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Ist eine Raumluft­desinfektion von Produktions­stätten oder anderen geschlossenen Räumen zur Inaktivierung von SARS-CoV-2-Viren durch Vernebelung von Desinfektions­mitteln ("Kalt­vernebelung"), z. B. Wasserstoff­peroxid, bei laufendem Betrieb in Anwesenheit von Beschäftigten zulässig?

Auch die Kaltvernebelung nicht kennzeichnungspflichtiger Gemische unterliegt der Gefahrstoffverordnung. Kann eine Gesundheitsgefährdung anwesender Personen auftreten, z. B. weil der desinfizierend wirksame Stoff (häufig Wasserstoffperoxid) schleimhautreizende Eigenschaften hat und daher zu einer Reizung von Augen und Atemwegen führen kann, sind die Regeln der Gefahrstoffverordnung zu beachten:

  • Die absichtliche Freisetzung eines Gefahrstoffes widerspricht dem Gebot, die Gefährdung möglichst gering zu halten (Minimierungsgebot).
  • Um eine Minimierung der Gefährdung sicherzustellen, gibt die Gefahrstoffverordnung eine Rangfolge der Schutzmaßnahmen zur Verhinderung einer Gesundheitsgefährdung vor. An erster Stelle ist zu prüfen, ob ein Ersatz durch andere geeignete Maßnahmen mit geringerer Gefährdung möglich ist. Im besten Fall kann ein Gefahrstoffeinsatz vollständig vermieden werden. Um die Ansteckungsgefahr in Produktionsstätten oder anderen geschlossenen Räumen zu verringern, ist dies durch einfache Maßnahmen der "AHA+L"-Regeln wie Abstandswahrung, das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen und ausreichende Zufuhr unbelasteter Luft (Frischluft) gegeben.

Da diese Gemische als Desinfektionsmittel eingesetzt werden, handelt es sich nicht nur um Gefahrstoffe, sondern ebenfalls um Biozid-Produkte. Unabhängig vom Zulassungsstatus dürfen Biozid-Produkte nicht verwendet werden, soweit damit zu rechnen ist, dass ihre Verwendung im jeweiligen Anwendungsfall schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen hat.

Eine Raumluftdesinfektion durch Kaltvernebelung, die mit einer dauerhaften Belastung gegenüber raumluftdesinfizierenden Mitteln mit Reizwirkung verbunden ist, ist daher in Anwesenheit von Beschäftigten oder anderen Personen nicht zulässig.

Stand: 10.11.2020

FAQ-Nr.: 0033

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