebens- und Arbeitsumgebung mit sogenannten intelligenten Funktionen ist, so dass Wohlbefinden, Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Menschen unterstützt und gefördert werden. Konkrete I&K-Technologien wie z. B. Wearable IT - smart clothes oder arbeitswissenschaftlich relevante Themenfelder wie z. B. Augmented Reality sind damit als Teilgebiet von Ambient Intelligence zu verstehen.

Für die praxisorientierte Forschung der BAuA bestehen besonders hervorzuhebende Merkmale bei AmI darüber hinaus

  • in der telemetrisch bereit gestellten Information, die den Menschen insbesondere im Arbeitsleben unterstützen soll und
  • in einer vom Zustand des Benutzers und/oder der Arbeitsumgebung (einschließlich der Arbeitsaufgabe) abhängenden Bereitstellung der Informationen.

Beide Aspekte der Definition heben die Assistenzfunktion von Ambient Intelligence-basierten I&K-Technologien hervor. Die BAuA betont damit den humanzentrierten Ansatz der Technologieentwicklung, bei der sich Produkte und Umgebungen adaptiv und (weitgehend) autonom an Voraussetzungen, Bedürfnisse und Ziele des Nutzers anpassen.

Die Erarbeitung einer Definition wurde aufbauend auf diesen Überlegungen vorrangig von folgenden Zielsetzungen geleitet:

  • Explizite Erfassung der Schnittmenge von Arbeitssystemen und AmI
  • Allgemeinverständlichkeit
  • Begriffliche Weite zur Konsensfähigkeit im Dialog mit Forschern, Entwicklern und Anwendern
  • Definitorische Schärfe im Sinne eines Kriterienkataloges
  • Inhaltliche Konsistenz mit laufenden und geplanten Projekten der BAuA zum Forschungsschwerpunkt AmI
  • Griffigkeit und Eingängigkeit im Sinne einer Ein-Satz-Definition

Zur Erfassung der Schnittmenge von Arbeitsumgebung und AmI wurde der Begriff der adaptiven Arbeitsassistenzsysteme (AAS) gewählt. Es wurde weiterhin eine in Teilbereiche gegliederte Definition erarbeitet, um den sich teilweise widersprechenden Anforderungen von Handhabbarkeit, Vollständigkeit, Schärfe und Allgemeinverständlichkeit erfüllen zu können. Bei der Wahl der Kategorien und der Ausformulierung der einzelnen Facetten wurden die zentralen Aussagen wissenschaftlicher Definitionen von AmI ebenso berücksichtigt wie die Perspektive potenzieller Anwender von AmI-Systemen.

Für das Themenfeld adaptive Arbeitsassistenzsysteme führt die BAuA die folgende Definition ein, die die Anwendung von AmI in der Arbeitswelt konkretisiert und die allgemeine Definition von AmI (siehe oben) spezifiziert. Die im Anschluss an die Definition genanten vier Kriterien erläutern das Verständnis Adaptiver Arbeitsassistenzsysteme (AAS):

Kurzdefinition
Unter dem Begriff Adaptive Arbeitsassistenzsysteme (AAS) werden Methoden, Konzepte und (elektronische) Systeme/Produkte verstanden, welche das Arbeitsleben des Menschen kontextabhängig und selbstständig unterstützen.

Zentrale Merkmale und Kernfunktionen
Die verwendeten Technologien sind nutzerzentriert: Das jeweilige System erfasst durch Sensorik eine oder mehrere Facetten des jeweiligen Arbeitskontextes, insbesondere Merkmale oder Zustände des jeweiligen Nutzers, der Arbeitsaufgabe und/oder der Arbeitsumgebung und adaptiert automatisch daran. Hierbei unterstützt die Technik durch Informationen oder Aktoren den Nutzer und ist in dessen direktes Arbeitsumfeld integriert.

Systemarchitektur
Um Kontextinformationen zu gewinnen und sinnvoll zu verarbeiten, sind AAS typischerweise dezentral und vernetzt aufgebaut.

Nutzergruppen
Die Gruppe der Anwender solcher Technik ist weder auf spezifische Branchen noch auf einzelne Arbeitsbereiche beschränkt und kann somit Beschäftigte aus unterschiedlichen Bereichen der Arbeitswelt umfassen.

Umfang und Ziele der Unterstützung
Adaptive Arbeitsassistenzsysteme unterstützen Sicherheit, Gesundheit, Wohlbefinden und/oder Leistungsfähigkeit des arbeitenden Menschen.