Nationaler Focal Point der EU-OSHA

Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) ist die zentrale Einrichtung der Europäischen Union für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Sie bündelt und verbreitet Informationen, setzt thematische Schwerpunkte und vernetzt nationale Regierungen, Sozialpartner und Unternehmen.

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Auf nationaler Ebene arbeitet die EU-OSHA mit einem Netzwerk aus 38 Focal Points (FOP). Die Regierungen benennen Institutionen als Schnittstellen zwischen der EU-OSHA und den nationalen Arbeitsschutzsystemen. Jeder Focal Point koordiniert ein dreigliedriges Netzwerk aus staatlichen Arbeitsschutzakteuren, Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen sowie weiteren relevanten Akteuren. Das FOP-Netzwerk umfasst neben den EU-Mitgliedstaaten auch EFTA-Staaten und EU-Beitrittskandidaten. Für Deutschland hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) die BAuA als Focal Point benannt. Seit Anfang 2015 nehmen wir diese Funktion wahr.

Der bei der BAuA angesiedelte Focal Point

Die BAuA legt in ihrer Rolle als Focal Point besonderen Wert auf Vernetzung, Kommunikation und den Kontakt zur Praxis: Wir organisieren den Wissenstransfer zwischen der EU-OSHA und den nationalen Arbeitsschutzakteuren, beteiligen uns an der Planung und Umsetzung der EU-OSHA-Kampagnen auf nationaler Ebene und sind für die Auswahl des nationalen Preisträgers im Rahmen des europäischen Wettbewerbs zuständig.

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Aktivitäten der EU-OSHA

  • Im Oktober 2026 startet die neue Kampagne 2026–2028 der EU-OSHA unter dem Motto "Gemeinsam für psychische Gesundheit bei der Arbeit – Prävention psychosozialer Risiken stärken!". Ziel ist es, das Bewusstsein für psychosoziale Risiken am Arbeitsplatz zu erhöhen und Prävention systematisch zu fördern.
  • Wichtiger Bestandteil der Kampagne ist der Wettbewerb für gute Praxislösungen (Good Practice Award). Der Wettbewerb greift jeweils das Thema der aktuellen Kampagne auf und zeichnet Organisationen und Unternehmen aus, die wirksame Maßnahmen zur Prävention von Risiken für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit umsetzen. Der nächste Wettbewerb startet zeitgleich mit der Kampagne 2026–2028 im Oktober 2026.
  • Daneben vergibt die EU-OSHA seit 2009 jährlich den mit 5.000 Euro dotierten Filmpreis "Gesunde Arbeitsplätze" für den besten Dokumentarfilm mit Arbeitsbezug. Die Preisverleihung findet jeweils im Oktober im Rahmen des Dokumentarfilmfestivals Doclisboa in Lissabon statt.

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Die wichtigsten Aufgaben der FOP

  • Unterstützung von EU-OSHA-Initiativen durch Informationen und Feedback aus den Mitgliedsstaaten sowie durch die Zusammenarbeit mit dem nationalen Focal Point Netzwerk
  • nationale Umsetzung der EU-OSHA-Kampagnen
  • Benennung nationaler Expertinnen und Experten (z. B. für Fachveranstaltungen oder zur Durchsicht von Expertisen)
  • Informationsvermittlung zwischen der EU-OSHA und den nationalen Mitgliedern des Netzwerks sowie Platzierung von nationalen Anliegen bei der Europäischen Agentur

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Mitglieder des Deutschen Focal Point Netzwerks

Die Basis für die Arbeit des deutschen Focal Points bildet das nationale Netzwerk. Bedingt durch das komplexe nationale Arbeitsschutzsystems in Deutschland, unterstützen Repräsentanten der wichtigsten Institutionen und Interessensgruppen den Focal Point im Wissenstransfer in die nationalen Netzwerke und umgekehrt in Richtung EU-OSHA.

Zentrale Akteure im nationalen Netzwerk in Deutschland der EU OSHA:

Die Länder werden durch die Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung (SenASGIVA) in Berlin vertreten, welche die Informationen aus den Ländern koordiniert und regelmäßig dem Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI) berichtet.
www.berlin.de/sen/asgiva/

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) ist der Spitzenverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften und der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand. Er ist für die Einbeziehung aller Unfallversicherungsträger ins Netzwerk verantwortlich.
www.dguv.de

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) vertritt die Gewerkschaften gegenüber den politischen Entscheidungsträgern, Parteien und Verbänden in Bund, Ländern und Gemeinden und koordiniert die gewerkschaftlichen Aktivitäten.
www.dgb.de

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) ist der sozialpolitische Spitzenverband der deutschen Wirtschaft. Zentrale Aufgabe der BDA ist es, die unternehmerischen Interessen im Bereich der Sozialpolitik aktiv zu vertreten.
www.arbeitgeber.de

Die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) ist eine auf Dauer angelegte Strategie von Bund, Ländern und Unfallversicherungsträgern zur Stärkung von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Ziel ist es, die bereits bestehenden Arbeitsschutzmaßnahmen einheitlich und transparent zu regeln und ihre Umsetzung am Arbeitsplatz nachhaltig voranzutreiben.
www.gda-portal.de

Die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) ist eine gemeinsame Plattform von Verbänden und Institutionen der Wirtschaft, Unternehmen, Gewerkschaften, der Bundesagentur für Arbeit, Sozialversicherungsträgern, Kammern und Stiftungen. Gemeinsam mit der Politik setzen sie sich für eine neue, nachhaltige Arbeitskultur ein. Beratung und Information, Austauschmöglichkeiten sowie ein Förderprogramm für Projekte gehören ebenso zum Angebot der Initiative wie inspirierende Beispiele aus der Praxis.


www.inqa.de

Der Bund ist durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und die BAuA vertreten. Als maßgebliche Ressortforschungseinrichtung berät die BAuA das BMAS in allen Fragen zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit sowie zur menschengerechten Gestaltung der Arbeitsbedingungen. Hierfür stellt die BAuA aktuelle Erkenntnisse aus Forschung und Umsetzung zur Verfügung.
www.bmas.de
www.baua.de

Weitere Informationen

BAuA-Forschung zum Kampagnenthema

Kontakt

Nathalie Henke

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Friedrich-Henkel-Weg  1-25
44149 Dortmund

FOP-info@baua.bund.de

Weitere Kontaktmöglichkeiten