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Systematische Untersuchung der dermalen Exposition gegenüber Gefahrstoffen am Arbeitsplatz (SysDEA)

Projektnummer: F 2349 Projektdurchführung: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) / TNO innovation for life Healthy Living (Niederlande) / Benaki Phytopathological Institute [BPI] (Griechenland) Status: Abgeschlossenes Projekt

Projektbeschreibung:

Bei der Messung der Hautbelastung durch Gefahrstoffe (dermale Exposition) kommen am Arbeitsplatz verschiedene Verfahren zum Einsatz. Bisher fehlten ausreichende wissenschaftliche Untersuchungen, um deren Vergleichbarkeit zu bewerten. Daher wurden im SysDEA-Projekt drei gängige Messmethoden verglichen.

Auffangen: Hierbei wird die verwendete Chemikalie, bevor sie auf die Haut der Testperson trifft, durch eine Lage Stoff oder Kunststoff (Handschuhe, Patches, Overall) aufgefangen, sodass sie nicht bis zur Haut gelangt. Dieser Stoff oder Kunststoff wird anschließend chemisch analysiert, um eine Aussage über die Höhe der Hautbelastung treffen zu können.

Wischen oder Waschen: Die Chemikalie wird, nachdem sie bei der Verwendung auf die Haut der Testperson getroffen ist, durch ein Feuchttuch abgewischt bzw. durch eine Flüssigkeit von der Haut abgewaschen. Das Feuchttuch oder die Waschflüssigkeit wird anschließend chemisch analysiert, um eine Aussage über die Höhe der Hautbelastung treffen zu können.

Fluoreszenz-Messung: Bei der Fluoreszenz-Messung werden die Testpersonen vor und nach der Verwendung der Chemikalie fotografiert. Durch eine spezielle Technik wird dabei sichtbar gemacht, wo eine Hautbelastung bzw. Belastung auf der Kleidung vorliegt. Eine anschließende chemische Analyse ist bei dieser Methode nicht erforderlich.

Die Exposition verschiedener Körperbereiche wurde bei mehreren Tätigkeiten untersucht, etwa bei Umfüllarbeiten oder beim Sprühen. Die Messungen wurden jeweils für eine wasserähnliche, eine zähflüssige und eine pulverförmige Testsubstanz durchgeführt.

Auf den Händen wurden beim Auffangen mit Handschuhen meist höhere Werte gemessen als mit der Waschmethode. Für eine konservative Bewertung der Handexposition ist daher die Messung mit der Handschuhmethode zu empfehlen.

Bei der Ermittlung der Exposition des gesamten Körpers führte das Auffangen durch Patches bei fast allen Tätigkeiten mit Flüssigkeiten zu höheren Werten als das Auffangen durch Overalls. Wie stark sich die Messwerte bei der Verwendung von Patches oder Overalls unterscheiden, hängt insbesondere vom Expositionsmuster und damit von der Tätigkeit ab. Gerade wenn bei einer Tätigkeit ungleichmäßige Expositionsmuster auftreten, sind eventuell mehr Messungen notwendig, um ein zuverlässiges Ergebnis zu erhalten.

Da Patches nur kleine, repräsentative Flächen abdecken, müssen Messwerte auf die Körper- bzw. Overall-Oberfläche umgerechnet werden. Je nachdem wie die Rechnung durchgeführt wurde, ergaben sich für die Gesamtexposition andere Werte als bei der Overall-Methode. Es gilt daher, zukünftig ein geeignetes Extrapolationsverfahren zu erarbeiten.

Die Ergebnisse zur Körperexposition fielen bei der Fluoreszenzmethode deutlich niedriger aus als bei den anderen Methoden. Die Fluoreszenzmethode erscheint dadurch weniger geeignet, um die Exposition zu ermitteln. Sie kann dabei helfen, das Expositionsmuster auf dem Körper zu bestimmen.

Publikationen

Kontakt

Fachgruppe 4.1 "Expositionsszenarien"

Service-Telefon: 0231 9071-2071 Fax: 0231 9071-2070

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