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Nichtvisuelle Wirksamkeit des Lichts in der Nacht in Abhängigkeit von der Lichtrichtung

Projektnummer: F 2496 Projektdurchführung: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) / Technische Universität Berlin Status: Laufendes Projekt Geplantes Ende: 30. September 2022

Projektbeschreibung:

Licht ermöglicht nicht nur die visuelle Wahrnehmung. Vor etwa zwei Jahrzehnten wurde ein neuer Photorezeptor-Typ in der Netzhaut nachgewiesen, der die sogenannten nichtvisuellen Lichtwirkungen hervorruft. Über diese Photorezeptoren stimmt das Licht zahlreiche Prozesse im menschlichen Körper mit dem Tag-und-Nacht-Rhythmus ab. Es beeinflusst sowohl physiologische Vorgänge, z. B. die Ausschüttung von Hormonen, als auch die kognitiven Fähigkeiten des Menschen, z. B. die Aufmerksamkeit.

Während der Nachtschicht ist Licht am Arbeitsplatz zur Erfüllung der Arbeitsaufgaben notwendig. Durch eine höhere Lichtintensität wird die Aufmerksamkeit und dadurch auch die Sicherheit erhöht. Gleichzeitig unterdrückt das Licht in der Nacht die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand spielt eine dauerhafte Unterdrückung des Melatonins durch Licht in der Nacht wahrscheinlich eine wichtige Rolle bei der Entwicklung chronischer Krankheiten.

Die nichtvisuelle Lichtwirkung ist von der Intensität und der spektralen Zusammensetzung des Lichts, aber auch von der Richtung des Lichteinfalls in das Auge abhängig, da die für diese Wirkung verantwortlichen Photorezeptoren nicht gleichmäßig über die Netzhaut verteilt sind. Das Licht, das von oben ins Auge fällt und in der unteren Hälfte der Netzhaut auftrifft, unterdrückt beispielweise die nächtliche Ausschüttung des Melatonins stärker als Licht von unten. Anderseits konnte in Laborversuchen mit Probanden in der Nacht eine Abhängigkeit der Aufmerksamkeit von der Lichtrichtung festgestellt werden.

Im Projekt wird daher eine Studie zur Beleuchtung bei Nachtarbeit durchgeführt. Mit Probanden soll untersucht werden, wie die Lichtquellen optimal angeordnet werden können. Dabei soll eine hohe Aufmerksamkeit und eine ausreichende visuelle Stimulation zur Erfüllung der Sehaufgabe erzielt werden. Gleichzeitig soll die Melatoninunterdrückung möglichst wenig zum Tragen kommen. Im Erfolgsfall können aus den Ergebnissen Empfehlungen zu einer gesundheitsfördernden Beleuchtung während der Nachtschicht abgeleitet werden, etwa für Leitstellen, Leitwarten oder ähnliche Arbeitsplätze.

Kontakt

Fachgruppe 2.2 "Physikalische Faktoren"

Service-Telefon: 0231 9071-2071 Fax: 0231 9071-2070

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