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WHO-CC - WHO Collaborating Centre for Occupational Health

Als "WHO Collaborating Centre" unterstützt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) bei der Umsetzung des "Global Plan of Action on Workers' Health, 2008-2017".

Der "Workers' health: Global plan of action" hat das Ziel, weltweit die Gesundheit und das Wohlergehen der Beschäftigten sicherzustellen. Dies soll über verschiedene Wege geschehen, so zum Beispiel über

  • die Primärprävention von beruflichen Risiken,
  • den Schutz und die Stärkung der Gesundheit bei der Arbeit,
  • die Verbesserung der Arbeitsbedingungen,
  • abgestimmte Maßnahmen aus den allgemeinen Gesundheitssystemen, die speziell auf Beschäftigte ausgerichtet sind.

Dieser "Global plan of action" wurde vom 60. World Health Assembly in der Resolution 60.26 im Jahr 2007 verabschiedet. Für seine Umsetzung wurde ein "Global Master Plan 2012-2017" entwickelt, den die Mitglieder des Netzwerkes der WHO Collaborating Centres in gemeinsamen Projekten umsetzen.

Was ist die Weltgesundheitsorganisation?

Die Weltgesundheitsorganisation ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen (United Nations, UN) mit Sitz in Genf. Sie wurde am 7. April 1948 gegründet und zählt derzeit 192 Mitgliedstaaten (Stand: November 2016). Als Koordinationsbehörde der Vereinten Nationen für das internationale öffentliche Gesundheitswesen ist ihr Ziel eine "bestmögliche Gesundheit für Alle". Die Hauptaufgabe der WHO ist die Bekämpfung von Erkrankungen, besonders mit Schwerpunkt auf Infektionskrankheiten, sowie die Förderung der allgemeinen Gesundheit. Dazu werden Leitlinien, Standards und Methoden in gesundheitsbezogenen Bereichen entwickelt.

Was sind die WHO-Collaborating Centres?

Die WHO Collaborating Centres (WHO-CC) sind Institutionen wie Forschungseinrichtungen oder Institute von Universitäten, die vom Director-General der WHO ernannt werden und die WHO in der Umsetzung ihrer Ziele und Aufgaben unterstützen. Derzeit gibt es mehr als 700 WHO Collaborating Centres in mehr als 80 Mitgliedsstaaten der WHO.

Eine Ernennung als WHO-CC erfolgt für vier Jahre und ist verbunden mit spezifischen Aufgaben für diese Institution, die in einem "Workplan" festgeschrieben sind. Die WHO-CC berichten der WHO in ihrem jährlichen Report, welche Aktivitäten zur Umsetzung ihres "Workplans" sie unternommen haben. Über eine Neu-Ernennung als WHO-CC entscheidet die WHO in Abhängigkeit von der Erfüllung des "Workplans".

Im Bereich "Occupational Health" gibt es derzeit 48 WHO-CCs (Stand: November 2016), von denen 17 in Europa angesiedelt sind. Seit 1992 treffen sich Vertreter dieser Institutionen regelmäßig im Abstand von zwei bis drei Jahren, das letzte Treffen fand im Mai 2015 auf der Insel Jeju in Südkorea statt.

Wichtige Partner der WHO im Bereich "Occupational Health" sind neben den WHO-CCs

  • die International Labour Organization (ILO),
  • die International Commission of Occupational Health (ICOH),
  • die International Occupational Hygiene Association (IOHA) und
  • die International Ergonomics Association (IEA).

Beitrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin als WHO-CC

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin kooperiert weltweit mit weiteren WHO-CCs im Komplex "Priority 3. Tools, standards and capacities for healthy workplaces" des "Workers' health: Global plan of action" in zwei Projekten:

  • Development of an inventory of tools for improving the physical work environment
  • Development of an inventory of tools for improving the psychosocial work environment

Das erste Projekt zielt auf die Erfassung und Risikobeurteilung physischer Belastungen. Die BAuA unterstützt das Projekt durch Beiträge, die auf Erkenntnissen zur Entwicklung der Leitmerkmalmethoden basieren.

Im zweiten Projekt, welches auf psychische Belastungen fokussiert, entwickelt die BAuA den Fragebogen zur Erfassung des "Psychosocial Safety Climates" weiter. Mit diesem Fragebogen wird ermittelt, in welchem Maße Betriebe den Schutz der psychischen Gesundheit ihrer Beschäftigten als wichtig erachten und ihre Handlungen darauf ausrichten.

Geschichte der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin als WHO-CC

Bereits die Vorläufer-Institution der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, das Zentralinstitut für Arbeitsmedizin (ZAM) in der DDR, war ein Collaborating Centre der WHO: Die erste Ernennung erfolgte im Januar 1976.

Im Dezember 2013 wurde die BAuA erneut für 4 weitere Jahre als WHO-CC ernannt und hat sich damit verpflichtet, Beiträge zum Arbeitsprogramm der WHO, insbesondere zur Umsetzung des "Workers' Health: Global Plan of Action", zu liefern. Dieser Verpflichtung kommt sie durch ihre Mitarbeit in zwei Projekten im Komplex "Priority 3. Tools, standards and capacities for healthy workplaces" nach.