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Was ist bei dezentralen Sekundärluft­geräten (ohne Außenluft­zufuhr) zu beachten?

Hinweis: Für die Beurteilung raumlufttechnischer Geräte aus Sicht des Infektionsschutzes ist entscheidend, ob die Geräte eine Lüftungsfunktion besitzen, also Außenluft zuführen oder ansonsten über entsprechende Einrichtungen zur Reinigung der Raumluft von Viren verfügen.

Dezentrale Sekundärluftgeräte führen den Räumen im Allgemeinen keine Außenluft zu, so dass keine Abfuhr von virenbelasteten Aerosolen erfolgt. Allerdings können sie infolge der Raumluftdurchmischung zu einem Verdünnungseffekt beitragen und so das Infektionsrisiko räumlich begrenzt verringern. Jedoch kann die luftstromlenkende Wirkung dieser Geräte bei falscher Positionierung unter Umständen infektiöse Viren direkt von einer Person zu anderen Personen im selben Raum leiten und das Infektionsrisiko auf diese Weise erhöhen. Beim Einsatz von Sekundärluftgeräten ohne spezielle Luftreinigungsfunktion, wie Ventilatoren, Geräten zur persönlichen Kühlung oder Erwärmung, sollte für Räume mit Mehrfachbelegung daher im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung geprüft werden, ob ein erhöhtes Infektionsrisiko resultiert. Dabei sind die spezifischen Randbedingungen zu beachten, wie Aufenthaltsdauer der Personen, Raumgeometrie, Arbeitsplatzanordnung, Gerätestandort und Raumluftströmung.

Einen speziellen Anwendungsfall stellen elektrische Handtrockner dar, welche im weitesten Sinne auch zu Sekundärluftgeräten zählen. Bei Warmlufttrocknern bestanden aufgrund ihres Einsatzes zur Handhygiene zu Beginn der Pandemie Bedenken, dass beim Händetrocknen ggf. virenbelastete Tröpfchen weit im Raum verteilt und damit die Entstehung und Ausbreitung virenbelasteter Aerosole begünstigt werden kann. Im Sinne eines präventiven Ansatzes sollte daher der Einsatz von elektrischen Handtrocknern vermieden werden. Mit den im Frühjahr 2021 vorgenommenen Novellierungen der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel erfolgte eine Anpassung an den aktuellen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse zu SARS-CoV-2-Übertragungen. Demnach ist bei der Verwendung von elektrischen Händetrocknern/Warmlufttrocknern zur Handhygiene in Bezug auf virusbelastete Tröpfchen oder Aerosole von keiner erhöhten Gefährdung auszugehen, sofern die mögliche luftstromlenkende Wirkung solcher Geräte berücksichtigt wird und für eine verstärkte Lüftung gemäß ASR A4.1 "Sanitärräume" gesorgt ist. Der aus den Geräten austretende Luftstrom soll dabei nicht direkt auf andere im Raum befindliche Personen gerichtet sein, was vom Ort der Anbringung und von der konkreten Bauart/Ausführung beeinflusst wird. Für spezielle Räume, Bereiche oder Nutzungssituationen können abweichend von den Vorgaben der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel höhere Hygienestandards bzw. Anforderungen relevant sein (bspw. im Gesundheitswesen oder gemäß den Regelungen der BioStoffV für den Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen). Die branchenbezogenen Empfehlungen sind entsprechend zu beachten.

Stand: 13.01.2022

FAQ-Nr.: 0028

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