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Die Gestaltung sicherer Treppen

Hinweise zu Geometrie, Rutschhemmung, Beleuchtung und Kennzeichnung

Bei der Gestaltung von Treppen gilt es vieles zu beachten. Im Mittelpunkt steht, eine sichere Nutzung zu gewährleisten. Die wichtigsten Anforderungen stellen wir Ihnen hier vor.

Bei der geometrischen Gestaltung sicherer Treppenstufen gilt es, die Schrittmaßregel zu beachten.

Treppenmaße und -geometrien

Treppenstufen

Graphik: Schrittmaßregel für die Planung von Treppen mittlerer Neigungswinkel

Für einen unbeeinträchtigten Bewegungsablauf auf einer Treppe muss sich deren Abmessung an der Schrittlänge orientieren. Bewährt hat sich für die Planung von Treppen mittlerer Neigungswinkel die sogenannte Schrittmaßregel.

a + 2s = SL
a = Auftrittstiefe
s = Stufenhöhe (Steigung)
SL = Schrittlänge

Die Schrittmaßregel sollte für Treppen mit Neigungen zwischen 24° und 36° angewendet werden. Als Schrittlänge sind Werte von 59 bis 65 cm maßgebend. Für Treppen mittlerer Neigungswinkel von 30° ist jedoch die Schrittlänge um 63 cm am günstigsten.
Generell gilt: Je steiler die Treppe ist, desto größer sollte die Schrittlänge gewählt werden.
Als ausreichend bemessen gelten Stufen, wenn sie folgende Abmessungen einhalten:

a = 26 … 32 cm
s = 14 … 19 cm

Als optimal werden Stufenmaße von a = 29 cm und s = 17 cm angesehen.

Für Steiltreppen mit größerem Neigungswinkel oder flache Freitreppen gibt es andere Berechnungsformeln (siehe Publikationen).

Treppenpodeste

Graphik: Treppenpodeste

Treppenpodeste dienen der Verminderung der physischen Belastung beim Treppensteigen.

Es gilt die Regel: Bei Treppen mit mittlerem Neigungswinkel ist nach 18 Stufen ein Zwischenpodest vorzusehen.

Die Podesttiefe sollte einem Mehrfachen des Schrittmaßes entsprechen. Dabei sollte eine ungerade Anzahl von Schritten zugrunde gelegt werden, denn sie entspricht der Bewegungssymmetrie und dem Gangrhythmus.

Treppengeometrien

Eine Treppe kann aus mehreren Treppenläufen bestehen, die durch Podeste miteinander verbunden sind. Unterschieden werden Treppen mit geraden und gewendelten Läufen. Treppen mit gewendelten Läufen sind für bestimmte Anwendungen nicht zugelassen.


Treppenlaufbreiten

Die Laufbreiten von Treppen richten sich nach Nutzungsart und Anzahl der Benutzer. Für Treppen, die zu ständig genutzten Arbeitsplätzen führen, beträgt die Mindestbreite 1,0 m. Bei baurechtlich nicht notwendigen Treppen mit seltener Benutzung sind auch geringere Abmessungen möglich (siehe "Publikationen"). Größere Laufbreiten sind notwendig, wenn es sich um Treppen mit Begegnungsverkehr handelt.

Geländer und Handläufe

Graphik: für das sichere Umgreifen günstige Handlaufprofilformen bei Treppengeländern Günstig für sicheres Umgreifen

Graphik: für das sichere Umgreifen ungünstige Handlaufprofilformen bei Treppengeländern (kantiges Flachmaterial) Ungünstig für sicheres Umgreifen

Geländer sind an der freien Seite von Treppenanlagen notwendig, sie schützen vor einem Absturz. Zudem müssen Geländer einen Schutz gegen Hindurchfallen aufweisen, zum Beispiel mittels einer Knieleiste.

Die Geländerhöhe richtet sich jeweils nach der Absturzhöhe:

  • Absturzhöhe bis 12 m: Geländerhöhe mindestens 1,00 m
  • Absturzhöhe größer 12 m: Geländerhöhe mindestens 1,10 m

Allerdings bestehen teilweise unterschiedliche Anforderungen im Baurecht.

Grundsätzlich gilt: Wird eine Treppe auch von Kindern benutzt, ist auf eine kindersichere Geländerausführung zu achten, zum Beispiel bei Wohnhäusern oder in öffentlichen Gebäuden.

Kinder klettern sehr gerne und sind dabei besonders geschickt. Daher sind Geländerausführungen mit waagrechten Verstrebungen, wie zum Beispiel einer Knieleiste, nicht kindersicher. Sicherer sind Geländer mit senkrechten Füllstäben mit einem Abstand von höchstens 12 cm.

Ebenfalls zu bedenken ist der Treppenhandlauf. Er hat eine unterstützende Funktion zur Stabilisierung bei Gangunsicherheiten, bietet eine Führung für leistungsgeminderte Personen und sollte in einer Höhe zwischen 0,80 und 1,15 m angebracht sein. Das Profil sollte ein sichereres Umgreifen ermöglichen, kantiges Flachmaterial ist daher ungünstig.

Rutschhemmung, Beleuchtung und Kennzeichnung

Rutschhemmung

Graphik zur Breite der Stufenkanten bei Treppen

Treppenstufen sollten dieselbe Rutschhemmung aufweisen wie die angrenzenden Bereiche. Die Rutschhemmung von Auftrittsfläche und Stufenkante sollte möglichst gleich sein. Werden rutschhemmende Stufenkanten-Zusatzsysteme verwendet, sollten sie nicht nach oben überstehen, um ein Stolpern zu vermeiden. Zudem sollte die Breite der Stufenkantensysteme in Abhängigkeit von der Treppenneigung gewählt werden.

Beleuchtung

Ebenso ist eine ausreichende Beleuchtung wichtig. Sie ist Grundbedingung für das vorausschauende Orientieren über Geometrie, Beschaffenheit und Verlauf der Treppe sowie für die Wahrnehmung eventueller Gefahrenstellen.

In Gebäuden wird gemäß der Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) A3.4 für Verkehrswege mit Treppen eine Beleuchtungsstärke von 100 lx als Mindestwert gefordert (vgl. Tabelle 1). Zur Beleuchtung von Verkehrswegen mit Treppen im Außenbereich gibt es in der ASR A3.4 jedoch keine eigenen Vorgaben.

Die angegebenen Zahlen sind Mindestwerte. Wenn es die Gefährdungsbeurteilung ergibt, sind spezifisch erforderliche höhere Beleuchtungsstärken festzulegen. Dies empfiehlt sich besonders für Treppen im Verlauf von Verkehrswegen im Freien.

Kennzeichnung

Mit farblichen Markierungen sind Treppenstufen leichter erkennbar. Mindestens die erste und letzte Stufe eines Treppenlaufes sollte farblich gekennzeichnet sein. Weiterhin sind Ausgleichsstufen im Verlauf von Verkehrswegen mit Warnmarkierung zu kennzeichnen.

Treppen im Verlauf von Flucht- und Rettungswegen

Zulässige Treppenformen

Als Flucht- und Rettungswege gelten grundsätzlich nur Treppen mit geraden Läufen. Wendel- und Spindeltreppen sind nur im zweiten Fluchtweg in begründeten Einzelfällen zulässig. Und zwar immer dann, wenn die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung deren sichere Benutzung im Gefahrenfall erwarten lassen.

Erforderliche Treppenbreiten

In ASR A2.3 werden Wegebreiten für den betrieblichen Personenverkehr vorgegeben. Diese Wegebreiten dürfen auch auf Treppen nicht unterschritten werden, damit die Treppen nicht zu "Flaschenhälsen" innerhalb der Flucht- und Rettungswege werden.
Die nutzbare Laufbreite von Treppen zu ständigen Arbeitsplätzen sowie von baurechtlich notwendigen Treppen soll mindestens 1,0 m betragen.* In Breite und Verlauf der Treppe und des gesamten Treppenhauses sollte ein liegender Transport einer Person auf einer Trage möglich sein.

* Durch Beiblatt 1 (Jan. 1997) zu DIN 18065 wurde die Festlegung von 1,0 m Mindestbreite für baurechtlich notwendige Treppen über die Bauordnungen der Bundesländer als technische Baubestimmung bauaufsichtlich eingeführt.