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Höhere Arbeitsbelastungen bei Beschäftigten mit Behinderung

Faktenblatt zu den Arbeitsbedingungen von Erwerbstätigen mit und ohne Behinderung weist auf Handlungsbedarfe hin

Auswertungen der BIBB/BAuA-Erwerbstätigen­befragung 2018 zeigen, dass Menschen mit einer Behinderung psychische Arbeits­anforderungen, wie beispielsweise Leistungs­druck oder schnelles Arbeiten, häufiger als belastend empfinden als Beschäftigte ohne Behinderung. Weitere Ergebnisse hat die BAuA in einem neuen Faktenblatt veröffentlicht.

Datum 29. August 2022

Laut Artikel 27 der UN-Behindertenrechtskonvention haben Menschen mit Behinderung ein Recht auf günstige und sichere Arbeitsbedingungen. Allerdings ist über die Arbeitsbedingungen von Erwerbstätigen mit Behinderung bisher nur wenig bekannt. Wie Auswertungen der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018 zeigen, fühlen sich Beschäftigte mit einer Behinderung häufiger durch Arbeitsanforderungen belastet als Menschen ohne Behinderung. Weitere Ergebnisse hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) im Faktenblatt "Arbeitsbedingungen von Erwerbstätigen mit und ohne Behinderung: Gemeinsamkeiten und Unterschiede" veröffentlicht.

In der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018 wurden rund 17.000 Erwerbstätige, darunter 1.766 Personen mit einer amtlich anerkannten Behinderung, u.a. zu den psychischen Arbeitsanforderungen befragt. Dabei zeigte sich, dass Menschen mit einer Behinderung häufiger an der Grenze der Leistungsfähigkeit arbeiten, während Beschäftigte ohne Behinderung häufiger mehrere Arbeiten gleichzeitig betreuen müssen. Weitere Unterschiede zeigen sich beim schnellen Arbeiten. Hier gaben 61 Prozent der Erwerbstätigen mit Behinderung an, betroffen zu sein. Bei den Beschäftigten ohne Behinderung sind es dagegen nur 51 Prozent.

Besonders stark ist diese Arbeitsbelastung in der Industrie. Dort fühlen sich 69 Prozent der behinderten Beschäftigten im Gegensatz zu 50 Prozent der nichtbehinderten Menschen durch schnelles Arbeiten belastet. Beim Arbeiten an der Grenze der Leistungsfähigkeit besteht der größte Unterschied im Dienstleistungssektor. Hier gaben 92 Prozent der Beschäftigten mit Behinderung an, sich durch diese Arbeitsanforderung belastet zu fühlen, während bei den Erwerbstätigen ohne Behinderung 76 Prozent angaben, unter Leistungsdruck zu stehen. Um der Überlastung von Beschäftigten vorzubeugen, können Maßnahmen, die auf die Gestaltung guter Arbeitsbedingungen abzielen, helfen. So können Beschäftigte mit Behinderung beispielsweise durch eine bessere technische Ausstattung oder mehr Flexibilität unterstützt werden. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang auch ein als inklusiv erleb­tes Betriebsklima.

Das Faktenblatt "Arbeitsbedingungen von Erwerbstätigen mit und ohne Behinderung: Gemeinsamkeiten und Unterschiede" gibt es zum Herunterladen auf der Internetseite der BAuA unter www.baua.de/publikationen.

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