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Schutz vor UV-Strahlung der Sonne

Natürliche UV-Strahlung der Sonne birgt erhöhtes Krebsrisiko für Arbeitnehmer im Freien

Die natürliche UV-Strahlung der Sonne gilt als ähnlich krebserzeugend wie Asbest und Tabak. Jährlich erkranken in Deutschland ca. 240.000 Menschen neu an Hautkrebs. Hier erfahren Sie, wie Beschäftigte bei der Arbeit im Freien geschützt werden können.

Zwei Gärtner mit Sonnenhut und Schirmmütze bei der Arbeit im Garten. © Uwe Völkner, Fotoagentur FOX

Ob im Baugewerbe, der Forst- und Landwirtschaft, der Postzustellung oder auch in der Fischerei – Beschäftigte dieser Branchen haben eins gemeinsam: Ihr Arbeitsalltag findet ganz oder überwiegend im Freien statt. In Deutschland betrifft das rund 2,5 Millionen Beschäftigte. Die Jahresexposition durch solare ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) ist für diese Arbeitnehmergruppe bis zu dreimal höher als bei Beschäftigten, die nicht im Freien arbeiten. Dabei gilt als gesicherte Erkenntnis, dass mit steigender angehäufter UV-Lebensdosis auch das Risiko steigt, am weißen Hautkrebs zu erkranken. Der Gesetzgeber trägt dieser Erkenntnis Rechnung, indem er 2015 bestimmte UV-bedingte Hautkrebsarten als eine neue Berufskrankheit (BK 5103) in die sogenannte Berufskrankheitenliste aufgenommen hat.
Vor diesem Hintergrund erforscht die BAuA bereits seit über 10 Jahren die Auswirkungen der solaren UV-Strahlung auf die Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer im Freien. Unser Ziel ist dabei, effektive Schutzmaßnahmen für diese Zielgruppe zu entwickeln, um so die Prävention in der betrieblichen Praxis zu unterstützen. Dafür haben wir im Rahmen eines Forschungsprojekts "Schutzkomponenten zur Reduzierung solarer UV-Expositionen bei Arbeitnehmern im Freien" (F 2036) die Effektivität, Praxistauglichkeit und Akzeptanz solcher Schutzkomponenten untersucht. Einige Ergebnisse und Empfehlungen finden Sie auf den folgenden Seiten, einen Link zum Forschungsbericht unter "Publikationen".

Hilfreiches Instrument: der UV-Index

Für die Abschätzung des gesundheitlichen Risikos durch solare UV-Strahlung ist der UV-Index sehr hilfreich. Abgeleitet wird der UV-Index von der erythem- (sonnenbrand-) wirksamen Bestrahlungsstärke der Sonnenstrahlung, gemessen auf einer ebenen Fläche. Der UV-Index wird auf einer Skala mit Werten von 0 bis 11+ angegeben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt ab einem UV-Index-Wert von 3 die Anwendung von Schutzmaßnahmen. Eine Datenanalyse mit Messwerten der UV-Messstationen des solaren UV-Monitoring-Netzes Deutschlands für die Jahre 2000 bis 2008 ergab, dass dies an 135 bis 165 Tagen im Jahr in Deutschland erforderlich ist. Aus den Daten wurde ein UV-Stufenkalender (Tab. 1) abgeleitet, der die Zeiträume und meteorologischen Situationen beschreibt, in denen Schutzmaßnahmen notwendig bzw. nicht notwendig sind.

Vereinfachter UV-Stufenkalender Tab. 1 Vereinfachter UV-Stufenkalender mit Angaben der Gefährdung auf Basis des UV-Index für den Arbeitstag an solar exponierten Arbeitsplätzen in Deutschland MESZ: Mitteleuropäische Sommerzeit bei Sonne: angegebener UV-Index wird in diesem Tages- und Jahreszeitraum im langjährigen Mittel bei sonnigen Tagesabschnitten erreicht

Empfohlene Schutzmaßnahmen

Grundsätzlich unterscheiden sich die Empfehlungen zum Schutz vor Sonnenstrahlung für die Allgemeinbevölkerung nicht von den Schutzmaßnahmen, die für Arbeitnehmer im Freien zu treffen sind. Allerdings halten sich Beschäftigte bestimmter Branchen berufsbedingt häufiger im Freien auf und sind somit der Sonnenstrahlung intensiver ausgesetzt. Der Arbeitgeber muss für diese Tätigkeiten eine Gefährdungsbeurteilung durchführen, erforderlichenfalls geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen und diese dokumentieren. Dabei haben grundsätzlich technische und organisatorische Maßnahmen Vorrang vor persönlichen Schutzausrüstungen.

Technische Schutzmaßnahmen können z. B. sein:

  • Überdachungen für ständige Arbeitsplätze im Freien, wie z. B. Kassenarbeitsplätze auf Parkplätzen
  • UV-absorbierende Abdeckungen
  • Verwendung von Sonnenschirmen oder Sonnensegeln z. B. für Kindertagesstätten
  • Verwendung von UV-absorbierenden Fenstern bei Fahrzeugen, wie z. B. Bahnen, Bussen, Gabelstaplern, Traktoren, Baggern, Kranen, Flugzeugen
  • Unterstellmöglichkeiten z. B. für Pausenzeiten

Organisatorische Schutzmaßnahmen können z. B. sein:

  • Unterweisung der Beschäftigten über mögliche Gefahren durch die Sonnenstrahlung und über Schutzmaßnahmen
  • Expositionsdauer gegenüber Sonnenstrahlung nach Möglichkeit beschränken z. B. durch einen früheren Arbeitsbeginn
  • körperlich anstrengende Arbeiten in die weniger sonnenintensiven, und damit auch kühleren Morgenstunden verlegen
  • weniger dringliche Arbeiten in eine kühlere Witterungsperiode verschieben
  • bei hohem UV-Index (> 6), und damit auch großer Hitze auf Überstunden verzichten
  • in den Mittagsstunden den Aufenthalt in der Sonne minimieren

Geeignete persönliche Schutzmaßnahmen sind z. B.:

  • Das Tragen von geeigneter körperbedeckender Kleidung und Kopfbedeckung. Die Textilien sollten über einen ausreichenden UV-Schutz verfügen.
  • Die Benutzung von Sonnenschutzcremes mit einem geeigneten Lichtschutzfaktor. Dabei sollte auf eine sachgerechte Anwendung geachtet werden (gleichmäßiger und ausreichend dicker Auftrag von 2 mg/cm²; eine zu geringe Auftragungsmenge führt zu einer deutlichen Reduzierung des Lichtschutzfaktors auf bis zu einem Drittel).
  • Das Tragen einer Sonnenschutzbrille. Anforderungen an die Sonnenschutzfilter für den gewerblichen Bereich sind in der DIN EN 172 festgelegt.

Das Messnetz

Seit 1996 ist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin ein assoziiertes Mitglied im deutschlandweiten Messnetz (Messstation Dortmund). Aufgabe des Messnetzes ist die kontinuierliche, spektrale Erfassung der am Erdboden messbaren solaren UV-Strahlung. Das Messnetz wurde 1993 vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gemeinsam mit dem Umweltbundesamt (UBA) gegründet.

Die wichtigsten Aufgaben des solaren UV-Messnetzes sind:

  • Die Bewertung der UV-Strahlung aus arbeitsmedizinischer und ökologischer Sicht.
  • Die Bereitstellung von Informationen zum Schutz vor UV-Strahlung.
  • Die Bereitstellung von Information über die aktuelle UV-Strahlenbelastung.
  • Die Darstellung aktueller UV-Index-Messwerte aller Stationen sowie einer 3-Tages-UVI-Prognose für Nord-, Mittel- und Süddeutschland.
  • Diese werden auf den Internetseiten des BfS eingestellt (siehe unter Links).
  • Die Veröffentlichung der gemessenen Werte und ihre Interpretation in den Jahresberichten.

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