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Untersuchung von Arbeit, Gesundheit und Erwerbsteilhabe in Zeiten älter werdender Belegschaften in Deutschland

Die Arbeitswelt wandelt sich, die Erwerbsbevölkerung altert und das Arbeitskräfteangebot wird von nun an deutlich schrumpfen. Absehbar ist, dass die Menschen künftig länger erwerbstätig bleiben müssen; heute allerdings erfolgt der Erwerbsaustritt meist lange vor Erreichen der Regelaltersgrenze. Welches sind die Gründe hierfür? Zu dieser Fragestellung werden ein Denkmodell und die deutsche lidA-Kohortenstudie vorgestellt. Das lidA-Denkmodell visualisiert Determinanten der Erwerbsteilhabe mittels 11 Domänen (z. B. "Arbeit", "Gesundheit", "Sozialstatus" und "Lebensstil"). An dem Modell werden 4 Charakteristika der Erwerbsaufgabe deutlich: Erwerbsaufgabe ist das Ergebnis des Zusammenspiels verschiedener Domänen (Komplexität), Erwerbsaufgabe ist ein Prozess mit zum Teil frühen Determinanten im Lebenslauf (Prozesshaftigkeit), Erwerbsaufgabe wird durch individuelle Faktoren bestimmt (Individualität), Erwerbsaufgabe geschieht in strukturellen Rahmen (Struktureller Rahmen). Vor dem Hintergrund des Denkmodells untersucht die lidA-Studie Langzeiteffekte der Arbeit auf Gesundheit und Erwerbsteilhabe in einer älter werdenden Erwerbsbevölkerung aus interdisziplinärer Perspektive und ist derzeit die einzige Studie in Deutschland, die Beschäftigungsfähigkeit umfassend operationalisiert. Hierzu werden sozialversichert Beschäftigte der Jahrgänge 1959 und 1965 alle 3 Jahre interviewt (N[Welle 1]=6 585, N[Welle 2]=4 244) und ihre Daten bei Zustimmung mit individuellen Registerdaten zur Erwerbshistorie sowie Krankenkassendaten verknüpft. Das Studiendesign (Schaies "most efficient design") ermöglicht die Unterscheidung von Alters-, Kohorten- und Messzeitpunkteffekten. 2014 wurde die zweite Erhebungswelle abgeschlossen. In den kommenden Jahren will lidA den Zusammenhang von Arbeit, Gesundheit und Erwerbsteilhabe Älterer analysieren, dabei Alters- und Generationenunterschiede identifizieren, empirische Belege für die Komplexität der Erwerbsteilhabe sammeln und damit den Nutzen konzeptionell breiter Herangehensweisen untersuchen.

Der gesamte Artikel kann über die Internetseite des Journals "Das Gesundheitswesen", 77(4), S. e51-e56 bezogen werden: "Untersuchung von Arbeit, Gesundheit und Erwerbsteilhabe in Zeiten älter werdender Belegschaften in Deutschland" (ggfs. kostenpflichtig).

Bibliografische Angaben

M. Ebener, H. M. Hasselhorn:
Untersuchung von Arbeit, Gesundheit und Erwerbsteilhabe in Zeiten älter werdender Belegschaften in Deutschland. 
in: Das Gesundheitswesen, 77(4) 2015. Seiten e51-e56, Projektnummer: F 2295, DOI: 10.1055/s-0034-1398557