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Begehungsverfahren "Schiefe Ebene" nach DIN 51130 bzw. ASR A1.5/1,2

Ein seit Jahren mit Erfolg angewandtes Verfahren ist das Begehungsverfahren auf der Schiefen Ebene nach DIN 51130 bzw. DIN 51097 (für Barfußbereiche).

Die Prüfung erfolgt im Sinne einer Baumusterprüfung. Die Prüfergebnisse finden Anwendung bei der Auswahl und Gestaltung von Fußböden auf der Grundlage tätigkeitsbezogener Anforderungen an die Rutschhemmung von Bodenbelägen in Arbeitsräumen und -bereichen mit Rutschgefahr (ASR A1.5/1,2).
Prinzip der Prüfung ist es, beim Abwärtsgang auf der Schiefen Ebene den Neigungswinkel zu finden, bei dem die Prüfperson unsicher wird und anfängt auszurutschen. Dazu wird während des "Gehens am Ort" durch die Prüfperson selbst der Neigungswinkel der mit dem zu prüfenden Belag belegten Trittbahn in kleinen Schritten bis zum unsicheren Zustand bzw. bis zum Ausrutschen erhöht.
Dieser sogenannte Akzeptanzwinkel α (physikalisch Reibungswinkel ρ) ist der Winkel, bei dem die Prüfperson zu rutschen beginnt, d.h. die für ein sicheres Gehen notwendige Haftreibung in die Gleitreibung übergeht. Der Akzeptanzwinkel α ist ein Maß für die Rutschhemmung des Fußbodens.
Der Akzeptanzwinkel ist soweit wie möglich in der Nähe der Haftreibung zu erfassen, d. h. praktisch die Grenze des sicheren Gehens zu erfassen. Dieser Punkt ist in einem geringen Verstellbereich durch Annäherung von zu großem und zu kleinem Neigungswinkel so weit wie möglich einzugrenzen.

Die Prüfung wird mit einem definierten Prüfschuh im trockenen Zustand oder mit Prüföl (für den Barfußbereich Wasser) als Gleitmittel durchgeführt. Subjektive Einflüsse auf den Akzeptanzwinkel werden durch ein Kalibrierverfahren eingegrenzt. Der gesamte Bereich des Neigungswinkels wird in bestimmte Winkelbereiche eingeteilt. Aus diesen Winkelbereichen heraus erfolgt die Klassifizierung des geprüften Belages in bestimmte Bewertungsgruppen der Rutschgefahr (R-Gruppen).

Diese Prüfung ist wegen der Berücksichtigung des menschlichen Ganges vorteilhaft, aber nur im Labor und nicht vor Ort einsetzbar. Sie wird hauptsächlich zur Bewertung und Klassifizierung neuer Beläge eingesetzt. Nachteilig ist die mehrheitlich untypische Prüfung mit Öl statt des bei Rutschunfällen am häufigsten vorhandenen Gleitmittels Wasser.

Zuordnung der Akzeptanzwinkel zu den Bewertungsgruppen der Rutschhemmung nach ASR A1.5/1,2

AkzeptanzwinkelBewertungsgruppe
von 6° bis 10°R9
mehr als 10° bis 19°R10
mehr als 19° bis 27°R11
mehr als 27° bis 35°R12
mehr als 35°R13


Das nachfolgende Bild zeigt den Versuchsaufbau der Schiefen Ebene im Labor (Prüfung ohne Gleitmittel):

Foto: Versuchsaufbau der Schiefen Ebene im Labor

Abbildung: Versuchsaufbau der Schiefen Ebene im Labor