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Luftqualität

In umschlossenen Arbeitsräumen muss gesundheitlich zuträgliche Atemluft in ausreichender Menge vorhanden sein. In der Regel entspricht dies der Außenluftqualität. Die Raumluftqualität in Arbeitsräumen kann durch Stofflasten, Feuchtelasten oder Wärmelasten beeinträchtigt werden.

Werden am Arbeitsplatz Tätigkeiten mit Gefahrstoffen oder biologischen Arbeitsstoffen durchgeführt, gelten hinsichtlich der stofflichen Gefährdungen an diesen Arbeitsplätzen die Vorschriften nach der Gefahr- oder Biostoffverordnung einschließlich der technischen Regelwerke. Diese Gefährdungen werden im Rahmen einer Klimabewertung nicht berücksichtigt und sind im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung unter Beachtung des entsprechenden Regelwerkes gesondert zu betrachten.

In Büros und büroähnlichen Arbeitsräumen wird die Raumluftqualität im Wesentlichen durch die vom Menschen selbst abgegebenen Stoffe (z. B. Kohlendioxid) bestimmt. Zur Ermittlung der Raumluftsituation ist die Messung von Kohlendioxid oder die Bestimmung des Luftwechsels erforderlich. Die Kohlendioxidkonzentration ist dabei ein anerkanntes Maß für die subjektive Bewertung der Luftqualität. Erfahrungsgemäß haben erhöhte Kohlendioxidkonzentrationen einen negativen Einfluss auf die Aufmerksamkeitsleistung.

Treten trotz bestimmungsgemäßer Nutzung des Arbeitsraumes Beschwerden bei Beschäftigten über die Luftqualität auf, ist zu prüfen, ob und ggf. welche weiteren Maßnahmen (z. B. zeitweise verstärkte Lüftung, Änderung der Raumnutzung, Umsetzen der Beschäftigten in andere Räume, Einbau oder Anpassung einer RLT Anlage) durchzuführen sind.

CO2-Messung

"Sofern ein nachvollziehbarer Verdacht auf zu hohe CO2-Konzentrationen besteht, sollten Messungen unter üblichen Nutzungsbedingungen und mit der üblichen Personenbelegung durchgeführt werden, z. B. über den Zeitraum der arbeitstäglichen Nutzung. Bewertet wird der Momentanwert.

Vor der Messung muss der Raum arbeitsüblich gelüftet werden. Bei Räumen bis zu 50 m² Grundfläche ist in der Regel eine Messstelle in ca. 1,50 m Höhe und in einem Abstand von 1 bis 2 m von den Wänden ausreichend. In größeren Räumen sind ggf. mehrere Messstellen einzurichten. Die Messstelle soll sich in der Aufenthaltszone der Personen - dabei aber in ausreichendem Abstand zu Personen - befinden, um eine direkte Beeinflussung des Messergebnisses durch die Atemluft von Personen zu vermeiden."
(Quelle: ASR A3.6 Lüftung)

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Luftwechsel-Messung

Eine Ursache für eine schlechte Raumluftqualität kann sein, dass insbesondere bei freier Lüftung (z. B. über Fenster) zu wenig oder überhaupt nicht gelüftet wird und damit notwendige Lüftungsraten nicht eingehalten werden. Eine Möglichkeit, dies festzustellen, ist die Bestimmung der Luftwechselrate. Zur Messung wird ein ungiftiges Tracergas (z. B. SF6) in die zu prüfenden Räume eingebracht und bei einem festgelegten Modus der Nutzung wird über eine Zeit von ca. einer Stunde der Konzentrationsabfall bestimmt. Dabei sollten bestimmte Randbedingungen (insbesondere Betriebszustand von Zuluft /Abluftsystemen, Öffnungen der Fenster, Raumnutzung) gezielt variiert werden. Daraus wird die Luftwechselrate berechnet. Grundlage dieser Messung ist die DIN EN ISO 12569.

Ausgehend von den Messergebnissen können weitere Maßnahmen festgelegt werden, z. B. Änderung des Lüftungsverhaltens oder Einbau/Umbau einer raumlufttechnischen Anlage (RLT-Anlage).

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Freie Lüftung

Die freie Lüftung von Räumen kann z. B. als Stoßlüftung oder kontinuierliche Lüftung erfolgen. Dementsprechend sind ausreichend dimensionierte Lüftungsquerschnitte erforderlich. Eine Stoßlüftung ist in regelmäßigen Abständen durchzuführen, dabei ist der Abstand zwischen zwei Lüftungsintervallen und die Dauer der Lüftungsphasen maßgeblich für die sich einstellende Raumluftqualität. Als Anhaltswerte werden empfohlen, Büroräume nach 60 Minuten und Besprechungsräume (also Räume mit höherer Personenbelegungsdichte) nach 20 Minuten zu lüften. Die Mindestdauer der Stoßlüftung ist von der Temperaturdifferenz zwischen innen und außen und dem Wind abhängig. Um eine Kohlendioxidkonzentration von 1000 ppm nicht zu überschreiten, kann von folgenden Orientierungswerten für die jeweilige Lüftungsdauer ausgegangen werden:

Sommer: 10 Minuten,
Frühling/Herbst: 5 Minuten
Winter: 3 Minuten

(Quelle: ASR A3.6 Lüftung, 2012).