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Prävention von arbeitsbedingter Muskel-Skelett-Erkrankungen

Welche Möglichkeiten gibt es im Betrieb?

Die Möglichkeiten der Prävention von MSE sind vielfältig. Beratung und Schulungen gehören hier genauso dazu wie arbeitsplatzbezogene Maßnahmen.

Die Möglichkeiten zur Prävention von MSE sind in der Arbeitswelt vielfältig. Dies betrifft direkt durch die Arbeit verursachte MSE, durch Arbeit mitverursachte MSE und Beschäftigte, die - unabhängig von der Ursache - mit einer MSE ihrer Arbeit nachgehen. Sowohl primär-, sekundär- und tertiärpräventive Ansätze als auch verhaltens- und verhältnispräventive Ansätze sind sinnvoll und können im betrieblichen Gesundheitsmanagement berücksichtigt werden.

Für die Prävention von MSE sind folgende Handlungsfelder bedeutsam:

  • Gesundheitsgerechtes Gestalten der Arbeits-/Leistungsbedingungen - Ergonomie, Durchführung komplexer Gefährdungsbeurteilung zum Erkennen und Bewerten der Belastung des Muskel-Skelett-Systems einschließlich Ableitung von arbeitsplatzbezogenen, organisatorischen und beschäftigtenbezogenen Maßnahmen
  • Kollektive Beratung, Schulung, Instruktion und Training von Beschäftigten zu Arbeitsbedingungen, in denen eine Belastung des Muskel-Skelett-Systems auftreten kann
  • Individuelle Beratung von Beschäftigten mit Fokus auf den Bewegungsapparat und zur Früherkennung individueller Risikofaktoren wie Ernährung und Sport, zum Beispiel im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge; Nutzung von (beruflichen) Rehabilitationsmaßnahmen
  • Individuell angepasste Maßnahmen der Gesundheitsförderung, wie zum Beispiel Bewegungsprogramme (einschließlich gesundheitspädagogischer Konzepte)
  • Betriebliche Eingliederungsprogramme; Beschäftigungskonzepte für Ältere und chronisch Kranke
  • Gestalten und Weiterentwickeln partizipativer Sozialbeziehungen im Betrieb; Mitarbeiterführung

BAuA-Forschungsprojekte

Aktuell führt die BAuA Projekte zum Thema "Körperliche Inaktivität am Arbeitsplatz - Ätiologie, Gefährdungsbeurteilung und Prävention" durch.

Projekt 1a: Scoping Review; Projekt 1b: Systematischer Review, F 2399 - Projektbündel: Körperliche Inaktivität am Arbeitsplatz - Ätiologie, Gefährdungsbeurteilung & Prävention

Projektbündel: Körperliche Inaktivität am Arbeitsplatz - Ätiologie, Gefährdungsbeurteilung & Prävention, Projekt 2: Pilotstudie zur objektiven Beschreibung von körperlichen Inaktivitätsmustern im betrieblichen Setting F 2381 - Projektbündel: Körperliche Inaktivität am Arbeitsplatz - Ätiologie, Gefährdungsbeurteilung & Prävention

Präventionskampagne der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie

Die Prävention von MSE ist Bestandteil des gegenwärtigen Arbeitsprogrammes der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA). Unter dem Titel "Prävention macht stark - auch Deinen Rücken" wendet sich das Arbeitsprogramm MSE an Beschäftigte, Unternehmer und Führungskräfte. Auch Multiplikatoren, wie zum Beispiel Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Betriebsärzte und betriebliche Interessenvertretungen möchte das Programm erreichen. Hier finden sich viele Anregungen, wie Prävention im betrieblichen Setting ausgestaltet werden kann. Dazu gehören Hintergründe, Gute-Praxis-Beispiele, Produkte und Veranstaltungen. Auch die Inhalte der DGUV-Kampagne "Denk an mich. Dein Rücken" sind hier hinterlegt.

Projekte im Rahmen des Modellprogramms des BMAS

Im Modellprogramm des BMAS wurden von 2007 bis 2010 die Projekte KoBRA, naprima und PAKT im Rahmen des Schwerpunkts "Belastungen des Muskel-Skelett-Systems bei der Arbeit - integrative Präventionsansätze praktisch umsetzen" gefördert. Im Fokus der drei Modellprojekte standen Tätigkeiten mit hohen physischen Belastungen. In diesem Zusammenhang waren insbesondere repetitive manuelle Arbeitsprozesse, Arbeiten in Zwangshaltung, Arbeiten mit erhöhten Kraftanstrengungen, Lastenhandhabung und Einwirkungen von mechanischen Schwingungen von Interesse. Bei der Erarbeitung der Präventionskonzepte sollten komplexe Beziehungen zu weiteren Aspekten wie Arbeitsorganisation, psychosoziale Faktoren usw. berücksichtigt werden. Modellhafte Konzepte zur innovativen und integrativen Gestaltung der Prävention arbeitsbedingter MSE sollten erarbeitet und erprobt werden.