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Berufskrankheiten durch mechanische Einwirkungen - Raten bestätigter BK-Fälle in Einzelberufen

Arbeitsbedingte Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates haben in der aktuellen Industriegesellschaft eine hohe Bedeutung. Für wichtige Kausalzusammenhänge sind Berufskrankheiten definiert. Die verfügbaren Statistiken berichten vorrangig absolute Häufigkeiten von Versicherungsfällen. Der Bezug zur Erwerbsbevölkerung (z. B. in Einzelberufen) fehlt in den gegenwärtigen offiziellen Statistiken zur Gesundheitsberichterstattung.

Die Arbeit verfolgt das Ziel, am Beispiel der Berufskrankheiten aus dem Kapitel 21 (Muskel-Skelett-Erkrankungen durch mechanische Einflüsse) der Berufskrankheitenverordnung (BKV) die Rate des Auftretens von Versicherungsfällen (speziell der bestätigten BK-Fälle) mit Stratifikation nach Geschlecht und differenziert für Einzelberufe darzustellen.

Die Studie beruht auf einer Auswertung von Bestandsdaten der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zum Berufskrankheitengeschehen (BK-DOK). Es werden die Raten neu bestätigter Berufskrankheitenfälle pro Berufsgruppe (3-Steller nach ISCO-88) und stratifiziert nach Geschlecht berechnet. Zählerinformation ist die Summe bestätigter Fälle pro Beruf jeweils in den Berufskrankheiten BK 2102, BK 2103, BK 2105, BK 2108, BK 2110 sowie BK 2112 kumulativ über den Zeitraum von 2002 bis 2012. Nennerinformation ist die pro Berufsgruppe, basierend auf dem Mikrozensus für Deutschland, hochgerechnete Zahl Erwerbstätiger.

Bei Männern sind Berechnungen berufsspezifischer Raten bestätigter BK-Fälle in allen betrachteten Berufskrankheiten möglich. Besonders hohe BK-Raten finden sich z. B. bei Bergleuten, in Baukonstruktions- und Ausbauberufen sowie bei Hilfsarbeitern. Für Frauen werden aufgrund der geringen Fallzahlen nur Auswertungen zur Berufskrankheit BK 2108 berichtet. Besonders betroffen sind nicht-wissenschaftliche Krankenpflege- und Geburtshilfefachkräfte, Beschäftigte in medizinischen Fachberufen (ohne Krankenpflege) sowie in der Pflege und verwandten Berufen.

Der Ansatz zeigt, dass durch Verknüpfung von Bestandsdaten zum Berufskrankheitengeschehen der DGUV mit Daten des Mikrozensus die Berechnung von Raten neu bestätigter BK-Fälle berufsspezifisch möglich ist. Einzelne Berufe sind identifizierbar, in denen Beschäftigte einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, Berufskrankheiten durch mechanische Einwirkungen zu erleiden. Es wird empfohlen, Angaben zur Abschätzung von BK-Raten in die offiziellen BK-Statistiken zu integrieren.

Bibliografische Angaben

F. Liebers, U. Latza:
Berufskrankheiten durch mechanische Einwirkungen - Raten bestätigter BK-Fälle in Einzelberufen. 
1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2016. Seiten 75, Projektnummer: F 2277, Papier, PDF-Datei, DOI: 10.21934/baua:bericht20161125

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