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Stufenweise Wiedereingliederung (STWE): Aktuelle Umsetzung und Weiterentwicklungspotentiale

Projektnummer: F 2459 Projektdurchführung: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) Status: Laufendes Projekt Geplantes Ende: 31. Januar 2024

Projektbeschreibung:

Die Stufenweise Wiedereingliederung (STWE) ist ein zentrales Instrument, um arbeitsunfähige Beschäftigte nach langer bzw. schwerer Erkrankung unter therapeutischer Begleitung schrittweise wieder an die volle Arbeitsfähigkeit heranzuführen (Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation 2019). Sie kann einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Stabilisierung der Arbeits- bzw. Beschäftigungsfähigkeit leisten. In diesem Sinne unterstützt eine gut umgesetzte STWE im Rahmen des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) eine selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung oder von Behinderung bedrohter Menschen am Leben in der Gesellschaft, insbesondere am Arbeitsleben (§ 1 SGB IX).

Die STWE zielt darauf ab, arbeitsunfähigen Beschäftigten die Möglichkeit einzuräumen, ihre Belastungsfähigkeit wieder einzuschätzen zu lernen, ihre Selbstsicherheit zurückzugewinnen und Ängste vor Überforderung oder einem Rückfall abzubauen (Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation 2019). Dazu kooperieren betriebliche Schlüsselpersonen und die zurückkehrenden Beschäftigten vor und während der STWE mit dem behandelnden ärztlichen und therapeutischen Fachpersonal, aber auch mit den Krankenkassen, der Rentenversicherung und/oder Integrationsfachdiensten.

Die aktuelle Forschung zur STWE verweist einerseits auf die Bedeutung der Maßnahme während der Wiedereingliederung, macht andererseits aber auch auf vorhandene Schwachstellen aufmerksam. Im Mittelpunkt stehen hier die Zugangswege und die betriebliche Umsetzung der STWE. Als mögliche Ursachen für eine begrenzte Wirksamkeit der STWE werden in erster Linie Informations- und Wissensdefizite der Beteiligten, unklare Kriterien der Zuweisung, eine zu geringe inhaltliche Ausgestaltung der STWE sowie eine nicht ausreichende Vernetzung der betrieblichen und überbetrieblichen Ebenen genannt: u. a. von Betriebsärztinnen und -ärzten, betrieblichen Interessenvertretungen, Vorgesetzten und zurückkehrenden Beschäftigten mit dem behandelnden ärztlichen und therapeutischen Personal.

Das Projekt der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin untersucht vor diesem Hintergrund die aktuelle Handlungspraxis der STWE und zielt auf das damit verbundene Fach- und Erfahrungswissen der beteiligten Schlüsselakteure ab. Es untersucht die STWE von der Planung bis zur Umsetzung im Betrieb. Hierzu werden Interviews und Gruppendiskussionen mit den zurückkehrenden Beschäftigten und den beteiligten Akteuren geführt und mit der Dokumentarischen Methode der Interpretation (Bohnsack 2010) ausgewertet.

Ziel ist es, aus dem generierten Erfahrungs- und Handlungswissen Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten. Die Ergebnisse sollen in erster Linie einen Beitrag dazu leisten, den Zugang zur STWE, deren inhaltliche Ausgestaltung und in diesem Kontext die Zusammenarbeit der betrieblichen und überbetrieblichen Akteure zu verbessern.

Kontakt

Fachgruppe 3.5 "Evidenzbasierte Arbeitsmedizin, Betriebliches Gesundheitsmanagement"

Service-Telefon: 0231 9071-2071 Fax: 0231 9071-2070

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