Positives Arbeitserleben: Psychophysiologische Untersuchungen zum Einfluss kognitiv-emotionaler Bewertung der Arbeitssituation auf Wohlbefinden und Gesundheit

Hintergrund: Kognitiv-emotionale Prozesse sind bisher vorrangig unter dem Gesichtspunkt negativer Folgen wie Stress, Ermüdung, Ängsten oder psychosomatischen Beeinträchtigungen untersucht worden. Positive, durch die Arbeit hervorgerufene Emotionen wurden dagegen weitgehend vernachlässigt. Gerade sie sollen aber leistungsmotivierend und langfristig gesundheitsfördernd wirken.

Ziel des Projektes war es deshalb, kognitiv-emotionale Prozesse während der Tätigkeitsausführung sowie deren Einfluss auf Erholungsprozesse, das subjektive Wohlbefinden und langfristige Gesundheitsförderlichkeit zu analysieren und zu bewerten.

Methoden: Nach einer objektiven und subjektiven Arbeitsanalyse wurden von 145 Probanden innerhalb eines 24-Stunden Monitorings die Herzfrequenz, der Blutdruck und die Bewegungsaktivität erfasst sowie eine umfassende Situations- und Erlebensbeschreibung über einen Pocketcomputer vorgenommen. Die Beanspruchungsanalyse schloss die Analyse emotionaler Zustände wie FLOW-Erleben sowie die Veränderung von Stimmungen über den Arbeitstag ein. Dabei bezeichnet FLOW nach Csikzentmihalyi (1991) einen Zustand des optimalen Erlebens mit hoher zielbezogener Aktivation und Konzentration, hoher intrinsischer Motivation, Selbst- und Zeitvergessenheit. Flow entsteht, wenn die Anforderungen und Fähigkeiten hoch und im Gleichgewicht sind und die Anforderungen als Herausforderung erlebt werden.

Ergebnis: Die Gestaltung von Arbeitstätigkeiten, die nicht nur Fehlbeanspruchungen ausschließt, sondern vielmehr zu positivem Erleben in Form von FLOW während der Arbeit und damit mithin zu einer intensiveren Hinwendung zur Arbeitsaufgabe führt, ist möglich. Eine solche Tätigkeitsgestaltung erwies sich als gesundheitlichförderlich, da diese mit einem deutlich geringerem kardiovaskulären Risiko (Hypertonie) verbunden war. Als eine negative Begleiterscheinung von Arbeit wurden Überstundenarbeit betrachtet. Diese war mit Gesundheitsrisiken wie einer gestörten Erholungsfähigkeit, klinisch relevanten Schlafstörungen und einer verminderten Blutdruckrückstellung während der Nacht verbunden.

Bibliografische Angaben

Titel:  Positives Arbeitserleben: Psychophysiologische Untersuchungen zum Einfluss kognitiv-emotionaler Bewertung der Arbeitssituation auf Wohlbefinden und Gesundheit. 

Verfasst von:  Triemer, A.; Rau, R.

1. Auflage.  Bremerhaven:  Wirtschaftsverlag NW Verlag für neue Wissenschaft GmbH, 2001. 
(Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Forschungsbericht , Fb 907)

ISBN: 3-89701-617-6, Seiten: 148, Projektnummer: F 5083, Papier

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