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Praxistaugliche Messverfahren zur Gefährdungsbeurteilung physikalischer Umgebungsfaktoren

Projektnummer: F 2254 Projektdurchführung: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) Status: Abgeschlossenes Projekt

Projektbeschreibung:

Die Gefährdungsbeurteilung ist das zentrale Element im betrieblichen Arbeitsschutz. Sie ist die Grundlage für ein systematisches und erfolgreiches Sicherheits- und Gesundheitsmanagement. Im Zuge einer Gefährdungsbeurteilung werden die mit der Arbeit verbundenen Gefährdungen und Belastungen von Beschäftigen erfasst, bewertet und dokumentiert. Häufig ist dies mit einer messtechnischen Erfassung von Gefährdungsfaktoren verbunden. Die Ermittlung von physikalischen Größen, z. B. der Raumtemperatur, ist in vielen Fällen mit verschiedenen Messverfahren möglich, die zu unterschiedlichen Ergebnissen führen können und deren Anwendung ausreichende Fachkompetenz erfordert. Es besteht daher die Notwendigkeit, die erforderliche Messgenauigkeit mit geeigneten, praxistauglichen Messverfahren sicherzustellen.

Die Eignung eines Verfahrens für den speziellen Anwendungsfall ist abhängig vom angewandten Messprinzip, von der Messmethode und von deren Umsetzung in die Praxis sowie von weiteren Faktoren wie der erforderlichen Messgenauigkeit, dem Einfluss von Umgebungsbedingungen und dem Vorwissen des Anwenders. Im Projekt wurden daher in den Bereichen Klima und Lärm Messgeräte für Arbeitsplatzmessungen im unteren Preissegment hinsichtlich ihrer Einsatzmöglichkeiten untersucht und Hilfestellungen zur Auswahl und Anwendung erarbeitet.

Bei Temperaturmessgeräten, deren Genauigkeitsangabe außerhalb der in der ASR A3.5 geforderten Genauigkeitsklasse liegt, ist eine Reproduzierbarkeit für die betrieblichen Messungen nicht gewährleistet. Es wird daher empfohlen, ausschließlich Messgeräte, die mit einer Genauigkeit von +/- 0,5 °C ausgewiesen sind, für betriebliche Messungen einzusetzen. Für den Einsatz in der betrieblichen Praxis ist eine geeignete Messanordnung zur Ermittlung eines repräsentativen Wertes zu beachten.

Bei der Untersuchung der Feuchtemessgeräte traten, vor allem im Bereich niedriger Feuchte, hohe Ungenauigkeiten auf – insbesondere bei einfachen Haarhygrometern. Bei den Untersuchungen wurden Messungenauigkeiten von bis zu 15 % ermittelt (Abweichung vom Referenzwert). Für die Messung der relativen Feuchte im Messbereich von 0 bis 95 % sind Messgeräte mit einer Fehlergrenze von +/- 5 % zulässig. Bei den untersuchten einfachen Feuchtemessgeräten, die mit dieser Genauigkeitsangabe ausgewiesen waren, war die Reproduzierbarkeit nicht gewährleistet.

Grundsätzlich sind Schallpegelmesser der unteren Preisklasse für Übersichtsmessungen zum Lärm geeignet. Der sachgerechte Einsatz erfordert jedoch Fachkompetenz sowie Probemessungen, um grobe Messfehler zu vermeiden und die Brauchbarkeit und Verlässlichkeit der Messdaten einschätzen zu können.

Im Bereich der inkohärenten optischen Strahlung wurden die gängigen Messverfahren systematisch untersucht. Anhand von praktischen Beispielen wurden für die Gefährdungsbeurteilung relevante Messgrößen und geeignete Messverfahren herausgearbeitet. Diese sind im Bericht "Messverfahren zur Bewertung inkohärenter optischer Strahlung" dargestellt.

Kontakt

Fachgruppe 2.5 Labor "Produkte und Arbeitssysteme"

Service-Telefon: 0231 9071-2071 Fax: 0231 9071-2070

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