Navigation und Service

HinweisCookies

Diese Webseite verwendet Cookies. Das ermöglicht es uns, die Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend zu verbessern. Hier erfahren Sie mehr zum Datenschutz und Möglichkeiten zum Widerspruch.

OK

Systematische Untersuchung der dermalen Exposition gegenüber Gefahrstoffen am Arbeitsplatz (SysDEA)

Projektnummer: F 2349 Projektdurchführung: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) / TNO innovation for life Healthy Living (Niederlande) / Benaki Phytopathological Institute [BPI] (Griechenland) Status: Laufendes Projekt Geplantes Ende: 31. März 2019

Projektbeschreibung:

Die Risikoabschätzung beim Umgang von Arbeitnehmern mit Gefahrstoffen basiert auf der Bewertung der stoffintrinsischen Eigenschaften und der Abschätzung der Expositionen gegenüber den betreffenden Stoffen am Arbeitsplatz.

Bislang ist das Vorgehen zur Ermittlung der dermalen Exposition nicht vereinheitlicht und es fehlen insbesondere in Bezug auf die Messmethoden ausreichende wissenschaftliche Untersuchungen zu ihrer Aussagefähigkeit und Anwendbarkeit. Es mangelt an systematisch durchgeführten Messungen mit unterschiedlichen Messmethoden zur Ermittlung von Hautbelastungen, an der Vergleichbarkeit von Messergebnissen aus verschiedenen Methoden und an Informationen, welche Messmethode die chemisch-physikalischen Eigenschaften des jeweils zu bestimmenden Stoffes am besten berücksichtigt. Es gibt die offene Frage, welche der zur Verfügung stehenden Messmethoden für welche Arbeitsabläufe geeignet sind. Darüber hinaus soll die Vergleichbarkeit der Ergebnisse unterschiedlicher Methoden untersucht werden.

Dazu soll in Prüfräumen die dermale Exposition von Probanden unter definierten und standardisierten Bedingungen bei ausgewählten Arbeitsabläufen ermittelt werden. Hierzu wird jeweils die Höhe der Exposition für eine Expositionssituation (Arbeitsablauf + Umgebungsbedingungen + Stoff) mit verschiedenen Messmethoden bestimmt.

Das übergeordnete Ziel der SysDEA-Studie ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse zur Verbesserung und Standardisierung von Messmethoden für dermale Exposition gegenüber Chemikalien am Arbeitsplatz zu gewinnen. Hierzu wurden fünf verschiedene Tätigkeiten (Transfer, Ausbringung, Sprühen, Handhabung eingetauchter Objekte, Handhabung kontaminierter Objekte) mit drei verschiedenen Produkttypen durchgeführt: einem staubigen Pulver, sowie hochviskosen (HV) und niedrigviskosen (LV) Flüssigkeiten. Die untersuchten Expositionssituationen (Produkt-Tätigkeits-Kombinationen) waren: Umfüllen von Pulver und Umgießen von LV und HV (Transfer), Rollen von LV und HV (Ausbringung), Sprühen von LV und HV (Sprühen), Handhabung von in LV und HV eingetauchten Objekten (Eintauchen) und Handhabung von mit Pulver kontaminierten Objekten. Die untersuchten Messmethoden waren: Ganzkörper-Dosimeter (Overall) versus Patches für Körperexposition, Handschuhe versus Handwäsche für Handexposition, sowie Kopfbänder versus Stirnabwischen für Kopfexposition. Darüber hinaus wurde für alle Körperstellen eine Fluoreszenzmethode angewendet. Jede dieser Expositions-situationen wurde insgesamt viermal von vier Probanden für alle drei verschiedenen Messmethoden (bei denen Körper-, Hand- und Kopf-Exposition einbezogen wurden) durchgeführt. Insgesamt wurden so 320 Einzelexperimenten durchgeführt.

Die statistische Auswertung der Messergebnisse lieferte folgende Ergebnisse:
Bei der Körperexposition führt die Patch-Methode zu höheren gemessenen Expositionen, als die Verwendung von Overalls für Expositionssituationen mit Flüssigkeiten, außer beim Rollen. Für Pulver wurde kein signifikanter Unterschied festgestellt.

Für die Handexposition wurden mit der Handschuhmethode beim Rollen und Handhaben von Gegenständen mit Flüssigkeiten deutlich höhere Expositionswerte gemessen. Für Sprühen und Gießen wurden mit der Handschuhmethode ebenfalls höhere Werte im Vergleich zur Handwaschmethode gemessen, aber diese Unterschiede waren statistisch nicht signifikant. Im Falle von Expositionssituationen mit Pulvern liefert die Handschuhmethode deutlich höhere Expositionswerte beim Umgang mit kontaminierten Objekten, nicht aber beim Umschütten.
Bei der Kopfexposition führte die Wischmethode zu höheren Werten als die Kopfbändermethode, mit Ausnahme von Sprühen und Rollen, wo kein signifikanter Unterschied festgestellt wurde.

Die Abschätzung der Körperexposition mit der Fluoreszenzmethode führte zu deutlich geringeren Expositionswerten, als die Methoden, die auf chemischen Analysen beruhen, sowohl für die Expositionen gegenüber Flüssigkeiten als auch gegenüber Pulver.

Kontakt

Fachgruppe 4.1 "Expositionsszenarien"

Service-Telefon: 0231 9071-2071 Fax: 0231 9071-2070