Branchenschwerpunkt ambulante und stationäre Pflege
Der demografische Wandel ist die Herausforderung der Zukunft, auch und gerade in der Pflegebranche: Die Zahl der (sehr) alten, chronisch oder multimorbid erkrankten Menschen steigt und bringt veränderte Arbeitsbedingungen mit sich. Demgegenüber steht eine alternde Belegschaft, die unter hohen physischen und psychischen Belastungen eine hohe Pflegequalität erbringen muss. Die Verweildauer im Beruf ist gering, Fachkräfte und Nachwuchskräfte fehlen - bereits heute gehören soziale Berufe bzgl. des ungedeckten Arbeitskräftebedarfs zu den Top-Fünf Berufsgruppen (Heckmann, Kettner, Reiben, IAB Kurzbericht, 11/2009). Der Bedarf an Pflegefachkräften wird in den Folgejahren zudem deutlich zunehmen.
Hinzu kommen hohe Krankenstände in der Branche. Dabei sind Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychische Belastungen die wichtigsten Gesundheitsrisiken für Pflegende und verursachen hohe Kosten für die Unternehmen und die Allgemeinheit: Der Volkswirtschaft in Deutschland entstehen allein durch Muskel-Skelett-Erkrankungen Kosten von mehr als 20 Milliarden Euro pro Jahr.
In der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) werden branchenspezifische Aspekte des Arbeits- und Gesundheitsschutz in der Pflege durch die Gruppe 6.5 "Regionaler Transfer, Branchen" aufbereitet. Veranstaltungen und Veröffentlichungen der BAuA informieren über aktuelle Themen und Erfahrungen. Für Unternehmer aus dem Pflegebereich, Pflegedienstleitungen und Multiplikatoren wie Fachkräfte für Arbeitssicherheit oder Betriebsärzte stehen vielfältige Berichte, Broschüren und Faltblätter zur Verfügung.
Branchenspezifische Aktivitäten im Rahmen der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) und der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA), insbesondere die Moderation des Initiativkreises "Gesund Pflegen", Transferprojekte und regionale Veranstaltungen bilden die Tätigkeitsschwerpunkte.
