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Screening Gesundes Arbeiten (SGA)

Unternehmen und Beschäftigte und damit Wirtschaft und Gesellschaft müssen sich den Herausforderungen des demografischen Wandels stellen. Ziel ist es, den Verbleib älterer Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen im Beschäftigungssystem zu fördern und gleichzeitig Ansätze und Strategien zur Stärkung von Leistungs- und Innovationsbereitschaft älterer Beschäftigter zu entwickeln und umzusetzen.

Durch den Einsatz des SGA wird die kombinierte Ermittlung, Beurteilung und Dokumentation von physischen und psychischen Belastungen im Sinne des Arbeitsschutzgesetzes möglich. Es bietet eine komprimierte Darstellung verschiedener Aspekte des Arbeitsschutzes und ist gut für kleinere Unternehmen als Einstieg in die Thematik geeignet. Notwendige personelle und materielle Ressourcen sind gering. Das SGA richtet sich an Führungskräfte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsräte.

Beschreibung des Instrumentes und betrieblicher Nutzen

Das Instrument SGA ist ein Leitfaden zur Durchführung von Beobachtungsinterviews, hierbei beobachtet der Anwender Beschäftigte bei der Ausübung ihrer Tätigkeit in einer halbstandardisierten Form und stellt währenddessen gezielte, ebenfalls halbstandardisierte Fragen an die arbeitende Person zu deren Arbeitsaufgaben, den Anforderungen sowie den Belastungen und Beanspruchungen. Diese Methode erlaubt die kombinierte Ermittlung, Beurteilung und Dokumentation von physischen und psychischen Belastungen und zeigt die entsprechenden Gestaltungsmöglichkeiten auf. Die Qualifizierung der Interviewer dauert 2 Tage.

Der Leitfaden besteht aus drei Teilen:

  • Einführung in die Handhabung des Instruments und die Voraussetzungen für den Einsatz in der betrieblichen Praxis
  • Leitfaden SGA-Beobachtungsinterview, mit dem die Arbeitsbedingungen in Betrieben im Rahmen von Interviews ermittelt werden. Die Ergebnisse dienen den Betrieben dann als Grundlage für die Gefährdungsbeurteilung.
  • Wissensspeicher, um mögliche Defizite bei der Arbeitsplatzgestaltung sowie daraus resultierender Gesundheitsrisiken sowie allgemeine Lösungsansätze für häufig auftretende Probleme zu erkennen

Mit dem Leitfaden kann sowohl anlassbezogen als auch präventiv der betriebliche Arbeits- und Gesundheitsschutz umgesetzt und den diesbezüglichen gesetzlichen Pflichten nachgekommen werden. Das SGA widmet sich sowohl den physischen als auch den psychischen Fehlbelastungen im Beruf und trägt somit neuen arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen Rechnung.

Das SGA ist ebenfalls im Rahmen der betrieblichen Gefährdungsbeurteilungen im Sinne einer Grobanalyse einsetzbar. Es kann in allen Tätigkeitsbereichen aller Branchen eingesetzt werden. Ergänzungen mit anderen Verfahren sind zur Durchführung einer vollständigen Gefährdungsermittlung und der Risikobeurteilung empfehlenswert wenn nicht gar notwendig.

Der SGA-Interviewfragebogen hat die vier Teilbereiche:

(1) Arbeitsverhältnis
(2) Physische Belastungen
(3) Psychische Belastungen
(4) Arbeitsumgebung

Die Skalierung verläuft durchgehend dichotom (ja/nein). Im physischen Teil werden jegliche durch den Arbeitsplatz entstehenden Belastungsarten abgefragt. Der psychische Teil erfragt neben allgemeiner Tätigkeiten und der Arbeitsorganisation auch weiche Faktoren wie soziale Unterstützung, Führungsstil und Anerkennung.

Die Auswertung erfolgt in drei Phasen. In der ersten Phase werden die ermittelten Risiken erfasst. Im Dokumentationsbogen wird aufgezeigt, an welchen Stellen ein erhöhter Handlungsbedarf herrscht. Das eigentliche Interview dauert 25 Minuten. Hinzu kommen für die Vorbereitung ca. 10 Minuten, die digitale Erfassung 20 Minuten und die Rückmeldung ca. 5 Minuten.

Die zweite Phase analysiert die mit Hilfe des "SGA-Risikobewertungsbogens" erfassten Risiken genauer. Der betroffene Arbeitsbereich, die dort herrschenden Arbeitsrisiken und deren mögliche gesundheitliche Folgen auch mit Absprache des Betriebsarztes, wie auch der Grad des Handlungsbedarfs und erste Gestaltungsempfehlungen werden dort dokumentiert.

Schließlich werden in der dritten Phase die Ergebnisse des Bewertungsbogens in einer Gesamttabelle zusammengefasst, die sogleich der Maßnahmeplan ist. In ihm werden sämtliche Lösungsvorschläge vermerkt und die konkrete Umsetzung unter Angabe von Datum und Zuständigkeit dokumentiert.