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Exposition gegenüber biologischen Arbeitsstoffen bei der Biogasgewinnung

Projektnummer: F 2330 Projektdurchführung: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) Status: Abgeschlossenes Projekt

Projektbeschreibung:

Biogas bzw. Methan wird durch eine komplexe Mikroorganismengemeinschaft aus Biomasse unter Ausschluss von Sauerstoff in geschlossenen Fermentern in Biogasanlagen gebildet. In Deutschland wird diese Form der regenerativen Energieerzeugung immer mehr genutzt, sodass mittlerweile 40.000 Arbeitsplätze in Biogasanlagen entstanden sind. Allerdings war die Belastung durch luftgetragene Biostoffe an diesen Arbeitsplätzen bislang unbekannt.

Um diese zu bestimmen, wurden in sieben Biogasanlagen an verschiedenen Arbeitsplätzen entsprechende Proben auf Filtern gesammelt. Die Filter wurden anschließend auf deren Endotoxingehalt mittels Limulus-Amöbozyten-Lysat-Test analysiert. Des Weiteren wurden Schimmelpilze quantifiziert und identifiziert. Die Gesamtzellzahl wurde mikroskopisch bestimmt. Mittels Genanalysen wurde die bakterielle Diversität beschrieben. Diese Werte wurden in Relation zu Außenluftproben auf der windabgewandten Seite des Betriebs gesetzt.

Die Ergebnisse zeigten eine geringfügige Erhöhung der gemessenen Parameter in Biogasanlagen gegenüber der Außenluft um einen Faktor von 5 bis 10. Jede fünfte Probe wurde auf Basis der Endotoxinbestimmung der niedrigsten Expositionsstufe "erhöht" gemäß TRBA 400 zugewiesen. In 40 % der Proben zeigte die Quantifizierung der luftgetragenen Schimmelpilze ebenfalls Werte für die niedrigste Expositionsstufe auf. 15 % der Proben wurden der nächsthöheren Expositionsstufe "hoch" zugewiesen. Die höchsten Konzentrationen zeigten sich bei Tätigkeiten während der Anlieferung und der Reinigung. Bei der Analyse der Schimmelpilze ist im Besonderen die Zusammensetzung der Schimmelpilzgemeinschaft zu erwähnen, die sich zwischen Außenluft und belasteten Arbeitsplätzen erheblich unterschied. Die Analyse der bakteriellen Komposition zeigte eine sehr komplexe Zusammensetzung überwiegend von Bakterien der Ordnung Bacillales oder Lactobacillales. Jedoch konnten viele der detektierten bakteriellen Gene keinen bisher bekannten Bakterienarten zugeordnet werden.

Unter Berücksichtigung von Dauer, Häufigkeit der untersuchten Tätigkeiten an den Arbeitsplätzen und den detektierten Expositionsstufen ergibt sich die niedrigste Gefährdungsstufe gemäß TRBA 400. Unter Beachtung der Schutzmaßnahmen in der TRBA 214 können die Ergebnisse dieses Projekts als wenig besorgniserregend eingestuft werden.

Weitere Informationen

Kontakt

Fachgruppe 4.7 "Biologische Arbeitsstoffe"

Service-Telefon: 0231 9071-2071 Fax: 0231 9071-2070

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