- Projektnummer: F 2607
- Projektdurchführung: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
- Status: Laufendes Projekt
- Geplantes Ende: 30. Juni 2029
Projektbeschreibung:
Im Zuge der angestrebten Klimaneutralität bis 2050 gemäß EU-Klimaschutzgesetz vollzieht die Automobilindustrie einen tiefgreifenden Wandel hin zur Elektromobilität. Damit rückt auch das Recycling von E-Auto-Batterien zunehmend in den Fokus – insbesondere hinsichtlich Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Arbeitssicherheit. Die neue EU-Batterieverordnung (2023/1542) legt hierfür verbindliche stoffliche Verwertungsquoten bis 2031 fest. Beim Recyclingprozess werden mittels unterschiedlicher Verfahren wertvolle Rohstoffe wie Kobalt, Kupfer, Lithium oder Nickel zurückgewonnen.
Beschäftigte können dabei über die Haut oder übers Einatmen in Kontakt mit Gefahrstoffen kommen. Eine Studie aus Frankreich zeigt, dass Arbeitsschutzmaßnahmen im Bereich E-Auto-Batterierecycling möglicherweise nicht den Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen entsprechen und ggfs. neu bewertet werden sollten. Eine Auswertung von Internetauftritten deutscher Firmen deutet auf entsprechende Probleme auch in Deutschland hin.
Ziel des Projekts ist die quantitative Ermittlung der Atembelastung der Beschäftigten durch ausgewählte Gefahrstoffe beim Recycling lithiumbasierter E-Auto-Batterien gemäß TRGS 402. Zusätzlich werden die Risiken durch Einatmen, Hautkontakt sowie physikalisch-chemische Gefährdungen mit einem Control-Banding-Ansatz (EMKG) bewertet. Dabei stehen sowohl freigesetzte Batteriebestandteile wie Lithium, Mangan, Cobalt, Nickel, Graphit und Kohlenstoffnanofasern sowie diverse Elektrolyte als auch in dem Recyclingprozess eingesetzte Stoffe wie Wasserstoffperoxid und verschiedene Säuren im Fokus.
Auf Basis der Ergebnisse bewerten wir die Wirksamkeit bestehender Schutzmaßnahmen im E-Auto-Batterierecycling und leiten ggf. konkrete Vorschläge zur Verbesserung ab. Die resultierenden Daten fließen in praxisnahe Handlungsanleitungen nach TRGS 400 sowie in EMKG-Schutzleitfäden ein. Sie können als Grundlage für mögliche Verfahrens- und stoffspezifische Kriterien nach der TRGS 420 dienen.
Wir suchen noch Betriebe, die an der Studie teilnehmen möchten!
Es sind Messungen in circa zehn Betrieben geplant. Im Fokus der Messungen in jedem Betrieb stehen dabei potentiell freigesetzte Batteriebestandteile wie Lithium, Mangan, Cobalt, Nickel, Graphit und Kohlenstoffnanofasern sowie diverse Elektrolyte. Zusätzlich werden eventuell im Recyclingprozess eingesetzte Stoffe, bspw. verschiedene Säuren, berücksichtigt. Die genaue Palette der zu analysierenden Stoffe richtet sich dabei nach der eingesetzten Verfahrenstechnik und Anlage des jeweiligen Betriebs.
Zur Vorbereitung und Vereinbarung eines Messtermines wird der jeweilige Betrieb vorab besucht. Bei diesem Besuch werden die zu messenden Stoffe sowie die Messstrategie abgestimmt. Die Messungen finden gemäß TRGS 402 und über einen Zeitraum von etwa 2-3 Tagen statt. Die Kosten aller Messungen und zugehörigen Untersuchungen trägt die BAuA. Die beteiligten Betriebe bekommen zeitnah einen aussagekräftigen Messbericht mit ihren Ergebnissen, der für die betriebsinterne Gefährdungsbeurteilung verwendet werden kann. Sämtliche betriebsinternen Daten sowie die gewonnenen Messergebnisse werden streng vertraulich und gemäß der Datenschutzgrundverordnung behandelt.