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Alternativen

Biozidfreie Methoden und Minimierungsmöglichkeiten

Aufgrund der spezifischen Eigenschaften von Biozidprodukten birgt die Verwendung von diesen auch mögliche Risiken für Mensch und Umwelt. Daher sollte die Verwendung von Bioziden auf ein notwendiges Maß minimiert werden. Dies kann dadurch geschehen,

  • dass man in Bereichen auf Biozide verzichtet, in denen keine Notwendigkeit hierzu besteht (beispielsweise sollten im Haushalt nur in Ausnahmefällen desinfizierende Reiniger eingesetzt werden),
  • dass man durch geeignete vorbeugende Maßnahmen einen Befall durch Schädlinge verhindert und somit den Einsatz von Bioziden unnötig macht,
  • dass man auf biozid-freie Alternativen zurückgreift.

Schädlingsbekämpfung

Vorbeugende Maßnahmen

Eine Anwendung biozidhaltiger Produkte sollte generell nicht durch Laien erfolgen, sondern ausgebildeten Fachkräften vorbehalten bleiben. Vor jeder Bekämpfungsmaßnahme sollte eine genaue Bestimmung der Schädlinge erfolgen. In vielen Fällen ist es möglich, mit einfachen Mitteln etwas gegen Schädlinge im Haus zu unternehmen oder ein Auftreten im Vorfeld durch geeignete Verhaltensweisen zu verhindern. Als vorbeugende Maßnahmen sind anzusehen:

  • Fliegengitter vor den Fenstern verhindern den Zuflug bzw. die Zuwanderung von Insekten. Daneben wird das Anlocken von Insekten vermieden, wenn beim Lüften das Licht ausgeschaltet wird.
  • Bewahren Sie Lebensmittel in fest verschließbaren Behältern auf. Verwenden Sie kein Schrankpapier, da darunter Schlupfwinkel für Insekten entstehen können. Vernichten Sie befallene Vorräte.
  • Dichten Sie Ritzen und Hohlräume ab.
  • Lagern Sie Textilien gewaschen oder gereinigt, da Schweiß und Hautschuppen Insekten anlocken können.
  • Verwenden Sie verschließbare Abfallbehälter.
  • Vermeiden Sie im Garten stehende Wasseransammlungen, die als Brutstätte für Mücken dienen können, z. B. in Regentonnen, Gießkannen oder Dachrinnen.

Alternative Methoden

Als Biozid-freie Methoden zur Schädlingsbekämpfung können vor allem die Methoden angesehen werden, bei denen die Schädlinge thermisch oder mit Hilfe von UV-Strahlen zerstört werden, oder aber auch Schlagfallen.

  • Schlagfallen: Zu den Schlagfallen gehören die Fliegenklatsche oder eine "fly gun" gegen Insekten oder aber auch die klassische Mausefalle. Daneben existieren auch Lebendfallen für Kleinnager.
  • Thermische Methoden: Von Insekten oder deren Larven befallene Teile können thermisch behandelt werden. Dies ist sowohl mit Wärme als auch mit Kälte möglich. Kleine Teile können dabei (soweit sie selbst thermisch stabil genug sind) für 2 Stunden bei 60 °C im Backofen erhitzt werden. Umgekehrt können befallene Teile auch verpackt und bei mehrere Tage -18°C ins Tiefkühlfach gelegt werden.
  • UV-Lampen und elektrische Fliegenfänger: Bei den UV-Lampen gibt es zwei Fangmethoden, die beide auf die Anlockwirkung von langwelligem UV-A-Licht im Bereich von 365 Nanometer beruhen. Insekten halten dieses Licht für helles Tageslicht und empfinden dies als freien Flugraum und werden angelockt (Ausnahme sind nahrungs- oder holzsuchende Wespen).

    • In unmittelbarer Nähe der UV-Röhre befinden sich Hochspannungsgitter oder eine Gitter/ Platten-Kombination, die einfliegende Insekten durch einen Kurzschlussfunken töten. Aus Sicherheitsgründen ist die Stromstärke gering (bis 15 mA), die Spannung liegt meist bei einigen Tausend Volt. Der Aufstellort sollte für Kinder und Haustiere nicht erreichbar sein.
    • Ein weiteres, in Verbindung mit UV-Fallen eingesetztes Prinzip der Abtötung bedient sich beleimter Flächen. Angelockte Insekten bleiben an der Klebefläche haften. Diese Art der Lampen wurde mit dem "Blauen Engel" ausgezeichnet, da sie giftfrei arbeiten und somit die Luft und den Abfall nicht belasten. UV-Lampen sind aufgrund europäischer Artenschutzbestimmungen im Freien verboten, da sie wahllos alle Insekten, insbesondere Nachtfalter, töten. Sie dürfen nur in geschlossenen Räumen verwendet werden. Gegenüber Stechmücken bringen UV-Lampen weniger Erfolg, da diese auf Wärme und Kohlendioxid reagieren.

Zusatzinformationen

Kontakt 

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Gruppe 5.3 "Biozidverfahren, Prüfung von Wirkstoffen und Wirksamkeit"
Postfach  17 02 02
44061 Dortmund


Fax 0231 9071-2679