Arbeitsbedingungen
Arbeitsbedingungen in Deutschland - Belastungen, Anforderungen und Gesundheit
Die Arbeitswelt im Wandel, die Frage nach den Folgen der Globalisierung und der demographische Wandel sind Faktoren, die nicht nur im politischen Bereich zur Entwicklung von zukunftsorientiertem Gestaltungshandeln im Hinblick auf die Frage: "Wie wollen wir in Zukunft arbeiten?" führt. Die Veränderungen in der Arbeitswelt sind vielmehr schon heute direkt in der Veränderung der Arbeitsbedingungen und den Anforderungen der Beschäftigten abzulesen. Zur Beschreibung der sich kontinuierlich ändernden Arbeitswelt werden vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gemeinsam mit den Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) bereits seit dem Jahr 1978 wiederholte Befragungen durchgeführt. Um neben Fragen der Qualifikationsanforderungen und der Arbeitsmarktanforderungen insbesondere auch arbeitsbelastungs- und beanspruchungsorientierte Fragen im Sinne einer Arbeitsweltberichterstattung einzubeziehen, ist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) seit der Befragung von 1998/99 Projektpartner.
Die aktuelle Befragung aus dem Jahr 2005/2006 wurde gemeinsam vom BiBB und der BAuA durchgeführt. Durch diese Zusammenarbeit wurde eine noch stärkere Konzentration auf die Arbeitsbedingungen und die sich daraus ergebenden Beanspruchungen ermöglicht.
Die aufbereitet vorliegenden Daten bieten differenzierte, repräsentative Informationen über Erwerbstätige und Arbeitsplätze in Deutschland. Auf der Basis dieser Ergebnisse können gezielt Fragen effizienter Qualifikationsstrategien beantwortet bzw. weiterentwickelt werden. Außerdem zeichnen sich Handlungsfelder betrieblicher Interventionsnotwendigkeiten für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit ab. Die Befragung zeichnet sich im Vergleich zu vielen anderen Untersuchungen dadurch aus, dass sie zum einen eine repräsentative Stichprobe der Erwerbsbevölkerung darstellt und zum anderen durch die gleichzeitige Erhebung von Belastung und Befindlichkeits- bzw. Erkrankungsdaten Zusammenhänge zwischen Belastungen und körperlichen Beeinträchtigungen abbilden kann. Im Mittelpunkt der Befragung stehen daher zum einen Fragen zum Arbeitsplatz (Tätigkeitsschwerpunkte, Anforderungsniveau, Kenntnisanforderungen, Arbeitsanforderungen, Weiterbildungsbedarf, Arbeitsbedingungen, Arbeitsbelastungen etc.) und Fragen zu Beanspruchung und gesundheitlichen Beeinträchtigungen, zum anderen Zusammenhänge zwischen Bildung und Beschäftigung im weiteren Sinne.
In der aktuellen - fünften - Erwerbstätigenbefragung wurden 20.000 Erwerbstätige ab 15 Jahren mit einer Arbeitszeit von mindestens 10 Stunden pro Woche in Deutschland befragt, wobei mit Erwerbstätigkeit eine mit einem Einkommen verbundene Tätigkeit gemeint war. Hierbei wurden ehrenamtlich tätige Personen genauso ausgeschlossen wie Personen in einem Beschäftigungsverhältnis im Rahmen der ersten Ausbildung. Ausländer wurden nur bei hinreichenden Deutschkenntnissen in die Erhebung einbezogen. Obwohl ohne feste Vergütung beschäftigt, wurden mithelfende Familienangehörige und Personen mit maximal dreimonatiger Unterbrechung der Tätigkeit befragt. Die Befragung wurde anders als die vorausgehenden Befragungen (persönliche face to face Interviews) computerunterstützt per Telefon durchgeführt.
