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KPB: Kurzverfahren Psychische Belastung

Gestaltungsbezug:
Quantitatives Verfahren der Verhältnisprävention

Basisdaten

Analysetiefe:
Orientierendes Verfahren

Erfassung / Bewertung / Gestaltung:
Erfassung

Autor(en):
NEUHAUS, R. (2014)

Ansprechpartner:

Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e.V.
Dr. Stephan Sandrock
Uerdinger Straße 56
40474 Düsseldorf
Tel.: 0211 542263-33, 0211 542263-37
E-Mail: sandrock@ifaa-mail.de

Verlag / Herausgeber / Zugang:

Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e.V. (Hrsg.)
Dr. Curt Haefner-Verlag (Heidelberg)

Hofmann, A.; Keller, K. J.; Neuhaus, R.: Die Sache mit der psychischen Belastung Eine praxisnahe Handlungs­hilfe für Unternehmen. Leistung und Lohn. Zeitschrift für Arbeitswirt­schaft. Nr. 367. Bergisch Gladbach: Heider Verlag 2002.

Keller, K. J.; Kipar, W.; Neuhaus, R.; Pfeifer, M.: Arbeits- und Gesundheitsschutz in Klein und Mittelunternehmen.
3. überarbeitete und erweiterte Auflage + CD-ROM. Köln: Wirtschaftsverlag Bachem 2007

Neuhaus, R.: KPB - Kurzverfahren Psychische Belastung. Ein Verfahren zur Beurteilung psychischer Belastungen. 4. überarbeitete Auflage. Heidelberg: Dr. Curt Haefner-Verlag

Kosten:

18 EUR

Stichwörter:
Belastung, Beanspruchung, , Beanspruchungsfolgen, Gefährdungsbeurteilung, Monotonie, psy-chische Ermüdung, psychische Sättigung, Stress, Stressoren, Überfor-derung, Unterforderung, Zeitdruck

Kurzbeschreibung

Quintessenz:

Mit dem bedingungsbezogenen Verfahren kann ein betrieblicher Untersucher die Arbeitsbedingungen hinsichtlich psychischer Belastung anhand eines Kriterienkataloges beurteilen. Das Kurzverfahren Psychische Belastung (KPB) wurde vom Institut für angewandte Arbeitswissenschaft entwickelt und orientiert sich an den Vorgaben der DIN EN ISO 10075 (Teil 1 u. 2). Das KPB ist ein stufig aufgebautes Verfahren, mit dessen Hilfe betriebliche Experten eine Beurteilung der an den Arbeitsplätzen vorliegenden psychischen Belastung vornehmen können. Die im Verfahren verwendete Terminologie basiert auf gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen, u. a. Normen, den arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Ergebnissen aus Hochschulen, sowie Praxiserfahrungen der Berufsgenossenschaften.

Ziel(e):

Das KPB betrachtet diejenigen Aspekte psychischer Belastung, die negative Beanspruchungsfolgen, d. h. psychische Ermüdung, Monotonie, psychische Sättigung und Stress, hervorrufen können.

Art:
Einzelverfahren

Theoretische Fundierung:

Belastungs-Beanspruchungs-Konzept und DIN EN ISO 10075-1. Anmerkung: Stress stellt im Sinne der Norm keine Beanspruchungs­folge dar. Allerdings zielt DIN SPEC 33418 auf die Stressreaktion, sodass eine Berücksichtigung dieser Beanspruchungsfolge sinnvoll erscheint. Auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat die Beanspruchungsfolge Stress in den von ihr herausgegebenen "Arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen" berücksichtigt. Stress, bzw. die Stressreaktion wird daher auch im Rahmen des KPB als negative Folge psychischer Belastung betrachtet.

Gütekriterien:
vorhanden

Aufbau

Verfahrensformen:
Papierbasierte Checklisten, App für Android und ios Tablet-Computer

Merkmalsbereich(e):

Tätigkeitsmerkmale, Leistungsmerkmale, Umgebungseinflüsse

Aufbau / Gliederung / Subskalen / Itemanzahl:

Einzelverfahren (4 Checklisten):
Stress: 10 Items
Psychische Ermüdung: 10 Items
Monotonie: 10 Items
Psychische Sättigung: 10 Items

Beantwortungsmodus / Skalierung:

Zweistufige Antwortskala:
trifft eher zu / trifft eher nicht zu

Beispiel-Items:
  • Die rechtzeitige Beschaffung notwendiger Informationen bei schwierigen Entscheidungen ist sehr häufig nicht möglich.
  • Die Informationsaufnahme am Arbeitsplatz ist erschwert.
  • Es existieren gegenläufige Anforderungen der Arbeitsaufgabe (z. B. Konflikte zwischen Termineinhaltung und Qualität), die von den Beschäftigten nicht in Einklang zu bringen sind.

Anwendung

Methode(n) der Datengewinnung:
Dokumentenanalyse
Beobachtung/Beobachtungsinterview

Qualifikation / Voraussetzungen des Anwenders:

Der Einsatz des KPB ist nicht an arbeitswissenschaftliche Experten gebunden, sondern soll insbesondere auch von Betriebspraktikern durchgeführt werden, wie z. B.

  • Betriebliche Führungskräfte,
  • Fachkräfte für Arbeitssicherheit,
  • Arbeitsplaner,
  • Betriebsärzte,
  • Sicherheitsbeauftragte oder
  • Angehörige des Betriebsrates.

Voraussetzung ist die ausreichende Kenntnis des Arbeitsplatzes, der Umgebungsfaktoren und der Belastungssituationen an den verschiedenen Arbeitsplätzen.

Auf Anfrage werden vom Institut für angewandte Arbeitswissenschaft Schulungen angeboten:

  • Grundlagenseminar: "Psychische Belastung"
  • Verfahrensschulung
Durchführungsdauer:
Die Beobachtungs- bzw. Bearbeitungszeit dauert ca. 15 Minuten pro Checkliste. Dies ergibt in der Summe eine max. Dauer von ca. 60 Minuten, wenn alle Checklisten zur Anwendung kommen. Die Vorbereitung der Beobachtung, d. h. die Auseinandersetzung mit dem vorliegenden Arbeitsplatz und der Arbeitstätigkeit sowie die Sichtung vorliegender Dokumentationen, z. B. Aufgabenbeschreibungen, technische Unterlagen usw., erfordert zusätzliche Zeit, weshalb 80-100 Minuten als Bearbeitungszeit durchaus realistisch sind. Maßgeblich beeinflusst werden diese Zeitangaben durch die Vertrautheit des Untersuchers mit dem Arbeitsplatz. Handelt es sich beispielsweise um eine Fachkraft für Arbeitssicherheit oder einen Werksarzt, die den Arbeitsplatz und dessen organisatorische Einbindung sehr gut kennen, können bestimmte Untersuchungsschritte entfallen, die z. B. ein externer Nutzer dringend benötigt, um sich mit dem Zweck und dem Gepräge der untersuchten Tätigkeit vertraut zu machen

Auswertungszeit:
ca. 45 Minuten

Auswertung mit:
  • MS Excel, auch über die App
  • Papier & Bleistift

Die Datenauswertung erfolgt quantitativ, d. h. je mehr Merkmale in einer Checkliste des KPB zutreffen, desto eher muss das Vorliegen psychischer Belastung  angenommen werden, die zu beeinträchtigenden Beanspruchungsfolgen führen kann.

Interpretationshilfen:
ja

Normen / Benchmark:
ja

Gestaltungsempfehlungen:
ja

Einsatzfelder

Wirtschaftszweig(e), Branche(n):
universell

Betriebsgrößen:
Großbetrieb 250 MA und mehr
Kleinbetrieb 10 bis 49 MA
Mittelbetrieb 50 bis 249 MA

Tätigkeitsklasse(n):
universell

Anzahl untersuchter Arbeitsplätze:
>130

Anzahl befragter Personen / beobachteter Arbeitsabläufe / Tätigkeiten:
>130

Betriebliche Referenzen / Referenzunternehmen:

Das KPB hat seine Nützlichkeit in verschiedenen betrieblichen Einsätzen an über 130 Arbeitsplätzen unter Beweis gestellt.
Das Kurzverfahren Psychische Belastung (KPB) wurde 2007 im Rahmen einer empirischen Überprüfung an 116 Arbeitsplätzen, unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Rainer Tielsch von der Bergischen Universität Wuppertal, einer Untersuchung im Hinblick auf die Messeigenschaften und die Praktikabilität unterzogen. Im Rahmen dieser Studie wurde die Erfüllung der quantitativen Anforderungen der DIN EN ISO 10075-3 an orientierende Messverfahren im Hinblick auf Objektivität, Reliabilität und Validität bestätigt.
Die Angabe von Referenzen bzw. Referenzunternehmen erfolgt auf Anfrage.

Hinweis: siehe auch Verfahren ChEF, REBA 9.0, SIGMA

Zusatzinformationen

Weitere Informationen