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Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

Return-to-Work-Ansätze

In den letzten Jahren hat sich das Verständnis von Rehabilitation weiterentwickelt und u.a. dazu beigetragen, dass Rehabilitation zukünftig stärker mit der betrieblichen Ebene vernetzt werden soll (Deutsche Akademie für Rehabilitation 2009; Deutsche Rentenversicherung Bund 2008). In diesem Zusammenhang werden zunehmend "Return-to-Work-Ansätze" diskutiert und erprobt, die die berufliche Teilhabe als Leitziel und integralen Bestandteil einer Behandlung/Therapie sehen. Dies geht einher mit einer präventiven Ausrichtung von Return-to-Work-Ansätzen.

Nach dem Grundsatz der möglichst frühzeitigen Intervention (§ 4 Abs. 1 SGB IX) soll die Prävention im Sinne von § 3 SGB IX dazu beitragen, "dass der Eintritt einer Behinderung einschließlich einer chronischen Krankheit vermieden wird." Ziel ist, das Fortschreiten gesundheitsbeeinträchtigender Prozesse, die zu Chronifizierung und Behinderung führen können, zu verringern, aufzuhalten bzw. zu verhindern, Ressourcen zu stärken sowie die Gesundheit gefährdenden Belastungen abzubauen. Diesem Ziel sind auch Maßnahmen des betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) nach § 84 SGB IX verpflichtet und in diesem Sinn auf der betrieblichen Ebene zu planen und umzusetzen (Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation 2004).

Das BEM ist seit 2004 eine gesetzliche Pflicht und Aufgabe des Arbeitgebers mit dem Ziel, eine bestehende Arbeitsunfähigkeit des Beschäftigten entweder zu überwinden oder einer erneuten Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen. Den Anspruch auf ein betriebliches Eingliederungsmanagement haben alle Beschäftigten, die innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig sind. Es handelt sich um einen komplexen Such- und Problemlösungsprozess, der die betroffenen Beschäftigten, die betriebliche Umwelt (soziale und materielle Bedingungen) sowie einen spezifischen soziokulturellen Kontext einschließt.

Eine zentrale und gleichzeitig vermittelnde Schlüsselrolle können in diesem Prozess Koordinatoren des Return-to-Work-Prozesses (Disability Manager, Betriebsärzte etc.) wahrnehmen. In Ihrer Funktion begleiten und koordinieren sie den Gesamtprozess und fungieren so als Bindeglied zwischen allen Beteiligten, wenn es um die (Wieder-)Eingliederung von langzeiterkrankten Beschäftigten im Betrieb geht. Sie organisieren die Zusammenarbeit zwischen betroffenen Arbeitnehmer/innen, deren Arbeitgebern, der Personalvertretung, Sozialversicherungen und behördlichen Stellen, oder Ärzten und Reha-Einrichtungen.