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Solare UV-Exposition von Arbeitnehmern im Freien

In Deutschland sind ca. 2,5 Millionen Beschäftigte überwiegend oder teilweise im Freien tätig. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) als Ressortforschungseinrichtung des Bundes erarbeitet wissenschaftliche Grundlagen für eine sichere und gesunde Arbeitswelt. Seit über 10 Jahren befasst sich die BAuA mit den Auswirkungen der solaren UV-Strahlung auf die Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer im Freien.

Messnetz

Seit 1996 ist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin ein assoziiertes Mitglied im deutschlandweiten Messnetz (Messstation Dortmund) zur kontinuierlichen, spektralen Erfassung der am Erdboden messbaren solaren UV-Strahlung. Dieses Messnetz wurde 1993 vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gemeinsam mit dem Umweltbundesamt (UBA) gegründet.

Die wichtigsten Aufgaben des solaren UV-Messnetzes sind:

  • Bewertung der UV-Strahlung aus arbeitsmedizinischer und ökologischer Sicht
  • Information zum Schutz vor UV-Strahlung
  • Information über die aktuelle UV-Strahlenbelastung

Darstellung aktueller UV-Index-Messwerte aller Stationen sowie einer 3-Tages-UVI-Prognose für Nord-, Mittel- und Süddeutschland. Diese werden präsentiert auf den Internetseiten des BfS. Desweiteren werden die gemessenen Werte und ihre Interpretation in Jahresberichten veröffentlicht.

Schutzmaßnahmen

Grundsätzlich unterscheiden sich die Empfehlungen zum Schutz vor Sonnenstrahlung für die Allgemeinbevölkerung nicht von den Schutzmaßnahmen die für Arbeitnehmer im Freien zu treffen sind. Im Gegensatz zur Allgemeinbevölkerung müssen sich Beschäftigte bestimmter Branchen jedoch berufsbedingt häufig im Freien aufhalten und sind somit der Sonnenstrahlung intensiver ausgesetzt. Der Arbeitgeber hat für diese Tätigkeiten eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und erforderlichenfalls geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen und zu dokumentieren. Dabei haben grundsätzlich technische und organisatorische Maßnahmen Vorrang vor persönlichen Schutzausrüstungen.

Technische Schutzmaßnahmen können z. B. sein:

  • Überdachungen für ständige Arbeitsplätze im Freien, wie z. B. Kassenarbeitsplätze auf Parkplätzen
  • UV-absorbierende Abdeckungen
  • Verwendung von Sonnenschirmen oder Sonnensegeln z. B. für Kindertagesstätten
  • Verwendung von UV-absorbierenden Fenstern bei Fahrzeugen, wie z. B. Bahnen, Bussen, Gabelstaplern, Traktoren, Baggern, Kranen, Flugzeugen
  • Unterstellmöglichkeiten z. B für Pausenzeiten.

Organisatorische Schutzmaßnahmen können z. B. sein:

  • Unterweisung der Beschäftigten über mögliche Gefahren durch die Sonnenstrahlung und über Schutzmaßnahmen
  • Expositionsdauer gegenüber Sonnenstrahlung nach Möglichkeit beschränken z. B. durch einen früheren Arbeitsbeginn
  • körperlich anstrengende Arbeiten in die weniger sonnenintensiven, und damit auch kühleren Morgenstunden verlegen
  • weniger dringliche Arbeiten in eine kühlere Witterungsperiode verschieben
  • bei hohem UV-Index (> 6), und damit auch großer Hitze auf Überstunden verzichten
  • in den Mittagsstunden den Aufenthalt in der Sonne minimieren

Geeignete persönliche Schutzmaßnahmen sind z. B.:

  • Das Tragen von geeigneter körperbedeckender Kleidung und Kopfbedeckung. Die Textilien sollten über einen ausreichenden UV-Schutz verfügen.
  • Die Benutzung von Sonnenschutzcremes mit einem geeigneten Lichtschutzfaktor. Dabei sollte auf eine sachgerechte Anwendung geachtet werden (gleichmäßiger und ausreichend dicker Auftrag von 2 mg/cm²; eine zu geringe Auftragungsmenge führt zu einer deutlichen Reduzierung des Lichschutzfaktors auf bis zu ein Drittel).

Das Tragen einer Sonnenschutzbrille. Anforderungen an die Sonnenschutzfilter für den gewerblichen Bereich sind in der DIN EN 172 festgelegt.