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Formen von Präventionskultur in deutschen Betrieben

Nicht nur die Betriebsleitung, sondern auch Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Betriebsärzte und die Arbeitnehmervertretung prägen die innerbetriebliche Einschätzung zur Beherrschbarkeit von Gefahren, die Vorstellung davon, was die wirklich relevanten Gefährdungen sind und wie die "richtigen" Strategien aussehen, ihnen zu begegnen. Bei der Bildung dieser und weiterer betriebsintern gültiger Orientierungen spielen implizites handlungsleitendes Wissen, Werte, Normen und Grundannahmen der Fach- und Führungskräfte die entscheidende Rolle.

Das BAuA-Forschungsprojekt F 2342 konnte aus 50 qualitativen (Gruppen)-Interviews mit betrieblichen Arbeitsschutz-Verantwortlichen (Inhaber, Führungskräfte) und -Zuständigen (Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Betriebsärzte und Betriebsräte) fünf typische Orientierungsmuster herausarbeiten, die als Formen von Präventionskultur beschrieben wurden. Durch eine Faktorenanalyse konnten sie im Anschluss validiert werden. Auf der Basis weiterer quantitativer Auswertungen war es zudem möglich, die Verteilung der Typen in der Grundgesamtheit aller deutschen Betriebe abzuschätzen. Ergebnis dieser Abschätzung war, dass der Typus "die Fehlervermeider" in der Stichprobe mit 30 % am häufigsten vorkam, gefolgt vom Typus "die Do-it-yourselfer" mit rund 21 %. Die drei weiteren Typen, d. h. "die Techniker", "die Systematiker" und "die Standardsetzer" machten jeweils zwischen 16 und 17 % der Stichprobe aus.

Die Verschränkung qualitativer und quantitativer Analysen im Interesse anwendungsorientierter Ergebnisse weist das vorliegende Projekt als ein exploratives Mixed-Methods-Projekt aus. Quantitative Methoden wurden genutzt, um erstens die Generalisierbarkeit qualitativer Befunde abzuschätzen und zweitens ein handhabbares standardisiertes Erhebungsinstrument zur Erst-Einschätzung der betrieblichen Präventionskultur zu entwickeln.

Die Basis hierfür lieferten die qualitativen Ergebnisse, die mit theoretischem Bezug zu dem Mehrebenen-Modell von Präventionskultur generiert wurden. Durch eine Kombination wissenssoziologisch orientierter Textinterpretation nach dokumentarischer Methode und Codierungen nach der Grounded Theory Methodology (GTM) sind die Formen faktischer Präventionskultur in deutschen Betrieben rekonstruiert worden. Ziel dabei war, einen Beitrag zur Implementations- und Wirkungsforschung zu leisten, d. h. hemmende und fördernde Faktoren für die etwaige Verbesserung der jeweiligen betrieblichen Präventionskultur abzuleiten. Denn über die Verbesserung der Präventionskultur lässt sich auch Umsetzungsqualität von gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitsschutzmaßnahmen steigern.

Bibliografische Angaben

B. Schmitt-Howe, A. Hammer:
Formen von Präventionskultur in deutschen Betrieben. 
1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2019. Seiten 301, Projektnummer: F 2342, Papier, PDF-Datei, DOI: 10.21934/baua:bericht20180703

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Forschungs­projekte

ProjektnummerF 2342 StatusAbgeschlossenes Projekt Treiber und Hemmnisse der Umsetzung im Arbeits- und Gesundheitsschutz

Zur Projektbeschreibung : Treiber und Hemmnisse der Umsetzung im Arbeits- und Gesundheitsschutz …