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Die Erfassung von Mobbing - eine Konstruktvalidierung aktueller Datenerhebungsverfahren

Projektnummer:
F 2128
Projektdurchführung:

Freie Universität Berlin

Status:
abgeschlossen
Vorhabenbeschreibung:

Experten aus der Arbeitswelt, der Justiz und dem Gesundheitswesen stehen häufig vor der Schwierigkeit, Mobbing zu erkennen, die Glaubwürdigkeit der Betroffenen zu beurteilen sowie eine Abgrenzung gegenüber sozial anerkannten Verhaltensweisen vorzunehmen (BAG vom 15. Januar 1997 - 7 ABR 14/96). Zentrale Probleme bei Verwendung des Mobbingbegriffs ergeben sich nicht nur in der betrieblichen und juristischen Praxis, sondern auch in der wissenschaftlichen Literatur, in der Mobbing nicht einheitlich definiert wird. Diese Problematik wird zudem durch Messprobleme verschärft, da selbst ein Konsens bezüglich der Definitionen für Mobbing nicht zu einer empirisch hinreichend begründeten Klassifikation oder Metrisierung führt. Die Entwicklung von Mess- oder Testmodellen, die den Rückschluss von Selbstauskünften in Fragebögen oder Interviews auf die Zugehörigkeit einer (Mobbing-) Klasse oder auf die Ausprägung einer (Mobbing-) Dimension ermöglichen, steht noch am Anfang. Aus dieser Perspektive ergibt sich für den Einsatz in Forschung und Praxis die Notwendigkeit für die Überprüfung gegenwärtiger Operationalisierungen des Mobbingbegriffs auf testtheoretischer Grundlage und mittels geeigneter Skalierungsverfahren. Ziel des Forschungsvorhabens ist erstens, eine Bestandsaufnahme zu erhalten, die folgende Aspekte umfasst:

  • Darstellung des aktuellen Forschungsstandes zur Terminologie und Operationalisierung des Mobbingbegriffs (bzw. bullying, harrassment, bossing)
  • Darlegung der Zusammenhänge zwischen Mobbing und verwandten Begriffen wie Konflikt oder Stress
  • Einbetten des Begriffs in theoretische Zusammenhänge, bzw. in Erklärungsansätze für die Entstehung und den Verlauf von Mobbing
  • Empirische Befunde zu den vorausgehenden, aufrechterhaltenden und nachfolgenden Bedingungen bei Mobbing auf der Ebene der Organisationseinheit (Arbeitsorganisation, Klima etc.)
  • Empirische Befunde zu den vorausgehenden, aufrechterhaltenden und nachfolgenden Bedingungen bei Mobbing auf der Ebene der Selbstwahrnehmung (z. B. Disposition für negative Affektivität, Coping, Arbeitszufriedenheit, gesundheitliche Folgen, Fehlzeiten, Fluktuation).

Zweitens soll auf der Grundlage der gängigen Indikatoren zur Operationalisierung von Mobbing, dass heißt Selbstauskünften, die Binnenstruktur des Konstrukts im Rahmen von Mess-/Testtheorien (z. B. Latent-Trait- oder Latent-Class-Messmodellen) empirisch geprüft werden. Dazu sollen bei einer Stichprobe von Personen bei Eintritt in eine Organisationseinheit und zu einem späterem Zeitpunkt subjektiv wahrgenommene Indikatoren für Mobbing erfragt werden. Drittens sollen Expositionsbedingungen, auf die neue Mitarbeiter treffen, von den übrigen Mitarbeitern der Organisation in Bezug auf mobbingrelevante Organisationsmerkmale eingeschätzt und diese Urteile auf Konkordanz geprüft werden. Die Einschätzung der Stressoren in Selbst- und Fremdeinschätzungen soll unabhängig voneinander erfolgen. Viertens sollen bei den Neuzugängen weitere mobbingrelevante Variablen erhoben werden (negative Affektivität, psychomentale Beschwerden, Fehlzeiten, Intention-to-leave etc.). Das Hauptziel ist es, auf der Grundlage der Befunde eine Bewertung der empirischen Indikatoren vorzunehmen, die gegenwärtig zur Erfassung des Mobbingkonstrukts herangezogen werden und Erhebungsinstrumente zur Erfassung von Mobbing aus subjektiver Sicht und für die Einschätzung relevanter Expositionsbedingungen bereitzustellen.

Projektergebnisse:
Bericht "Die Erfassung von Mobbing - Eine Konstruktvalidierung aktueller Datenerhebungsverfahren"

Weitere Informationen:

Fachgruppe 3.4 "Mentale Gesundheit und Kognitive Leistungsfähigkeit"
Service-Telefon: 0231 9071-2071
Fax: 0231 9071-2070

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