Schnittfestigkeit von Schutzhandschuhen
Schnittverletzungen im Hand- und Unterarmbereich bilden einen wesentlichen Anteil der Folgen von Unfällen in der metallverarbeitenden Industrie. Dabei sind Metallkanten häufigste Ursache. Häufigkeit ebenso wie die Schwere von Handverletzungen können durch den problemangepaßten Einsatz von Arbeitsschutzhandschuhen vermindert werden. Voraussetzung hierfür sind Kenntnisse über die Schutzwirkung, d. h. hier die Schnittfestigkeit der Handschuhmaterialien.
Bisher bestehende Prüfverfahren setzen geschliffene Messer für die Prüfung der Schutzhandschuhmaterialen ein. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde ein Prüfverfahren entwickelt und in eine Testeinrichtung konstruktiv umgesetzt, das diese Prüfverfahren um eine auf die metallverarbeitende Industrie ausgerichtete Prüfung ergänzt. Statt geschliffener Messer werden Blechkanten und Blechecken eingesetzt, was den Verhältnissen in der metallverarbeitenden Industrie deutlich besser entspricht.
Mit der entwickelten Testeinrichtung läßt sich ein breites Spektrum an Bedingungen simulieren. In vier Versuchsserien wurden beispielhaft insgesamt 39 Handschuhmaterialien und Materialproben unter realitätsnahen Bedingungen untersucht. Als Parameter für die Schnittfestigkeit wird für jedes Material die ermittelte "Schutzlänge" ausgewiesen, die derjenigen Länge entspricht, mit der ein Schutzhandschuhmaterial unter Anpreßdruck über eine Blechkante geführt werden kann, ohne es zu durchschneiden.
Auf der Grundlage der Ergebnisse dieser Untersuchungen und unter Berücksichtigung weiterer Auswahlkriterien werden Empfehlungen für den Einsatz schnittfester Handschuhmaterialien abgeleitet.
Bibliografische Angaben
Titel: Schnittfestigkeit von Schutzhandschuhen.
1. Auflage.
Bremerhaven:
Wirtschaftsverlag NW Verlag für neue Wissenschaft GmbH, 1996.
(Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz: Forschungsbericht
, Fb 748)
ISBN: 3-89429-788-3, Seiten: 164, Preis: 15,00 EUR, Papier
vergriffen