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Arbeitsschutzmanagementsysteme

Graphik: Arbeitsschutzmanagementsysteme

Die hohe Qualität und die erreichten Standards des Arbeitsschutzes in Deutschland lassen eine weitere nachhaltige Senkung der Unfallzahlen und arbeitsbedingten Erkrankungen mit allein technischen Maßnahmen kaum noch erwarten. Hier setzen die Instrumentarien des Arbeitsschutzes an, die Organisations- und Verhaltensmängel einbeziehen und als systematisch entwickelte und bewertbare Managementsysteme den Arbeitsschutz weiter fördern sollen.

Ausgangspunkt für die nationale deutsche Haltung zu Arbeitsschutzmanagementsystemen (AMS) ist die Bekanntmachung des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung (BMA; seit 2005 Bundesministerium für Arbeit und Soziales - BMAS) "Managementsysteme im Arbeitsschutz - Gemeinsamer Standpunkt des BMA, der obersten Arbeitsschutzbehörden der Bundesländer, der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung und der Sozialpartner". Konkretisierungen sind als "Eckpunkte des BMA, der obersten Arbeitsschutzbehörden der Bundesländer, der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung und der Sozialpartner zur Entwicklung und Bewertung von Konzepten für Arbeitsschutzmanagementsysteme" vom BMA bekannt gemacht worden. Die Eckpunkte beinhalten die deutsche Konzeption zu AMS.

Die sich zunehmend auf die internationale Ebene verlagernde Diskussion über AMS stellt immer wieder auch die Frage nach der Normung derartiger Systeme in Anlehnung an die Normenreihe ISO 9000 ff. für Qualität und ISO 14000 ff. für Umwelt. Hintergründe enthält der Bericht Nr. 11 der Kommission Arbeitsschutz und Normung "Zur Problematik der Normung von Arbeitsschutzmanagementsystemen", der auch die Ergebnisse des ISO-Workshops "International Workshop on Occupational Health and Safety (OH&S) Management Systems Standardization" (Genf, September 1996) zusammenfasst.

Ein Antrag bei ISO zur Normierung von AMS fand im April 2000 nicht die notwendige Mehrheit der Mitglieder von ISO.

Seit Herbst 1999 entwickelt auch die Internationale Arbeitsorganisation - International Labour Organisation (ILO) basierend auf einem ILO-Bericht zu AMS eigenständige "Guidelines on Occupational Safety and Health Management Systems". Dieser Leitfaden soll als internationaler Rahmen den einzelnen Staaten Hilfestellung bei der Entwicklung nationaler Konzepte zu AMS geben. Im April 2001 ist der Leitfaden im Rahmen eines Expertentreffens in Genf beraten und vom Verwaltungsrat der ILO im Juni verabschiedet worden. Anfang Dezember 2001 ist eine gedruckte englische Fassung (deutsche Übersetzung: ILO Leitfaden AMS) des Leitfadens vom International Labour Office der ILO herausgegeben worden (ISBN 92-2-111634-4).
In Deutschland wurde seit September 2001 unter Einbeziehung der beteiligten Kreise, an einem nationalen Leitfaden für AMS und einem damit verbundenen Umsetzungskonzept gearbeitet. Diese beiden Elemente eines nationalen Rahmenkonzepts für AMS wurden am 19.06.2002 in Dortmund der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Leitfaden ist in der Ausgabe 1/2003 des Bundesarbeitsblatts veröffentlicht worden.

Die beteiligten Kreise haben sich weiterhin auf Thesen zum Stellenwert des nationalen Leitfadens verständigt. Dieses Stellenwertpapier und ein begleitender Aufsatz von Bamberg / Böhm / Brückner / Große-Jäger / Hiltensperger / Kaiser / Pieper / Strothotte ist in der Ausgabe 10/2002 des Bundesarbeitsblatts abgedruckt. Um den Überblick zu bestehenden Konzepten für AMS zu verbessern und einen Vergleich dieser Konzepte mit dem nationale Leitfaden für AMS zu ermöglichen hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) auf dieser Seite eine "Toolbox AMS" bereitgestellt. Dazu kommt eine Sammlung von Positivbeispielen für einen systematischen und integrierten Arbeitsschutz in Unternehmen.

Die BAuA berät das Bundesministerium für Arbeit und Soziales auf dem Gebiet der AMS und initiiert Forschungsvorhaben, die die beratende Funktion unterstützen und auch Externen, wie Behörden, Betrieben und allen am Arbeitsschutz interessierten Personen und Organisationen, zugänglich gemacht werden. Neben der Begleitung und Mitgestaltung der genannten nationalen, europäischen und internationalen Aktivitäten ist die BAuA mit der Initiierung von Projekten in der Forschung und bei der Forschungsanwendung befasst.

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