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Arbeitszeitberichterstattung für Deutschland: Auswertung, wissenschaftliche Aufbereitung/Verwertung und Weiterführung

Projektnummer: F 2398 Projektdurchführung: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) / infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH, Bonn Status: Abgeschlossenes Projekt

Projektbeschreibung:

Ziel des Projekts "Arbeitszeitberichterstattung für Deutschland: Auswertung, wissenschaftliche Aufbereitung/Verwertung und Weiterführung" war die Publikation und Kommunikation von Erkenntnissen zu Arbeitszeit und arbeitszeltnahen Aspekten in Deutschland. Hierzu wurden die Daten aus der ersten Welle der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2015 analysiert sowie eine zweite Welle der als Panelbefragung angelegten BAuA-Arbeitszeitbefragung im Jahr 2017 durchgeführt, deren Daten auch für erste Publikationen und Präsentationen genutzt wurden.

Die Datengrundlage für die im Projekt angestrebten Publikationen bot zunächst die erste Welle der BAuA-Arbeitszeitbefragung: eine repräsentative Stichprobe von 20.000 Erwerbstätigen in Deutschland, die unter anderem Auskunft zu ihrer Erwerbssituation, Aspekten der Arbeitszeit, anderen Arbeitsbedingungen und ihrer Gesundheit und ihrem Wohlbefinden gegeben haben.

Um sowohl Stabilität von Zusammenhängen über die Zeit als auch sich wandelnde Arbeitsbedingungen abbilden zu können, wurden sowohl die Teilnehmer der ersten Welle der BAuA-Arbeitszeitbefragung als auch neu hinzugewonnene Teilnehmer In der zweiten Welle der BAuA-Arbeitszeitbefragung zu den oben genannten Aspekten befragt.

Die Ergebnisse wurden im Hinblick auf die drei Forschungsschwerpunkte "sozialstrukturelle Merkmale und Arbeitszeitgestaltung", "Arbeitszeitgestaltung und Gesundheit" sowie "Work-Life Balance und Entgrenzung" untersucht. Der Einfluss des Wandels der Arbeit wurde in allen drei Forschungsschwerpunkten berücksichtigt.

Sozialstrukturelle Merkmale und Arbeitszeitgestaltung

Die Analysen der Daten der BAuA-Arbeitszeitbefragung geben einen Überblick darüber, wie die Arbeitszeit In verschiedenen Beschäftigtengruppen gestaltet ist. So wurden Im Arbeitszeitreport verschiedene Merkmale der Länge, Lage und Flexibilität der Arbeitszeit nach Geschlecht, Alter, Bildungsniveau, Wirtschaftsbereichen, Betriebsgröße und Arbeitsintensität analysiert. Darüber hinaus wurden die Arbeitszeitbedingungen in atypischen Beschäftigungsformen, wie (Solo-) Selbständigkeit, Mehrfachbeschäftigung und in einer weiteren Publikation auch bei Leiharbeit untersucht. Auch Arbeitszeitbedingungen von Beschäftigten In spezifischen Wirtschaftsbereichen und Berufen wurden betrachtet. Zum Beispiel zeigen Analysen zu Beschäftigten im Gastgewerbe im Vergleich zu anderen Branchen eine hohe arbeitszeitliche Beanspruchung wie überlange Arbeitszeiten, Arbeit zu untypischen Zeiten sowie hohe Flexibilitätsanforderungen bei wenigen Flexibilitätsmöglichkeiten. Der 2018 erschienene Bericht, in dem die Arbeitszeltbedingungen 2015 mit denen in 2017 verglichen wurden, Identifiziert besonders belastete Berufsgruppen im Hinblick auf die Arbeitszeit, wie z. B. Pflegeberufe.

Arbeitszeit und Gesundheit

In Bezug auf die Rolle der Arbeitszeitgestaltung für die Gesundheit von Beschäftigten zeigen der Arbeitszeltreport und weitere Publikationen erwartungsgemäß, dass höhere Arbeitszeitanforderungen in Bezug auf Dauer, Lage und Flexibilität häufig mit schlechterer Gesundheit einhergehen. Zum Beispiel schätzten Beschäftigte ihren allgemeinen Gesundheitszustand schlechter ein und waren häufiger von gesundheitlichen Beschwerden wie Schlafstörungen oder Erschöpfung betroffen, wenn sie überlange Arbeitszeiten hatten, in Schicht arbeiteten oder von häufigen Arbeitszeitänderungen betroffen waren. Beschäftigte, die die Möglichkeit hatten, ihre Arbeitszeit an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, berichteten häufiger von besserer Gesundheit.

Work-Life Balance und Entgrenzung

Unter anderem vor dem Hintergrund von steigender Frauenerwerbstätigkeit einerseits und einer Zunahme an flexibler Arbeits(zeit)gestaltung andererseits steigen Anforderungen an die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben. Daher wurden im Arbeitszeitreport 2016 und in weiteren Publikationen und Präsentation unter anderem die Rolle von Arbeitszeit für die Work-Life Balance, Arbeitszeitwünsche in unterschiedlichen Lebenssituationen sowie die Entgrenzung von Arbeit durch ständige Erreichbarkeit thematisiert. Weiterhin wurde auch das Thema berufliche Mobilität - wie das Pendeln zur Arbeit und Telearbeit/Homeoffice untersucht. Unter anderem zeigt sich, dass fast die Hälfte der Beschäftigten - vor allem Vollzeitbeschäftigte - weniger Stunden pro Woche arbeiten möchten als sie es derzeit tatsächlich tun. Während Arbeitszeiten und Arbeitszeitwünsche bei Männern über das Erwerbsleben hinweg ziemlich stabil bleiben, sind diese bei Frauen deutlich stärker abhängig von ihrer aktuellen Lebensphase. Weiterhin zeigt sich, dass hohe zeitliche Flexibilitätsanforderungen an die Beschäftigten und auch die Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit für Arbeitsbelange sowie lange Pendelzeiten mit einer reduzierten Zufriedenheit mit der Work-Life Balance einhergehen. Ein Im europäischen Vergleich geringer Anteil der Beschäftigten hat mit seinem Arbeitgeber eine Vereinbarung für Homeoffice bzw. Telearbeit.

Die Erkenntnisse der Untersuchungen wurden Im Rahmen von BAuA-Berichten (z. B. Arbeitszeitreport Deutschland 2016) als auch In Form wissenschaftlicher Fachartikel und Präsentation auf Fachveranstaltungen der Öffentlichkeit und der Wissenschaft zugänglich gemacht.

Publikationen

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Fachbereich 1 "Grundsatzfragen und Programme"

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