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Aufbereitung von FFP-Atem­schutz in der Arbeits­welt bewertet

baua: Fakten betrachtet Wieder­aufbereitung von filtrierenden Halb­masken unter den Aspekten Arbeits­schutz und Produkt­sicherheit

Ein neues baua: Fakten beantwortet die Frage, ob filtrierende Halb­masken oder Filtering Face Pieces (FFP) beim Einsatz im Arbeits­schutz nach einmaligem Gebrauch wieder­aufbereitet werden können.

Datum 29. Januar 2021

Filtrierende Halbmasken oder Filtering Face Pieces (FFP) haben sich als persönliche Schutzausrüstung gegen Stäube oder Bioaerosole seit langem im Arbeitsschutz bewährt. Zurzeit sind sie ein wichtiger Baustein des Arbeitsschutzes in der SARS-CoV-2-Pandemie. Angesichts zeitweiliger Versorgungsengpässe und hoher Kosten kommt in der betrieblichen Praxis die Frage auf, ob diese Masken nach einmaligem Gebrauch wiederaufbereitet werden können. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat jetzt baua: Fakten "Bewertung der Wiederaufbereitung von filtrierenden Halbmasken in der Arbeitswelt" veröffentlicht. Das Faktenblatt verdeutlicht, dass FFP-Atemschutz, der entgegen den Angaben des jeweiligen Herstellers wiederaufbereitet wurde, nicht mehr im beruflichen Kontext als Persönliche Schutzausrüstung (PSA) eingesetzt werden darf.

Aufgrund von Versorgungsengpässen in der SARS-CoV-2-Pandemie und wegen der Kosten von FFP2- oder FFP3-Masken gab und gibt es weltweit immer wieder Fragen nach Möglichkeiten der Wiederaufbereitung von Atemschutzmasken. Bereits in der Vergangenheit beschäftigten sich viele Studien mit Methoden, um gebrauchten Atemschutz aufzubereiten. Jedoch konnte ein standardisiertes Verfahren, das sich uneingeschränkt auf alle Maskentypen anwenden und auf den beruflichen Alltag übertragen lässt, bisher nicht abgeleitet werden. Eine neue Studie befasst sich nun aufgrund der vorhersehbaren Wiederverwendung durch private Nutzer mit der eigenverantwortlichen Wiederverwendung und Wiederaufbereitung von FFP2- oder FFP3-Masken. Sie bezieht sich explizit auf die Verwendung im privaten Umfeld und sieht die Verantwortung beim jeweiligen privaten Nutzer.

Im Betrieb gelten die Regeln des Arbeitsschutzes

Im betrieblichen Kontext gelten jedoch ausdrücklich die jeweiligen Vorschriften und Regeln des Arbeitsschutzes, die die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten gewährleisten sollen, wenn sie Persönliche Schutzausrüstung benutzen. Die Verordnung (EU) 2016/4255 über Persönliche Schutzausrüstungen (PSA-Verordnung) regelt Gesundheitsschutz- und Sicherheitsanforderungen an PSA in der Europäischen Union. Konkretisiert werden diese Anforderungen in der DIN EN 149.
Die DIN EN 149 beschreibt unter anderem nicht wiederverwendbare partikelfiltrierende Halbmasken, die für eine übliche Acht-Stunden-Schicht genutzt werden können und im Infektionsschutz eingesetzt werden.

Hersteller von Atemschutzmasken informieren in ihren Produktinformationen über Tragedauer, Lagerdauer und den bestimmungsgemäßen Gebrauch des Produktes. Bisher sehen sie keine Wiederverwendung oder Dekontamination von Einwegmasken vor oder geben Hinweise dazu. Bei entgegen den Vorgaben des jeweiligen Herstellers wiederaufbereitete FFP2- oder FFP3-Maske muss davon ausgegangen werden, dass die Schutzwirkung abnimmt. Sie darf daher aus rechtlichen Gründen im beruflichen Kontext nicht mehr als Persönliche Schutzausrüstung eingesetzt werden, da sie weder die Anforderungen des Arbeitsschutzes noch der Produktsicherheit erfüllt.

Auch im privaten Umfeld widerspricht eine Wiederaufbereitung und Wiederverwendung von FFP2- und FFP3-Masken grundsätzlich dem bestimmungsgemäßen Gebrauch. Dies geschieht in eigener Verantwortung und nach derzeitiger Einschätzung entfällt die Haftung durch den Hersteller.

baua: Fakten: "Bewertung der Wiederaufbereitung von filtrierenden Halbmasken in der Arbeitswelt" gibt es im PDF-Format im Internetangebot der BAuA unter www.baua.de/dok/8854876

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