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Was ist Biomonitoring?

Der Ausschuss für Arbeitsmedizin beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gibt auf der Grundlage der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) in der Arbeitsmedizinischen Regel "Biomonitoring" (AMR 6.2) [1] folgende Begriffsbestimmung:

"Biomonitoring ist die Untersuchung biologischen Materials der Beschäftigten zur Bestimmung von Gefahrstoffen, deren Metaboliten oder deren biochemischen beziehungsweise biologischen Effektparametern. Dabei ist es das Ziel, die Belastung und die Gesundheitsgefährdung von Beschäftigten zu erfassen, die erhaltenen Analysewerte mit entsprechenden Werten zur Beurteilung […] zu vergleichen und geeignete Maßnahmen vorzuschlagen, um die Belastung und die Gesundheitsgefährdung zu reduzieren. Die Erkenntnisse aus dem Biomonitoring können eine wichtige Informationsquelle zur Beurteilung der Wirksamkeit vorhandener Schutzmaßnahmen sein."

Die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. (DGAUM) definiert in ihrer Arbeitsmedizinischen Leitlinie "Biomonitoring" [2] den Begriff wie folgt:

"Unter Biomonitoring versteht man in der Arbeitsmedizin die Untersuchung biologischen Materials von Beschäftigten zur quantitativen Bestimmung von Gefahrstoffen, deren Metaboliten oder von biochemischen bzw. biologischen Parametern. Dabei ist es das Ziel, die Belastung der Beschäftigten oder spezifische biologische Effekte zu erfassen, die erhaltenen Analysenwerte mit biologischen Beurteilungswerten zu vergleichen und ggf. geeignete Maßnahmen (Verbesserung der technischen, organisatorischen und persönlichen Prävention) vorzuschlagen, um die Belastung und die Gesundheitsgefährdung zu reduzieren. Für viele Gefahrstoffe ist die individuell aufgenommene Belastung nur mittels Biomonitoring quantifizierbar und damit bewertbar."

Nach § 6 Abs. 2 der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) [3] ist Biomonitoring

"Bestandteil der arbeitsmedizinischen Vorsorge, soweit dafür arbeitsmedizinisch anerkannte Analyseverfahren und geeignete Werte zur Beurteilung zur Verfügung stehen."

Die Arbeitsmedizinische Regel "Biomonitoring" [1] konkretisiert die ArbmedVV:

"Über Indikation und Art des Biomonitorings entscheidet der nach § 7 ArbMedVV beauftragte Arzt oder die beauftragte Ärztin. Der Arzt oder die Ärztin hat die Erkenntnisse aus dem Biomonitoring auszuwerten. Die Erkenntnisse können unter Wahrung der ärztlichen Schweigepflicht in die Gefährdungsbeurteilung des Arbeitgebers einfließen."

[1] AMR 6.2 "Biomonitoring" - Bek. d. BMAS v. 02.12.2013 - IIIb1-36628-15/1, veröffentlicht: GMBl Nr. 5 vom 24. Februar 2014, S. 91
[2] Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V.: Arbeitsmedizinische Leitlinie "Biomonitoring" (2013); AWMF-Register Nr. 002/027, Klasse S1, publiziert bei AWMF online
[3] Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge - ArbMedVV, vom 18. Dezember 2008 (BGBl. I S. 2768), zuletzt geändert durch Artikel 1 der Verordnung vom 23. Oktober 2013 (BGBl. I S. 3882)