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Belastungen des Muskel-Skelett-Systems bei der Arbeit - integrative Präventionsansätze praktisch umsetzen

Dieses Thema wurde im Rahmen des Modellprogramms zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen am 2. April 2007 als Förderschwerpunkt ausgeschrieben.

Muskel-Skelett-Erkrankungen verursachen nach wie vor mehr als ein Viertel der betrieblichen Ausfallzeiten. Sie stehen in Deutschland ebenso wie in anderen Industriestaaten an der Spitze der Krankheitsstatistiken. Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems werden durch berufliche, außerberufliche und individuelle Einflussfaktoren verursacht oder mitverursacht oder in ihrem Verlauf ungünstig beeinflusst. Internationale Schätzungen belegen, dass zwischen 15 und 30 % der Fälle durch arbeitsbedingte Faktoren verursacht werden.

Im Fokus der seit 2007 geförderten drei Modellprojekte standen Tätigkeiten mit hohen physischen Belastungen. In diesem Zusammenhang sind insbesondere repetitive manuelle Arbeitsprozesse, Arbeiten in Zwangshaltung, Arbeiten mit erhöhten Kraftanstrengungen, Lastenhandhabung und Einwirkungen von mechanischen Schwingungen von Interesse. Bei der Erarbeitung der Präventionskonzepte sollen komplexe Beziehungen zu weiteren Faktoren, wie Arbeitsorganisation, psychosozialen Faktoren usw. berücksichtigt werden. Modellhafte Konzepte zur innovativen und integrativen Gestaltung der Prävention arbeitsbedingter Muskel-Skelett-Erkrankungen sollen erarbeitet und erprobt werden.

Im Ergebnis sind nun Handlungshilfen vorgelegt worden, die Unternehmen und Beschäftigte über die Gefahren von Belastungen und Beanspruchungen des Muskel-Skelett-Systems informieren, ihnen praxisgerechte Präventionskonzepte und -anleitungen liefern und sie zur nachhaltigen Anwendung motivieren. Die Handlungsanleitungen sollen auf andere Bereiche, z. B. andere Branchen, Beschäftigtengruppen oder Betriebsgrößen, übertragbar sein.

Am 30. September 2010 fand die Abschlussveranstaltung des Förderschwerpunkts 2007 "Belastungen des Muskel-Skelett-Systems bei der Arbeit – integrative Präventionsansätze praktisch umsetzen" statt.

Zum Projektabschluss haben die Projekte naprima, PAKT und KoBRA ihre Projektergebnisse einer interessierten Öffentlichkeit im Balloni in Köln vorgestellt.

Kooperationsprogramm zu normativem Management von Belastungen und Risiken bei körperlicher Arbeit (KoBRA)
Institut für Arbeitswissenschaft (IAD) der Technischen Universität Darmstadt

Logo: KoBRA

Das Projekt KoBRA erprobte, wie eine vorausschauende Produktentwicklung und Arbeitsgestaltung in Produktion und Logistik gefördert und in vorhandenen Prozessen stärker berücksichtigt werden kann. Realisiert wurden die Maßnahmen in der Automobil- und Zulieferindustrie. Die Handlungshilfe enthält Instrumente und macht Vorschläge, wie ergonomische Aspekte schon in einem frühen Entwicklungsstadium von Produktionsanlagen berücksichtigt werden können.

http://www.kobra-projekt.de


Programm Arbeit Rücken Gesundheit (PAKT)
uve GmbH für Managementberatung Berlin

Logo: PAKT

Im Projekt PAKT wurde ein ganzheitliches Präventionskonzept entwickelt. In 12 Unternehmen der Entsorgungsbranche wurden unterschiedlichste Maßnahmen von der Einführung eines Arbeitsschutzmanagements, über arbeitsorganisatorische Maßnahmen bis hin zur Schulung und Sensibilisierung von Führungskräften realisiert. In der Handlungshilfe wird die Beschreibung der durchgeführten Maßnahmen ergänzt mit Hinweisen zur Übertragung im eigenen Betrieb.

http://www.pakt-praevention.de


Nachhaltige Präventionskonzepte zur Reduzierung von Muskel-Skelett-Erkrankungen in dezentralen Strukturen (naprima)
Institut für gesundheitliche Prävention, IFGP Münster

Logo: naprima

Dieses Projekt befasste sich mit der Primärprävention für Beschäftigte in dezentralen Strukturen am Beispiel Einzelhandel. Die Handlungshilfe zeigt auf, wie vor Ort belastungskritische Arbeitssituationen gemeinsam mit den Beschäftigten verbessert werden können. Flankiert durch Ausbildung und Einbindung von Multiplikatoren und der strukturellen Einbindung von Maßnahmen in die Organisation wurde gleichzeitig eine dezentrale Versorgung auf Dauer sicher gestellt.

http://www.naprima-projekt.de