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Stigmatisierung im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 in der Arbeitswelt: Zusammenfassung des Erkenntnisstandes und Interviewstudie

Projektnummer: F 2516 Projektdurchführung: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Institut und Poliklinik für Arbeits- und Sozialmedizin der Technischen Universität Dresden, Hochschule für Gesundheit Bochum Status: Abgeschlossenes Projekt

Projektbeschreibung:

Ziel des Projekts war es, Erkenntnisse über die Stigmatisierung von Beschäftigten aufgrund von SARS-CoV-2 zu gewinnen und betriebliche Akteure sowie die Beschäftigten für dieses Thema zu sensibilisieren.

Das Forschungsprojekt umfasste eine systematische Übersichtsarbeit zur Untersuchung vorhandener wissenschaftlicher Erkenntnisse über Stigmatisierung aufgrund von SARS-CoV-2-Infektionen sowie eine Interviewstudie mit pflegerischem und medizinischem Personal, um die aktuellen Erfahrungen mit arbeitsbezogener Stigmatisierung und deren Auswirkungen im Kontext der SARS-CoV-2-Pandemie zu analysieren.

In der systematischen Übersichtsarbeit wurde gezeigt, dass die arbeitsbezogene Stigmatisierung von Berufsgruppen mit oder ohne vermuteten Kontakt zu COVID-19 ein relevantes Problem darstellt und zu gesundheitlichen Beschwerden führen kann. So ergaben Meta-Analysen, dass arbeitsbedingte Stigmatisierung durch COVID-19-Exposition das Risiko für Depressionen und Angstzustände signifikant erhöht.

In der Interviewstudie wurden insgesamt 18 Pflegekräfte und Ärztinnen befragt. Sie berichteten über Stigmatisierung durch Freunde, Familie, Vorgesetzte, Kollegium, Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige, Fremde und öffentliche Medien. Einige Befragte berichteten auch über Selbststigmatisierung. Häufiger Anlass für Stigmatisierung im privaten Umfeld war die Angst vor einer Ansteckung, im beruflichen Kontext dagegen die krankheitsbedingte Abwesenheit. Beschrieben wurden verschiedene Formen der Stigmatisierung, vor allem unterschiedliche Arten von Distanzierung und Kontaktvermeidung sowie Vorwürfe. Als Folgen schildern die Interviewten negative Gefühlswelten und teilweise psychosomatische Beschwerden. In ihrem sozialen Umfeld erhielten die Befragten meist Unterstützung und Zuspruch.

Die Ergebnisse des Projekts unterstreichen die Notwendigkeit, Strategien zur Prävention und Bekämpfung von Stigmatisierung am Arbeitsplatz umzusetzen, um die Gesundheit der Beschäftigten zu fördern.

Projektblog "Corona und Stigmatisierung"

Im Projektblog wurde das Forschungsprojekt redaktionell begleitet. Hier finden Sie Hintergründe, Zwischenergebnisse und vieles mehr aus dem Projektverlauf.

Kontakt

Fachgruppe 3.5 "Evidenzbasierte Arbeitsmedizin, Betriebliches Gesundheitsmanagement"

Service-Telefon: 0231 9071-2071 Fax: 0231 9071-2070

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