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EU-OSHA - Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz

Wie kam es zur Errichtung der EU-OSHA?

In einer am 21. Dezember 1987 gefassten Entschließung forderte der Europäische Rat die Kommission auf, die Zusammenarbeit in Europa im Bereich Sicherheit, Arbeitshygiene und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zu fördern und den Austausch entsprechender Informationen zu intensivieren. Mit der EG-Verordnung Nr. 2062/94 vom 18. Juli 1994, geändert mit EG-Verordnung Nr. 1643/95 vom 29. Juni 1995, beschloss der Rat auf Vorschlag der Kommission, eine Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz einzurichten. Sie fand ihren Sitz in Bilbao, Spanien.

Welches sind die Ziele?

Die Agentur hat das Ziel, den Einrichtungen der EU, den Mitgliedstaaten, den Betrieben und den Arbeitsschutzakteuren alle sachdienlichen, technischen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Informationen auf dem Gebiet der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen. Gemeinsam mit Regierungen, Arbeitnehmervertretern und kleinen sowie großen Unternehmen setzt sich die EU-OSHA dafür ein, Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz in ganz Europa zu fördern. Zur Organisation des Austausches wurden inzwischen 38 Focal Points eingerichtet - neben den 28 Mitgliedstaaten sind die Staaten der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) sowie Kandidaten- und potenzielle Kandidatenländer vertreten.

Was sind die Aufgaben?

Durch die Sammlung, Analyse und Verbreitung von Informationen zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit in Europa sowie durch die Organisation von europaweiten Kampagnen zur Sensibilisierung sollen die Arbeitsplätze in Europa gesünder und produktiver werden. Ein wichtiger Ansatz ist hier die Präventionsarbeit im Bereich Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Insbesondere Kleinst-, Klein- und mittlere Unternehmen werden dabei unterstützt, Gefährdungen am Arbeitsplatz zu beurteilen und ihr Wissen sowie gute praktische Lösungen auszutauschen.
Im Bereich der Forschung ermittelt und bewertet die Agentur neue und aufkommende Risiken am Arbeitsplatz. Zudem bringt sie ihre Themen in anderen Politikbereichen wie Bildung, öffentliche Gesundheit und Forschung ein und fördert so eine interdisziplinäre Denkweise zu arbeitsschutzrelevanten Themen.

Die Agentur hat u.a. folgende Aufgaben übernommen:

  • Sammlung relevanter Informationen bzgl. Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz
  • Bereitstellung von relevanten Informationen für die Europäische Kommission, um ihrer Aufgabe der Ermittlung, Ausarbeitung und Evaluierung von Maßnahmen und Rechtsvorschriften im Bereich der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz gerecht zu werden
  • Veranstaltung von Konferenzen und Seminaren
  • Förderung und Unterstützung der Zusammenarbeit und des Informationsaustausches zwischen den EU-Mitgliedstaaten
  • Verbreitung der validierten Informationen, z. B. über ein Internet-Netzwerk sowie Veröffentlichungen und Kampagnen
  • Mitwirkung an der Entwicklung der künftigen gemeinschaftlichen Aktionsprogramme

Die Informationen werden folgenden Zielgruppen zur Verfügung gestellt:

  • Sozialpartnern und ihren Vertretungen sowie Arbeitsschutzakteuren
  • Regierungen und Regierungsstellen sowie
  • der Europäischen Kommission und europäischen Institutionen
  • Forschungsinstituten und Wissenschaftlern

Weiterhin hat die Agentur Aufgaben auf europäischer Ebene zu erfüllen:

  • Belieferung der Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission mit wichtigen Statistiken und sonstigen Informationen, die für die Festlegung von prioritären Tätigkeitsbereichen erforderlich sind.
  • Zusammenarbeit mit anderen EU-Einrichtungen (z. B. der Europäischen Stiftung für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen) sowie mit internationalen Organisationen und Staaten, um Doppelarbeit zu vermeiden und den Wissensstand zu maximieren.

Wie wird die Agentur geführt?

In der Gründungsverordnung der EU-OSHA ist festgelegt, dass die Agentur von einem Direktor geleitet wird, der auf Vorschlag der Kommission vom Verwaltungsrat für fünf Jahre ernannt wird. Eine Wiederernennung ist möglich.

Frau Dr. med. Christa Sedlatschek wurde 2011 zur Direktorin ernannt und 2016 für weitere fünf Jahre bestätigt.

Frau Dr. med. Christa Sedlatschek studierte Medizin an der Universität Wien und ist Fachärztin für Arbeitsmedizin. Als Direktorin ist sie die offizielle Vertreterin der Agentur. Sie ist für die Leitung und den täglichen Betrieb der Agentur verantwortlich, einschließlich aller Finanz-, Verwaltungs- und Personalangelegenheiten. Die Direktorin ist dem Verwaltungsrat gegenüber rechenschaftspflichtig.

Der Verwaltungsrat bestimmt die Zielsetzungen und Strategien und legt Prioritäten für Bereiche fest, für die weitere Informationen bzw. Aktivitäten erforderlich sind. Er ernennt den Direktor und nimmt den jährlichen Managementplan, das Arbeitsprogramm, den Jahresbericht und den Haushaltsplan der Agentur an. Der Verwaltungsrat setzt sich aus Vertretern der Regierungen, Arbeitgebern und Arbeitnehmern der EU-Mitgliedstaaten, Vertretern der Europäischen Kommission sowie Beobachtern zusammen. Der Vorsitz des Verwaltungsrats rotiert jährlich zwischen den drei Interessengruppen.

Der Vorstand fungiert als Lenkungsgruppe und überwacht die Arbeitsleistung der Agentur. Er kommt viermal jährlich zusammen und besteht aus elf Mitgliedern des Verwaltungsrats.

Aktuelle Arbeitsschwerpunkte der EU-OSHA

Das mehrjährige Strategieprogramm (MSP) der EU-OSHA wurde im Einklang mit den im strategischen Rahmen der EU für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz (2014-2020) und in der Strategie Europa 2020 für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum festgelegten Zielen entwickelt.

Das MSP gilt für die Jahre 2014-2020. Es baut auf den Erfahrungen aus vorherigen Programmen auf und basiert auf einer Analyse der anstehenden Herausforderungen und der politischen Prioritäten auf europäischer Ebene. Die Arbeit der EU-OSHA basiert grundsätzlich auf mehrjährigen Programmen sowie auf Jahresmanagementplänen, die gemäß Artikel 10 der Gründungsverordnung der Agentur erstellt und vom Verwaltungsrat verabschiedet werden. Zur Qualitätssicherung werden die Programme nach Abschluss extern evaluiert.

Das Strategieprogramm hat sechs Prioritätsbereiche mit jeweils klar umrissenen Schwerpunkten und dient als Basis für die jährlichen Arbeitsprogramme.

Hauptbereiche und Aktivitäten der EU-OSHA (Schaubild) Hauptbereiche und Aktivitäten der EU-OSHA (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)

Diese aktuellen sechs Kernbereiche sind:

  1. Zahlen und Fakten: Erhebung von Daten und Verbreitung von Informationen, beispielsweise durch die Unternehmenserhebung ESENER
  2. Tools für OSH-Management: Entwicklung von Handlungshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, wie beispielsweise dem interaktiven Online-Tool zur Gefährdungsbeurteilung (OiRA)
  3. Networking und Unternehmenskommunikation: Vernetzung (auf strategischer und operativer Ebene) und Kommunikationspolitik
  4. Wissen vernetzen: Aktivitäten in Wissensnetzwerken, in erster Linie durch den Aufbau der Online-Enzyklopädie OSHwiki
  5. Sensibilisieren: Sensibilisierung, insbesondere durch die Kampagnen für gesunde Arbeitsplätze
  6. Veränderungen vorwegnehmen: Antizipation des Wandels sowie von neuen und aufkommenden Risiken durch Prognoseaktivitäten (Literaturauswertungen, Befragungen, Erstellung von Szenarien)

Kontakt EU-OSHA

Hauptsitz in Bilbao
European Agency for Safety and Health at Work
12 Santiago de Compostela (Edificio Miribilla), 5th Floor
E-48003 Bilbao, Spain

Tel. +34 944-358-400
Fax +34 944-358-401
information@osha.europa.eu

Verbindungsbüro in Brüssel
European Agency for Safety and Health at Work
Square de Meeûs 38/40
B-1000 Brussels, Belgium

Tel. +32 2 401 68 59
Fax +32 2 401 68 68
obrien@osha.europa.eu