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Ermittlung der tatsächlichen Licht­exposition aus natürlichen und künstlichen Quellen im Hinblick auf zirkadiane Wirkungen bei schicht­arbeitenden Beschäftigten - Kooperations­projekt der BAuA und PHE

Projektnummer: F 2355 Projektdurchführung: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) Status: Abgeschlossenes Projekt

Projektbeschreibung:

Schichtarbeit, die mit einer Störung der Synchronisation circadianer physiologischer Vorgänge im menschlichen Körper mit dem natürlichen 24-Stunden-Tag-Nacht-Rhythmus verbunden ist, wird mit einer Reihe von Krankheiten in Verbindung gebracht. Seit der Identifizierung eines neuen, nicht-visuellen photorezeptiven Mechanismus, der in der Regulierung der physiologischen Vorgänge aktiv ist, wird unter Laborbedingungen der Einfluss des Lichts auf die circadiane Rhythmik erforscht. Um zu einem besseren Verständnis eines möglichen Zusammenhangs zwischen Schichtarbeit und Gesundheitsrisiken zu gelangen, sind Untersuchungen der persönlichen Lichtexpositionen in Feldstudien von großer Bedeutung.

An der gemeinsamen Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und der Public Health England (PHE) haben insgesamt 85 Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger des Klinikums Dortmund und des King's College Hospital in London teilgenommen. Bei den 42 Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger in Dortmund handelte sich entweder um schichtarbeitende Beschäftigte, die in drei 8-stündigen Schichten arbeiteten (Früh-, Spät- und Nachtschicht) oder um tagarbeitende Krankenpflegekräfte (8 Stunden). Die 43 Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger in London verrichteten entweder eine 12-stündige Schichtarbeit (Tagschicht und Nachtschicht) oder eine 8-stündige Tagarbeit. Die Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger haben die Lichtexposition sowohl während als auch außerhalb der Arbeitszeit eine Woche lang und zu drei Jahreszeiten (Winter, Frühling und Sommer) anhand eines auf Brusthöhe befestigten Detektors gemessen.

Das Ziel war es, für diesen Beruf charakteristische Merkmale bei der Lichtexposition zu identifizieren. Zur Einschätzung der nicht-visuellen Lichtwirkung diente die Lichtexposition im blauen Spektralbereich. Zusätzlich wurde auch die Beleuchtungsstärke erfasst, die für den Einfluss des Lichts auf das visuelle System maßgebend ist. Für die beiden Lichtexpositionen gilt Folgendes:

  • Arbeitszeitbezogene und jahreszeitliche Unterschiede der Lichtexposition sind sowohl in Dortmund als auch in London trotz großer intra- und interindividueller Unterschiede deutlich zu erkennen.
  • Die Lichtexposition an Arbeitstagen wird grundsätzlich durch die Arbeitszeit bestimmt und erreicht ihre maximalen Werte während der Wegzeiten zum bzw. vom Arbeitsplatz.
  • Die Lichtexposition durch künstliche Beleuchtungsquellen in Innenräumen am Arbeitsplatz und zu Hause ist sehr viel geringer als die relativ kurz andauernde Lichtexposition gegenüber natürlichem Tageslicht im Freien.
  • 8-stündige Arbeitstage in Dortmund und London ermöglichten zumindest auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause höhere Lichtexpositionen. An 12-stündigen Tagschicht-Arbeitstagen in London ist die mittlere Lichtexposition dagegen zu allen Jahreszeiten gering – bedingt durch den ganztägigen Aufenthalt der Krankenpfleger/innen am Arbeitsplatz.
  • Jahreszeitliche Unterschiede der Lichtexposition zwischen Winter und Sommer sind deutlich zu erkennen, Unterschiede zwischen Frühling und Sommer sind stark wetterabhängig.

Publikationen

Kontakt

Fachgruppe 2.2 "Physikalische Faktoren"

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