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Psychische Erkrankungen in der Arbeitswelt und betriebliche Wiedereingliederung: Evaluation des Angebots einer psychosomatischen Sprechstunde in Betrieben in Niedersachsen (Projekt 3)

Projektnummer: F 2397 Projektdurchführung: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) / Burghof-Klinik, Rinteln / IEGUS, Institut für europäische Gesundheits- und Sozialwirtschaft GmbH, Berlin Status: Abgeschlossenes Projekt

Projektbeschreibung:

Im Projekt "Psychische Erkrankungen in der Arbeitswelt und betriebliche Wiedereingliederung: Evaluation des Angebots einer psychosomatischen Sprechstunde in Betrieben in Niedersachsen" wurde eine psychosomatische Sprechstunde (PSIB) bzw. ein "Präventives Gesundheitscoaching" (der Name wurde alternativ für das gleiche Angebot verwendet) durch die BAuA wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

Ziel der PSIB war eine verbesserte Früherkennung von beginnenden oder fortgeschrittenen psychischen Beeinträchtigungen, die Vermeidung der Manifestation von Erkrankungen bzw. Verhinderung einer Chronifizierung. Zu Beginn des Projektes gab es wenige vergleichbare Angebote für eine PSIB und entsprechend waren Umsetzung, Erfolg und Nutzen wenig wissenschaftlich erforscht. Inzwischen erfahren vergleichbare Projekte eine etwas größere Verbreitung und Erforschung. Das Projekt sollte einen weiteren Erkenntnisgewinn generieren, indem der Prozess der Einführung begleitet wurde und die PSIB im Rahmen eines 1-Jahres-Follow-ups aus der Perspektive verschiedener Stakeholder evaluiert wurde.

Als Forschungsmethode wurde ein qualitatives Forschungsdesign verwendet. In Gruppeninterviews mit Akteuren aus den Betrieben und Einzelinterviews mit Nutzern der PSIB sollten Aussagen zur Umsetzung, Akzeptanz und Inanspruchnahme generiert werden. Es sollten darüber hinaus Erkenntnisse zu den Nutzern (Erkrankungen/Probleme) und zum Beitrag der PSIB hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit, der Weitervermittlung ins medizinisch-therapeutische System und zum Umgang mit psychischen Erkrankungen im Betrieb gewonnen werden.

Durch die Gruppendiskussionen in vier Betrieben konnten differenzierte Erkenntnisse zur Sichtweise der betrieblichen Stakeholder gewonnen werden. Die Interviewbereitschaft der Nutzerinnen und Nutzer der Sprechstunde war hingegen sehr gering ausgeprägt und auch die Sprechstunde selbst hatte mit 64 teilnehmenden Personen (122 Gespräche) aus 17 Betrieben in zwei Jahren einen geringeren Zulauf als erwartet.

In der Evaluation konnte gezeigt werden, dass die betrieblich angebotene Sprechstunde zum präventiven Gesundheitscoaching für Beschäftigte mit einer sehr breiten Symptombelastung einen niedrigschwelligen und zeitnahen Zugang zu präventiver Beratung bis hin zu akuter psychotherapeutischer Betreuung bietet. Etwa 50 Prozent der Teilnehmenden waren psychisch so stark beeinträchtigt, dass sie sich im Anschluss an die Beratung in eine ambulante oder stationäre Behandlung begeben haben.

Für die in vielerlei Hinsicht sehr unterschiedlichen Betriebe erwies sich die PSIB als eine flexibel ein- und umsetzbare Möglichkeit der Unterstützung im Umgang mit psychisch beeinträchtigten Beschäftigten. Es konnten Handlungsempfehlungen abgeleitet werden, inwiefern die Sprechstunde ihr Potenzial als ein Baustein zu Förderung, Erhalt bzw. Wiederherstellung der psychischen Gesundheit der Beschäftigten entfalten kann und ggf. einen Beitrag zu einem Kulturwandel im Sinne einer Enttabuisierung und Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen leisten kann. Veröffentlichungen zu den Ergebnisse der Studie und den Handlungsempfehlungen sind in Vorbereitung.

Die Studie war ein Teilprojekt eines größeren Projektbündels der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, dessen Hauptziel die umfassende Beschreibung der Situation psychisch erkrankter Menschen in der Arbeitswelt ist. Auf Grundlage der Ergebnisse können Empfehlungen zur Verbesserung von betrieblich orientierter Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention sowie der betrieblichen Wiedereingliederung in Deutschland gegeben werden.

Kontakt

Fachgruppe 3.3 "Evidenzbasierte Arbeitsmedizin, Betriebliches Gesundheitsmanagement"

Service-Telefon: 0231 9071-2071 Fax: 0231 9071-2070