Ergänzend zur hausfinanzierten Forschung beteiligt sich die BAuA am nationalen und internationalen Wettbewerb um Drittmittel, um das Themenfeld "Sicherheit und Gesundheit in der Arbeitswelt" in der Wissenschaft zu stärken und den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. Das Engagement in der Drittmittelforschung dient zudem einer intensiveren Vernetzung der BAuA mit universitären und außeruniversitären Forschungspartnern. Im Jahr 2025 waren 13 der insgesamt 15 vorwiegend oder ausschließlich durch Drittmittel geförderten Projekte in nationalen oder internationalen Konsortien angesiedelt.
Alle Drittmittelaktivitäten unterstützen die im Arbeits- und Forschungsprogramm der BAuA festgelegten Ziele und Aufgaben; eine interne Drittmittelstrategie bildet den Rahmen für ein zielgerichtetes, qualitätsgesichertes und prozessgesteuertes Vorgehen.
Besonders aktiv ist die BAuA in Forschungsrahmenprogrammen der EU, insbesondere Horizon Europe, sowie in Förderprogrammen des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).
Zu den aktuell laufenden Drittmittelprojekten zählen u.a.:
Deutsches Zentrum für psychische Gesundheit
Die deutschen Zentren der Gesundheitsforschung sind große, durch das BMFTR geförderte Forschungsverbünde mit dem Ziel die Behandlung und Prävention von Volkskrankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel-, Infektions-, Lungen- oder neurodegenerativen Erkrankungen zu verbessern. In 2022 wurde nach einem zweitstufigen wettbewerblichen Verfahren das neue "Deutsche Zentrum für psychische Gesundheit" (DZPG) gegründet. An sechs bundesweiten Standorten vereint das DZPG verschiedene wissenschaftliche Disziplinen (v.a. Psychiatrie, Neurowissenschaften, Sozialmedizin, Public Health, Psychologie) in der Erforschung psychischer Erkrankungen sowie der Weiterentwicklung von Therapie- und Präventionsansätzen.
Die BAuA ist Teil des Standorts Bochum, der vom Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit der Ruhr-Universität Bochum geleitet wird. Der Bochumer Standort zeichnet sich durch die klinisch-psychologische Ausrichtung und den thematischen Fokus auf unterschiedliche Lebenswelten wie Familie, Schule und Arbeit aus. Die BAuA bringt ihre langjährige Expertise zum Zusammenhang von Arbeit und psychischer Gesundheit ein.
F 2577 DZPG Aufbauförderung: Analyse von Arbeitsbedingungen und deren Effekte auf die mentale Gesundheit
Beautiful
Neben zuverlässigen Technologien gewährleistet insbesondere das Leitstellenpersonal mit ihrem breiten Erfahrungswissen die sichere Betriebsführung von Gas- und Stromnetzen. Mit dem Ziel die Arbeitsbedingungen des Leitstellenpersonals kritischer Infrastrukturen zu verbessern, fördert das (BMFTR) das Projekt "Beautiful - Belastungsoptimierte Arbeitsgestaltung für Netzleitstellen kritischer Infrastruktur", an dem die BAuA mit einem Teilprojekt beteiligt ist.
Mit Beautiful stellt sich ein interdisziplinäres Konsortium der Herausforderung, hochleistungsfähige Assistenzsysteme für die komplexer werdenden Überwachungs- und Steueraufgaben zu entwickeln. Die Assistenzsysteme sollen sichere Entscheidungen in komplexen Situationen innerhalb kürzester Zeit unterstützen. Durch eine standardisierte Bewertung des Mehrwertes solcher Systeme soll die Transparenz und das Vertrauen in diese Systeme für das Leitstellenpersonal verbessert werden.
F 2569 Belastungsoptimierte Arbeitsgestaltung für Netzleitstellen kritischer Infrastrukturen (Beautiful)
MACRAMÉ
Das Horizon Europe geförderten Projekt "MACRAMÉ - Advanced Characterisation Methodologies to assess and predict the Health and Environmental Risk of Advanced Materials" hat zum Ziel harmonisierte und standardisierte Charakterisierungs- und Prüfmethoden zu entwickeln. Die BAuA ist Partner in diesem Konsortium.
Die zu entwickelnden Methoden werden sowohl für den Arbeitsschutz als auch für eine anzustrebende kohärente Regulierung im Rahmen der EU-Chemikaliensicherheit wichtig sein. Das Projekt MACRAMÉ erweitert hierbei den bisherigen Fokus der Malta-Initiative und der Projekte NanoHarmony und Gov4Nano, die sich hauptsächlich auf einfache (metalloxidische) Nanopartikel fokussiert haben. Mit den Arbeiten zu den Faser- und den 2D-Materialien liefert MACRAMÉ somit einen wichtigen Input zu einer angestrebten Regulierung, die morphologisch bedingte Gesundheitsrisiken adäquat und übergreifend berücksichtigt.
F 2512 NanoHarmony - Auf dem Weg zu harmonisierten Testmethoden für Nanomaterialien
F 2477 Umsetzen von Risk Governance: den Bedürfnissen der Nanotechnologie gerecht werden