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Untersuchungsbogen und FAQ

Diese FAQ beruht auf Anfragen und sollen helfen, die Handhabung des Untersuchungsbogens zu verbessern. Ihre individuellen Anfragen beantworten wir gerne.

Wer füllt den Untersuchungsbogen aus?

Der Untersuchungsbogen wird von der staatlichen Arbeitsschutzbehörde ausgefüllt, die den Unfall vor Ort untersucht hat.

Benötigt die BAuA eine Sofortmeldung?

Nein, die BAuA benötigt vorab keine Sofortmeldung.

Woher weiß ich, ob ich die aktuelle Version des Untersuchungsbogens habe?

Auf der ersten Seite finden Sie links unten die aktuelle Versionsnummer. Die aktuellste Version des Unfallbogens finden Sie immer auf diesen Seiten.

An wen wende ich mich, wenn ich eine spezielle Anfrage zu den Statistiken der tödlichen Arbeitsunfälle habe?

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Gruppe 2.1
Fb2.1@baua.bund.de

Wohin soll der Untersuchungsbogen geschickt werden bzw. kann er auch gemailt oder gefaxt werden?

Grundsätzlich ist der Postweg mit folgender Adresse vorgesehen:

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Gruppe 2.1
Postfach 17 02 02
44061 Dortmund

Aus datenschutzrechtlichen Gründen und aufgrund der nicht einschätzbaren Zuverlässigkeit ist eine Zusendung per E-Mail (zurzeit) nicht vertretbar. Der Faxempfang ist ebenfalls nicht vorgesehen.

Wo finde ich Auswertungen der erhobenen Daten?

Wir werten jährlich die gemeldeten tödlichen Arbeitsunfälle aus. Unfallauswertungen mit Beteiligung von Arbeitsmitteln finden Sie hier in unseren Informationsschriften zu gefährlichen Produkten.

Warum fallen die Unfallzahlen der DGUV höher aus?

Im Vergleich zu bereinigten Unfallzahlen der DGUV (um mithelfende Familienangehörige, Unternehmer, Selbständige sowie Unfälle im Bergbau, Öffentlichen Dienst und öffentlichen Straßenverkehr) fallen die Anzahlen der von der BAuA untersuchten Unfälle stets niedriger aus. Dies liegt zum Teil daran, dass die Gewerbeaufsicht nicht von jedem tödlichen Unfall (sofort) Kenntnis erhält und somit eine qualifizierte Unfallaufnahme oft nicht (mehr) möglich ist. Dies trifft häufig auch dann zu, wenn ein Verunfallter später aufgrund seiner (schweren) Verletzungen verstirbt. Weiterhin kann es zu erheblichen Verzögerungen kommen, wenn Gutachten oder Gerichtsverfahren zur Klärung erforderlich sind, so dass diese Unfälle nicht mehr mit aufgenommen werden können.

Die Daten für die offizielle Statistik werden von den Unfallversicherungsträgern (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, Landwirtschaftliche Versicherung) erhoben. Beamte des Bundes und der Länder und Soldaten werden nicht erfasst. Eine gesetzliche Grundlage für eine Vollständige Erhebung fehlt zurzeit. Dies ist mit Blick auf die Berichterstattung und die Vergleichbarkeit bspw. mit EU-Ländern unbefriedigend.

Welche Unfälle werden erfasst?

Erfasst werden alle tödlichen Unfälle in der gewerblichen Wirtschaft von Beschäftigten im Sinne des Arbeitsschutzgesetzes, jedoch keine Unfälle im Bergbau, Wege- oder Straßenverkehrsunfälle. Auch Untersuchungsbögen zu Unfällen von mithelfenden Familienangehörigen, Unternehmern, Selbständigen oder Beamten können für die Unfallprävention genutzt werden.

Zu den tödlichen Arbeitsunfällen zählen auch (schwere) Unfälle, bei denen der/die Betroffene innerhalb von 30 Tagen an den Unfallfolgen stirbt. In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass zwischen dem Unfall und dem Tod des Betroffenen mehr als 30 Tage liegen. Wenn der Unfall eng mit dem Arbeitsbereich oder dem Produkt des Betroffenen in Verbindung gebracht wird, dann ist dieser Unfall auch für die Statistiken der BAuA relevant.

Kann der Untersuchungsbogen auch ohne Nennung von Namen und Anschriften ausgefüllt werden, d. h. von vornherein anonymisiert?

Ja, allerdings sind Namen und Anschriften teilweise für eine korrekte Kodierung notwendig und zur Identifizierung des Unfalls bei Rückfragen hilfreich. Fehlen diese Angaben, sollte gewährleistet sein, dass der Unfall für die BAuA nachvollziehbar ist. Dies gilt insbesondere für die Bezeichnung der Arbeitsstätte (Feld 3) und die Darstellung des Unfallherganges (Feld 60). Zur Identifizierung reicht es dabei aus, die Anfangsbuchstaben von Namen (Initialen) anzugeben. Im Bedarfsfall wird in der BAuA eine nachträgliche Anonymisierung (Schwärzung) vorgenommen.

Wann handelt es sich um einen Straßenverkehrsunfall bzw. werden gar keine Unfälle auf öffentlichen Straßen erfasst?

Entscheidend ist, ob der Arbeitsunfall ursächlich im Zusammenhang mit dem fließenden Straßenverkehr ("bewegte Verkehrsfahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr") und seinen typischen Gefahren steht oder nicht.

Wenn z. B. ein Straßenbauarbeiter von einem Fahrzeug aus dem Straßenverkehr erfasst wird, ist dies zwar ein Arbeitsunfall, aber es ist kein Untersuchungsbogen der BAuA auszufüllen, da die Zuständigkeit für diesen beim Bundesamt für Straßenwesen liegt.

Anders verhält es sich, wenn sich der Unfall zwar auf einer öffentlichen Straße ereignet, aber nicht durch den Straßenverkehr ausgelöst wird, sondern sich arbeitsbedingt ergeben hat. So z. B., wenn ein Müllwerker von dem Müllfahrzeug erfasst wird.

Was soll in Feld 3 "Bezeichnung der Arbeitsstätte" eingetragen werden?

Das Textfeld ist für die genaue Angabe des für den Arbeitsunfall relevanten Wirtschaftszweigs des Beschäftigungsbetriebs vorgesehen. Da die Zuordnung des Wirtschaftszweigschlüssels ohne Kenntnis des Betriebs oftmals schwierig ist, soll mit Hilfe des auf der BAuA-Homepage zum Download bereitgestellten Schlüsselverzeichnisses der entsprechende Schlüssel eingetragen werden. Das Schlüsselverzeichnis ist in Anlehnung an die Klassifikation der Wirtschaftszweige des Statistischen Bundesamtes, Ausgabe 2003 (WZ 2003) erstellt worden. Der Spezialfall "Leiharbeitnehmer" ist in der nächsten Frage beschrieben. Insgesamt sollten folgende drei Hauptmerkmale im Schlüsselverzeichnis in den Untersuchungsbogen eingetragen werden:
Merkmal 3: Bezeichnung der Arbeitsstätte nach WZ 2003
Merkmal 15 a: Arbeits/- Aufenthaltsbereich des Betroffenen zum Unfallzeitpunkt
Merkmal 15 b: Tätigkeit des Betroffenen zum Unfallzeitpunkt

Was ist bei Leiharbeitnehmern zu berücksichtigen?

Bei Leiharbeitnehmern liegen die Verantwortlichkeiten sowohl beim Verleih- als auch beim Entleihbetrieb. Daher sind Angaben bei "Firmenname" und "Bezeichnung der Arbeitsstätte" (Feld 3) sowohl zum Verleiher als auch zum Entleiher erforderlich. Der Schlüssel im Feld 3 sollte sich auf den Entleihbetrieb beziehen. Die weiteren Angaben im Untersuchungsbogen sollten sich auf den Entleihbetrieb beziehen. Sollten dennoch Angaben zum Verleihbetrieb nötig sein (z. B. bei Konsequenzen), sollte dies gekennzeichnet/ benannt werden.

Was bzw. wer ist in den Feldern 5 e und 5 g gemeint mit "Kenntnis vom Unfall / Tod erhalten:"?

Hier sind die Zeitpunkte (Datum und Uhrzeit) gemeint, an denen die Arbeitsschutzbehörde von dem Unfall bzw. Tod erfahren hat.

Welcher Arbeits- bzw. Aufenthaltsbereich sollte im Feld 15 a angegeben werden, wenn mehrere Möglichkeiten zutreffen?

Kodiert wird stets der engst mögliche Bereich mit Fokus auf die relevante (Gefahren-) Situation. Bei der Zuordnung des Arbeits- bzw. Aufenthaltsbereichs des Betroffenen zum Unfallzeitpunkt sind stets besondere Situationen und Gefahren zu berücksichtigen, die das Unfallgeschehen begünstigt haben. Beispielsweise ist bei einem Unfall in Verbindung mit einem Gabelstapler in einer Lagerhalle der Bereich "Transport" relevant und nicht "Lagerung", da die Gefahr durch den Gabelstapler zu berücksichtigen ist und die Lagerung hier nachrangig ist. Das Merkmal umfasst daher eine große Spanne von weit gefassten Arbeitsgebieten bis zu eng begrenzten Arbeitsplätzen - insgesamt 281 Kategorien in 32 Gruppen (siehe Merkmal 15 a aus dem Schlüsselverzeichnis).

Auf welche persönliche Schutzausrüstung (PSA) beziehen sich die Felder 21 a - d?

Diese Fragen betreffen nur die PSA, die wahrscheinlich das Ausmaß der Unfallfolge gemildert hätte und in Feld 20 a genannt worden ist.

Welche Mängel sind im Feld 29 c gemeint ("Welche Mängel lagen vor?")?

Einzutragen sind hier die Mängel mit Bezug auf die EU-Richtlinie, nach der das Arbeitsmittel in Verkehr gebracht werden musste, der es jedoch nicht entsprach (wenn Feld 29 a = "ja" und Feld 29 b = "nein").

Welche Mängel sind im Feld 30 h gemeint ("Welche Mängel wurden festgestellt?")?

Einzutragen sind hier Mängel, die bei den Prüfungen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung (Feld 30 g = "ja") festgestellt worden sind. Mängel, die anhand des Unfalls festgestellt wurden, werden im Feld 60 ("Darstellung des Unfallherganges") angegeben.

Welche Konsequenzen sind im Feld 55 a ("Betrieblicherseits") gemeint?

Hier sind die Konsequenzen gemeint, die der Betrieb nach dem Unfall von sich aus gezogen hat, d. h. ohne die amtlicherseits geforderten bzw. angeordneten Konsequenzen (siehe Feld 56 a) nochmals zu nennen.

Kontakt

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin Gruppe 2.1 "Grundsatzfragen der Produktsicherheit" Postfach 17 02 02 44061 Dortmund

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