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Survey on alternatives for in-can preservatives for varnishes, paints and adhesives

Wasserbasierte Lacke, Farben und Klebstoffe benötigen Topfkonservierungsmittel. Dies gilt für die Rohmaterialien - Polymerdispersionen - ebenso wie für die Endprodukte, um die erforderliche Haltbarkeitsdauer zu gewährleisten. Isothiazolinone und Formaldehydabspalter sind aktuell die wichtigsten Wirkstoffe für diesen Zweck. Erstere können allergische Hautreaktionen verursachen, während letztere als Karzinogene der Kategorie 1B eingestuft und deshalb zu ersetzen sind. In dieser Studie wurde untersucht, ob alternative Substanzen mit geringerem Risiko bei vergleichbarer Wirksamkeit verfügbar sind. Dazu wurden Literaturstudien und Experteninterviews mit Vertreterinnen und Vertretern der betroffenen Branchen sowie der gesetzlichen Unfallversicherer durchgeführt.

Die Produktion von Lacken, Farben und Klebstoffen erfolgt sowohl in kleinen bis mittleren Manufakturen als auch im großindustriellen Maßstab. Dabei ist das Expositionspotential bei Kleinbetrieben tendenziell höher als bei Großbetrieben, weil die großmaßstäbliche Produktion zumeist im geschlossenen System erfolgt. Produktanwender mit potenzieller Exposition zu den konservierten Farben und Klebstoffen finden sich in Branchen wie dem Bauhandwerk, Möbelbau, Verpackungs- und Druckindustrie, aber auch bei Kunstmalern. Aus den Interviews mit Experten entlang der gesamten Produktions- und Anwendungslinie ergaben sich keine Hinweise auf ein besonders hohes Gesundheitsrisiko durch Topfkonservierer.

Infolge früherer und aktueller Regulierungsaktivitäten hat sich die Verfügbarkeit von Wirkstoffen für eine wirksame Topfkonservierung wasserbasierter Beschichtungen und Klebstoffe reduziert. Es gibt bisher nur wenige Alternativen, die vollständig auf den Einsatz von Topfkonservierern verzichten und die möglichen Alternativen haben oft negative Nebeneffekte (wie z. B. Silikatfarben mit einem hohen pH-Wert von 11,5). Trockene Farben, die bereits vor rund 20 Jahren allerdings ohne großen Erfolg auf den Markt gebracht worden waren, wurden vor kurzem wieder eingeführt.

Als Hauptgrund für den Mangel an Forschungsaktivitäten bezüglich neuer Wirkstoffe wurde das anspruchsvolle und langwierige Genehmigungsverfahren gemäß Biozid-Verordnung (EU) Nr: 528/2012 in Verbindung mit dem geringen Marktvolumen von Bioziden genannt. Alle Optionen, Wirkstoffe aus anderen Bereichen (Pestizide oder andere Produktarten gemäß Biozid-Verordnung) zu übertragen, wurden entweder bereits ausgeschöpft oder konnten von vorneherein als nicht zielführend ausgeschlossen werden. Aus diesen Gründen ist die Produktinnovation hauptsächlich auf neue Kombinationen bereits bekannter Wirkstoffe beschränkt.

Auch die meisten Maßnahmen für eine verbesserte Prozesshygiene wurden bereits umgesetzt. Einige Hersteller sehen jedoch noch ein gewisses Potenzial, ihre Anlagen und Prozesse zu optimieren. Ein vollständiger Verzicht auf Konservierung des Endproduktes ist jedoch auch dann nicht möglich, da ansonsten die erforderlichen Haltbarkeitszeiten im Handel und beim Endverbraucher nicht gewährleistet werden können.

Bibliografische Angaben

A. Müller, V. Schmahl, S. Gschrei:
Survey on alternatives for in-can preservatives for varnishes, paints and adhesives. 
1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2020. Seiten 57, PDF-Datei, DOI: 10.21934/baua:report20200811

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